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Full text of "Festschrift zur feier des fünfzigjährigen bestehens des Vereins für schlesische insektenkunde in Breslau"

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Fest-Sehrift 



zur Feier des 



fünfzigjährigen Bestehens 



des 



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Vereins für schlesische Insektenkunde 



in 



Breslau. 



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1847-1897. 

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Breslau 1897. 

In Commission bei Maruschke & Behrendt. 



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Inhalts - Verzeichniss. 



Seite 
R. Dittrich : Der Verein für schlesische Insektenkunde zu Breslau während der 

50 Jahre seines Bestehens (1847 — 1897) i — 19 

J. Gerhardt: Zu Cleonus turbatus Fahrs. und C. ^laucus Fahr 21 — 22 

Zu Ceutorrhynchus barbareae SfFr., cyanopterus Rdtb 23 — 25 

• Der Wassen*'ald bei Kaltwasser Kreis Lüben 25 — 32 

- Nachträgliches über Seminolus (Byrrhus auct.) arietinus Steffahni 

sp- pr 32— 35 

E. Reitter: Uebersicht der Arten der Coleoptercn-Gattung: Asclera Schm. . . 37 — 39 

«• Ueber die Arten der Coleopteren-Gattung: Anemia Gast., aus der 

palaearctischen Faupa 40 — 43 

H. Friese: Monographie der Bienengattung Nomia (Latr.; 45 — 84 

V. V. Röder: Ueber die Dipteren-Gattung »Gymnomus Low« 85 — S9 

M. Wiskott: Die Lepidoptcren-Zwiltcr meiner Sammlung ^mit 4 Tafeln) . . . 91 — 141 



Der 

Verein für schlesische Insektenkunde 

zu 

BRESLAU 
während der 50 Jahre seines Bestehens 1847 — 1897 

von 

R. Dittrich. 

Im Jahre 1840 gründete Dr. Doering, Gymnasiallehrer in Brieg, 
einen schlesischen Tauschverein für Schmetterlinge, welchem im ersten 
Jahre, ausser dem Gründer, noch 6 Herren aus Schlesien beitraten. 
Die Mitgliederzahl verdoppelte sich im nächsten Jahre bereits und wuchs 
bis zum Jahre 1895 allmählich auf 31 an. Unter den wirklichen Mit- 
gliedern sind als für die Entomologie, besonders diejenige Schlesiens, 
von Bedeutung zu erwähnen die Herren August Neustadt (Kaufmann) 
und Assmann (Lithograph; in Breslau, Oberlehrer Kelch in Ratibor, 
Stadtgerichtsarzt Herrich -Schäffer in Regensburg, Gymnasialprofessor 
Hering in Stettin, Dr. med. M. F. Wocke 'in Breslau, unter den cor- 
respondirenden Mitgliedern Gerichtsrath Keferstein in Erfurt Oberförster 
Zebe in Volpersdorf bei Neurode und Oberlehrer Dr. Zelier in Gross- 
Glogau. 

Der Verein veröffentlichte während der Dauer seines Bestehens 
8 Berichte. Ihr Inhalt ist ein vierfacher: i. Verzeichnisse der in Schlesien 
entdeckten F'alterarten nebst Fundorten. 2. Beschreibungen von Gattungen, 
einzelne Arten, Raupen u. dergl. 3. Notizen über Tödten, Präpariren 
und Konser\"iren. 4. Kürzere und auch ausführlichere Berichte über die 
Lokalverhältnisse der für die Sammler wichtigen Gebiete Schlesiens, 
besonders Ober^ und Mittclschlesiens, die Gebirge umfassend. 

Die Verzeichnisse gaben den Grundstock für das in den Jahren 
1872 und 1873 von Herrn Dr. Wocke veröffentlichte Vcrzeichniss der 
Falter Schlesiens. Bezüglich der Entwickelung der Kenntnisse über die 
schlesische Lepidopterenfauna vergleiche man die kleine statistische 
Tabelle auf S. 11. 

1 



Der letzte Bericht des Tauschvereins vom Jahre 1846, in welchem 
als neue Mitglieder auch die Herren von Heinemann. Zollsecretär in 
Braunschweig und Lehrer Letzner ^) in Breslau aufgeführt werden, ent- 
hält die Anzeige der Gründung des Vereins für schlesische Insekten- 
kunde in Breslau und theilt als interimistischen Vorstand mit : Lithograph 
Assmann, Vorsitzender, Maler HoyoU, Secretär, Kaufmann A. Neustadt, 
Kassirer. 

Die constituirende Versammlung des neuen Vereins fand am 
17. Januar 1847 statt. In derselben wurde der provisorische Vorstand 
bestätigt und die Statuten angenommen. Der Vorstand erhielt den 
Auftrag, zur Anerkennung der Statuten durch die Behörden die nöthigen 
Schritte zu thun.^) Die Versammlungen sollten (§ 8 der Statuten) regel- 
mässig am ersten Sonnabend eines jeden Monats stattfinden und mit 
Verlesung des Protokolls der vorangehenden Sitzung beginnen. Ob nun 
in dem ersten Jahre Sitzungen stattgefunden haben, ist nicht zu er- 
mitteln, denn das Protokollbuch enthält keine Angaben über Sitzungen 
bis zum 22. December 1847. Die Generalversammlung des Vereins 
fand statutenmässig am 27. December statt; in ihr wurden verschiedene 
wichtige Beschlüsse gefasst, nämlich: 

Es soll 

1. eine Sammlung vorzugsweise schlesischer Insekten, 

2. eine entomologische Bibliothek gegründet werden. 

3. Der Verein giebt eine Fauna sämmtlicher schlesischer Insekten, 
mit Beschreibung der einzelnen Arten, heraus. Die Bearbeitung 
der einzelnen Ordnungen und Familien wird der Vorstand den 
sich dazu qualificirenden Mitgliedern übertragen, welchen auch alles 
von den Mitgliedern eingehende Material übergeben werden soll. 

Diese Beschlüsse sind, so wenig auch die Zukunft dem i. und 3^ 
entsprochen hat, doch von hohem Interesse, sie zeigen nämlich, mit 
welcher Hoffnungsfreudigkeit und mit welchem Eifer der neue Verein 
sein Wirken begann. Leider waren die zeitlichen Verhältnisse einem 
ernsten, gesammelten, wissenschaftlichen Wirken sehr ungünstig und es 
scheinen namentlich die Sitzungen sehr unter den politischen Wirren 
gelitten zu haben, denn wir finden im Protokollbuche als nächste 
Sitzung erst diejenige vom 3. November 1849 erwähnt. Nightsdesto- 



■) Mit Ausnahme von Herrich- Schaff er sind alle hier genannten Entomologen auch 
Mitglieder des Vereins für schlesische Insektenkunde geworden. 

-) Das Künigl. Oberprüsidium bestätigte die Vereinsstatuten erst im Mai 1S47. 



weniger ist der Zusammenhang unter den Mitgliedern nicht gelockert 
Avorden, ja es hat sogar in dem unruhigen Jahre 1848 der Tauschverkehr 
seinen Fortgang genommen; wie aus den Briefen der Mitglieder hervor- 
geht, zu deren eigenem Erstaunen. 

Anfang 1850 (26. April) tauchte in dem Vereine der Vorschlag 
auf, Anschluss an die entomologische Section der schlesischen Ge- 
sellschaft für vaterländische Cultur zu suchen. Als vortheilhafte Folgen 
Avurden hervorgehoben: das anständige Lokal, die Benutzung der 
Bibliothek und die Erlangung der Portofreiheit. Dem gegenüber wurde 
aber von anderer Seite geltend gemacht, dass der Verein weit grössere 
Aufwendungen für Lokal, Beleuchtung u. s. w. haben würde, dass die 
Aufhebung der nicht amtUchen Portofreiheiten unmittelbar bevorstände, 
endlich dass die schlesische Gesellschaft unmöglich in einen An- 
schluss willigen werde, der dem Verein seinen Namen und die un- 
beschränkte Verwaltung seiner Angelegenheiten gewähre. Aus diesen 
Gründen wurde der Anschluss an die schlesische Gesellschaft abgelehnt, 
wobei die pecuniäre Lage des Vereins den Ausschlag gab. 

Die Vereinsversammlungen tanden in diesen ersten vier Jahren in 
der Regel in der Wohnung eines Mitgliedes statt, besonders häufig nach 
Aussage des Herrn Dr. Wocke bei Herrn Lehrer Letzner. Dass hiermit 
manche Unbequemlichkeiten verknüpft waren und namentlich die Be- 
leuchtung Vieles zu wünschen übrig Hess, begreift sich leicht, und es 
war deshalb ein grosses Glück für den Verein, als sich 1851 die Mög- 
Uchkeit bot, einen dauernden Versammlungsort zu erhalten, in dem auch 
die Sammlungen einen sicheren Platz finden konnten. Der Brcslauer 
Magistrat gewährte nämlich auf ein entsprechendes Gesuch des Vereins 
und auf die Empfehlung des damaligen Rectors Dr. Kamp dem 
Verein ein Zimmer in dem Gebäude der Realschule zum heiligen Geist. 
Hier tagte die Versammlung zum ersten Male am 31. Mai 1851. Es 
findet sich nirgends wieder eine Bemerkung, dass dieses Lokal auf- 
gegeben wurde, dasselbe hat also wahrscheinlich bis zum Einschlummern 
der Sitzungen des alten Vereins als Versammlungsort gedient, nur am 
5. Februar 1859 fand die vorletzte in den alten Protokollen überhaupt 
erwähnte Monatssitzung (das letzte Protokoll datirt vom 5. März 1859) 
in dem Hause des Mitgliedes Kaufmann A. Neustadt statt. Ob von 
dem März 1859 ab überhaupt noch Sitzungen stattgefunden haben, ist 
nicht mehr zu ermitteln; jedenfalls hat ein gewisser Zusammcnhctng 
zwischen den Mitgliedern nie aufgehört, denn als im Jahre 1867 Schritte 
gethan wurden, um von neuem ein Vereinsleben zu Stande zu bringen, 
waren unter den 22 Personen, welche sich zur Betheiligung bereit er- 



klärten, zur grösseren Hälfte Mitglieder des früheren V^ereins, auch der 
alte Vorstand wurde wiedergewählt (constit. Versammlung vom 20. März 
1868), nämlich Hauptlehrer Letzner als Vorsitzender. Kaufmann A. Neu- 
stadt als Kassirer und Universitätszeichner Assmann als Schriftführer. 
Ebenso trat der Verein ohne Weiteres wieder in den Besitz der vor- 
handenen Bibliothek und der noch vorhandenen Hefte der alten Folge 
der Zeitschrift für Entomologie. Wenn so der neubelebte Verein, der 
auch den alten Namen beibehielt, als eine einfache Fortsetzung des 
früheren, und die Zeit von 1859 an gewissermassen als eine Zeit des 
Winterschlafes anzusehen ist, so sind es doch mehrere Punkte, worin 
der neubelebte Verein nicht die P>bschaft des früheren antrat, i. Der 
neue Verein verzichtete nämlich gänzlich auf den Tausch, der in dem 
früheren immer noch unterhalten worden war (noch 1856 wurde eine 
besondere Tauschcommission gewählt), 2. auf die fernere Unterhaltung 
der Sammlung; der vorhandene Sammlungs-Schrank wurde vielmehr 
im Jahre 1874 von einem Mitgliede käuflich erworben^), endlich 3. auf 
die Herausgabe einer vollständigen Fauna Schlesiens (nebst Beschreibungen 
der einzelnen Arten;, wenn auch dieser Verzicht sich nur in der Nicht- 
erwähnung der Fauna in den Statuten äussert. 

Dagegen wurde ein engerer Anschluss unter den Mitgliedern 
dadurch herbeigeführt, dass statt der bisherigen monatlichen Sitzungen 
nunmehr wöchentHche eingeführt wurden. Diese Einrichtung, welche 
einige Male noch Anfechtungen fand, weil es nicht immer möglich 
war, für jede der Sitzungen Vorträge und Demonstrationen zu be- 
schaffen, ist dennoch bis jetzt aufrecht erhalten worden, weil sie 
wenigstens unter den Breslauer Mitgliedern einen Stamm regelmässiger 
Besucher der Sitzungen geschaffen und erhalten hat. Während nun 
das Vereinslebcn sich zu einem recht erfreulichen gestaltete, fehlte es 
doch nicht an manchen Erschütterungen. So zeigte sich im Jahre 1870 
die Xothwendigkeit, mit dem bisherigen Schriftführer Assmann ab- 
zurechnen. Herr Assmann hatte während der Pause (1859 — 1867) eine 
Reihe von Aufsätzen, die eingegangen wa'-en (namentlich Arbeiten 
Loew's), drucken lassen, dieselben aber nicht herausgegeben. Es wurde 
nun in der Sitzung vom 17. März 1870 beschlossen, Herrn Assmann 
aufzufordern, diese Aufsätze zu Heften zu complettircn, in den Buch- 
handel zu geben, zugleich aber auch über seine Ausgaben und Ein- 



*^ Uebcr den Tmfang der Vcreinssammlung^ war nichts zu ermitteln, nach Aussage 
des Herrn Dr. Wocke scheint die Samnilunfj indessen weder sehr gross noch besonders 
reich an werthvollen Arten gewesen zu sein. 



nahmen Rechnung abzulegen.*) Dieser Beschluss wurde am ii.Mai 1871 
noch verschärft durch das Verbot, fernerhin die Drucksachen noch selbst 
zu vertreiben. Die unerquickliche Angelegenheit, welche in mehreren 
Sitzungen zu sehr erregten Debatten Veranlassung gab, fand dadurch 
ihren Abschluss, dass der frühere Secretaer alle in seiner Verwahrung 
befindlichen Vereinshefte und Schriftstücke an den neuen SecretaT 
übergab, dass die von ihm aufgestellte Rechnung als richtig anerkannt 
und durch Auszahlung der für Herrn Assmann bleibenden Restforderung 
beglichen wurde. 

Eine zweite Erschütterung erfuhr der \'erein im Jahre 1879, als 
in der Generalversammlung sich bei der Wahl des Vorsitzenden eine 
Verschiedenheit der Meinungen ergab, in Folge deren die mit geringer 
Majorität gewählten neuen Vorsitzenden die Wahl ablehnten. Der Verein 
blieb so einige Wochen ohne Vorsitzenden und Kassirer, bis in einer 
ausserordentlichen Generalversammlung die bisherigen Vorsitzenden und 
der bisherige Kassirer mit grosser Mehrheit wieder gewählt wurden. 
In Folge der bei dieser Gelegenheit stattgefundenen Debatten wurde 
von einer Anzahl von Mitgliedern des Vereins ein besonderer natur- 
wissenschaftlicher Abendcirkel gebildet, der eine Reihe von Jahren 
hindurch neben dem Vereine bestand, ohne indessen demselben irgend 
welche ernstliche Concurrenz zu machen. 

Unter den Bestrebungen, welche namentlich in den ersten Jahren 
des reconstruirten Vereines auftauchten, leider aber nur wenig Bestand 
hatten, sind zu erwähnen: i. Berichte über die Witterung der einzelnen 
Monate während der Sammelzeit (März, April, Juni 1871); 2. gemein- 
same Excursionen, über welche in den wSitzungen Bericht erstattet 
wurde. Erfolgreicher und von längerer Dauer waren die Bemühungen 
des Vereins, den Mitgliedern das Sammeln dadurch zu erleichtern, dass 
ihnen von grossen Grundbesitzern das Sammeln gegen Vorzeigung von 
Legitimationskarten gestattet wurde. Diese Bestrebungen begannen im 
Jahre 1875 und haben zu folgenden Berechtigungen geführt: für 

1. die der Stadt Breslau gehörigen Weiden, Wiesen und P'orsten 
seitens des Brcslauer Magistrats; 

2. den Fürstensteiner und Salz-Grund seitens Sr. Durchlaucht des 
Fürsten von Pless; 

3. die zur Herrschaft Deutsch -I.issa gehörenden Forsten seitens 
Sr. Durchlaucht des Fürsten von Putbus; 

*; Am Ib. Januar 1858 war beschlossen worden, dass Herrn Assmann für alle von 
ihm etwa zu liefernden Abbildungen statt ba.ircn (ieldcs auf Vcrlanjjen die Vereinsschriften 
zum Selbstkostenpreise in entsprechender Zahl überlassen werden könnten. 



6 

4. den Forst zu Pilsnitz bei Breslau seitens des Herrn Geheimen 
Regierungsrath Landrath Herrn von Woyrsch;^) 

5. den Frorst des Rittergutes Masselwitz bei Breslau seitens des 
Besitzers Herrn Sachs; 

6. den Deich des Breslau-Oderstädtischen Deichverbandes seitens 
des Deichhauptmannes Herrn Rockel;^) 

7. die Deiche des Pilsnitz-Herrnprotscher Deichverbandes seitens 
des Deichhauptmannes Herrn Sachs. 3) 

Diese Legitimationskarten sind theils widerruflich ausgestellt, theils 
müssen sie für jedes Jahr erneuert werden (3 und 4). 

Eine Eingabe an die Kgl. Regierung zu Breslau um Gewährung 
von ebensolchen Legitimationskarten für die Kgl. Forsten Schlesiens 
wurde zwar abschläglich beschieden, indessen wurden, wie aus dem 
Rescript vom 28. März 1882 (3. III. 141 2) hervorgeht, die Oberförster 
und Forstschutzbeamtßn des Regierungs-Bezirks Breslau angewiesen, den 
Vereinsmitgliedern gegen eine Legitimation bei ihrem Sammeln so weit 
als möglich keine Schwierigkeiten in den Weg zu stellen. 

Während für jede der ersten 7 Berechtigungen eigene Legiti- 
mationskarten nöthig waren, erforderte die letzte wenn auch beschränkte 
Berechtigung die Einführung von Karten, welche nur für ein Jahr geltend, 
zugleich als Quittung für den gezahlten Jahresbeitrag dienten. Um die 
Mitglieder in den Stand zu setzen, sich in königlichen Forsten auf das 
obige Regierungsrescript zu berufen, wurde und wird das Aktenzeichen 
desselben auf die Rückseite der Jahreskarten gedruckt. Die Einführung 
dieser Karten erfolgte 1883. Hervorzuheben ist. dass keine dieser 
Berechtigungen seit ihrer Gewährung zurückgezogen worden ist, ein 
Beweis, dass die Vereinsmitglieder keinen Missbrauch bei ihren Excur- 
sionen getrieben haben. Nur einige kleinere Aussteilungen wurden 
dem Schriftführer im Laufe der Jahre mitgetheilt. 

Ueber den Mitgliederbestand des alten Vereins sind nur zerstreute 
Notizen vorhanden. So finden wir 1852 in dem Protokoll der General- 
versammlung bemerkt (Dezember I852), dass bis dahin 78 MitgHeder 
eingetreten und 16 davon wieder ausgetreten seien, der Verein also 

*; Der Wald aii.sserhalb der Wege darf der dort ^ehe^4en Fasanen wegen erst 
nach dem i. Juli betreten werden. 

2 Der Deu'h geht von der Lessinjirbrücke aus die Tferstrassc entlang weiter bis 
zum Strauchwehr, an der inneren Seite der alten Oder entlang bis zum Schiesswcrdcr 
und dann wieder an der Hauptoder entlanj^ bis zur I.cssinj^brücke. Inwieweit diese 
Karlen nach Krbauung des rm^chunghkanales noch nul/bar sein werden, muss die 
Zukunft lehren. 

^i Dieser Deich be^>innt von Breslau aus jenseits von Masselwitz und zieht am 
linken Ufer bis nach Herrnprotsc h. 



62 ordentliche Mitglieder zähle, Januar 1854 waren deren 70 vorhanden, 
ebenso 1855. Dem reconstruirten Verein traten zunächst 43 Mitglieder 
bei, welche in Heft I der neuen P'olge auch namentlich aufgeführt sind. 
Eine genaue Statistik ist aber erst vom Jahre 1876 an möglich und mag 
hier gegeben werden: 





.1876 


1877 


1878 


1879 


1880 1881 


1882 1S83 


1884 


1885 


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des Jahres 








































75 


69 


75 


80 


76 


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79 


74 


82 


85 


85 


85 


M2 


91 


88 


89 


8ü 


76 


79 


74 


Eingetreten 


4 


7 


7 


3 


7 


6 


I 


3 


12 


5 


4 


3 


12 


4 


4 


2 


2 


2 


7 


2 


4 


Ausgetreten 


9 





I 


6 


2 


1 





8 


3 


I 


4 


3 


2 


I 


4 





7 


4 


3 


5 


3 


Gestorben 


1 


I 


1 


I 


I 


I 








I 


I 








3 


4 


3 


I 


4 


2 


I 


2 





Bestand am 

Ende 

des Jahres 












































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75 


So 


7^> 


So 


78 


79 


74 


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85 


9^ 


91 


88 


89 


80 


7<> 


79 


74 


75 



Aus dieser Zusammenstellung geht hervor, dass die grösste Mit- 
gliederzahl im Jahre 1888 erreicht wurde und dass gegenw^ärtig wieder 
etwa die Durchschnittszahl vorhanden ist. 

Ausser den Mitgliedern, welche bereits bei Besprechung des 
lepidoptcrologischen Tausch Vereins erwähnt wurden, führen wir noch 
folgende frühere Mitglieder auf, die durch ihre literarische Thätigkeit 
allgemeiner bekannt sind: 

a) tür den alten Verein: 

Roger, Dr. med., Leibarzt in Räuden und Dr. med. H. Scholtz 
in Breslau. 

b) für den neuen Verein: 

Amtsgerichtsrath Friedrich (7 1890); Dr. phil. E. Haase (7 1894); 

Major a. D. v. Homeyer (ausgetreten 1886); Rcctor Letzner 

(f 1889); Dr. phil. W. Schneider (-;- 1889); Dr. phil. E. Schwarz 

(ausgetreten 1883). 

Ausser den ordentlichen Mitgliedern hat der V^erein auch Ehren- 

und seit 1883 auch correspondirende Mitglieder. Verstorben sind von 

den Ehrenmitgliedern ausser den schon oben erwähnten Herrich-Schäffer 

und Zeller noch Geh. Regierungsrath v. Kiesenwetter (7 1880); Professor 

Dr. Loew (7 1879); ^'^^ ^'^" correspondirenden MitgHedern ausser den 

schon erwähnten Dr. Haase und Dr. Schneider noch Christoph, Custos 

in Petersburg (f 1894) und Registrator Kabath in Breslau (7 1888). 

Gegenwärtig zählt der V'ercin noch 4 Ehrenmitglieder, nämlich die 
Herren Dr. L. Koch in Nürnberg (seit 1874); Dr. Kraatz, Berlin (seit 



i88i); E. Reitter, Paskau in Mähren (seit 1876); Dr. Staudinger, Blase- 
witz-Dresden (seit 1890) und 7 correspondirende Mitglieder, nämlich: 
H. Friese, Innsbruck (seit 1896); Oberlehrer Gerhardt, Liegnitz (seit I895); 
Professor Dr. Penzig, Genua (seit I883); Dr. O. Schmiedeknecht, Blanken- 
burg-Thüringen (seit 1884); Dr. G. v. Seidlitz, Königsberg i. Pr. (seit I890); 
Sparre-Schneider, Direktor des zoologischen Museums in Tronisö (seit 
1896); Lehrer Weise, Berlin (seit 1883). 

Vorstand. 

Der Vorstand bestand ursprünglich aus 3 Mitgliedern, dem Vor- 
sitzenden, Schriftführer und Kassirer; als letztere fungirten während des 
ganzen Bestehens des alten Vereins der Lithograph Assmann und der 
Kaufmann A. Neustadt. Vorsitzender waren 1847 Assmann, 1848 — 1852 
Dr. med. M. F. Wocke, von da an Lehrer Letzner. Hierzu traten noch 
als Bücherwart von 1847 — 1852 Dr. Wocke, 1854 — 1855 Destillateur 
Frief, 1856 — 1858 Fabrikant Stiller, endlich seit 1859 Assmann. Seit 
1867 wurde die Aufstellung von stellvertretenden Vorstandsmitgliedern 
für nöthig erachtet, insbesondere diejenige eines stellvertretenden Vor- 
sitzenden und Schriftführers. Als erster Vorsitzender fungierte von 1868 
bis zu seinem Tode 1889 Hauptlehrer Letzner, seitdem Dr. Wocke, 
als stellvertretender Vorsitzender von 1870 -1875 Professor Dr. Beinling, 
von da bis 1889 Dr. Wocke, seitdem Stadtrath Kletke. Schriftführer 
waren von 1868 an Assmann, 1870 Dr. Stricker, 1871— 1873 Oberamt- 
mann Naacke, 1873 — ^^75 Stud.phil. Eckert, 1876 — 1877 Stud. phil. Penzig, 
1878 — 1881 Dr.jur. F. Wocke, 1882 bis jetzt Realgymnasiallehrer Dittrich, 
als Kassirer fungirten 1868 — 1869 Kaufmann Neustadt, I870 Naacke, 
1871 Stricker, I872— 1884 Oberbergamts - Canzlist Rudel, 1885 — 1895 
Magistrats-Secretär A. Wilke, seitdem Eisenbahn-Betriebs-Secretär Jander, 
als Bücherwart bis 1872 Frief, 1873 — 74 Rudel, 1875 Fickert, 1876 bis 
1883 Dr. Wocke, 1884— 1887 Dittrich, 1888 — 1892 Gymnasiallehrer 
Dr. Goctschmann, 1893—1895 Rechnungsrath Schnabel, seit 1896 
Landcs-Secretär Lehmann. 



Vercinslokal und Vcreinsvcrsammlungen. 

Im alten Verein fanden ursprünglich die Versammlungen am ersten 
Sonnabend (1857 und 1858 am Donnerstag) eines jeden Monats und zwar 
seit 1851 spätestens 5 L'hr Naclimittags statt; von 1868 ab fanden 
wöchentliche Sitzungen statt und zwar bis 1871 Donnerstags, von da 



9 



an fast stets Freitags mit Ausnahme vom Winter 1877, in welchem die 
ersten Monatssitzungen Sonnabends abgehalten wurden und 1888 von 
Ende Mai an bis zum Jahresschluss, wo sie des Lokals wegen Mittwochs 
stattfanden. 

Vereinslokal war, wie schon bemerkt, von 1851 an eine Stube 
in der städtischen Realschule zum heiligen Geist; im neuen Vereine 
bis 28. August 1868 die Restauration von Rieger, Ecke Altbüsser- und 
Ohlauerstrasse, von da bis 25. Mai 1871 die Villa Nova auf der Grünen 
Baumbrücke, dann der Tichauer Keller (Blücherplatz) bis 21. Januar 1876; 
von da bis 9. Dezember 1882 das Cafe Restaurant (Carlsstrasse), dann 
bis 20. August 1886 das Hotel de Rome (Bischofstrasse), bis 20. August 
1886 die Schildkröte (Schuhbrücke) und seit dem 25. Mai 1888 der 
gelbe Löwe auf der Oderstrasse. Die Lokalfrage hat somit in dem 
Vereinsleben sehr häufig eine Rolle gespielt; oft liest man in den Proto- 
kollen Klagen über das schlechte Local, die mangelhafte Beheizung und 
Beleuchtung. 

Correspondirende Vereine und Gesellschaften. Als erste 
correspondirende Vereine werden 1850 erwähnt: der Verein für die 
Fauna der Provinz Preussen und der zoologisch-mineralogische Verein 
in Regensburg; 1852 w^erden 8 Vereine, 1859 17 erwähnt, 1876 32; 
1877 werden in Heft V^I der Zeitschrift für Entomologie 37 Vereine 
namentlich aufgeführt, von da an ist die Zahl fast ununterbrochen im 
Steigen geblieben und hat gegenw^ärtig die Höhe von 85 erreicht. 

Die Bücherei wurde 1849 begründet durch ein Geschenk des 
Dr. phil. W. Schneider, der dem Verein 5 meist ältere entomologische 
Werke übergab. Diesem folgten später Ueberweisungen seitens des 
Oberlehrer Dr. Zeller und des Herrn v. Uechtritz, der eine Anzahl von 
Manuscripten, besonders Abschriften und Auszüge aus entomologischen 
Werken schenkte. Dazu .traten natürlich die Werke der in Schriften- 
austausch getretenen Gesellschaften. Auch der wiederhergestellte Verein 
musste sich zunächst aus Mangel an Geldmitteln^) darauf beschränken, 
seine Bücherei durch Geschenke und Werke der tauschenden Vereine 
zu vergrössern. Erst seit den 80 er Jahren gestattete die erstarkte 
Vereinskasse das Mithalten von Zeitschriften (entomologische Nach- 



*) Musste der Verein doch, als es sich um den Druck des Käferverzeichnisses 
handelte, die nothigen Geldmittel bei Herrn Letzner borgen. Krst 1879 konnte der letzte 
Rest der aufgenommenen Schuld zurückgezahlt werden. 



10 



richten, Wiener entomologische Zeitung, Stettiner entomologische Zeitung*) 
und die Anschaffung grösserer entomologischer Werke, von denen wir 
nur erwähnen wollen: Erichson, Käfer Deutschlands; Sturm, Deutsch- 
lands Insekten (Käfer); Hübner, Geschichte europäischer Schmetter- 
linge (Raupen); v. Heinemann, Die Schmetterlinge Deutschlands und 
der Schweiz. Vom Jahre 1884 an erfuhr die Bücherei insofern eine 
Umänderung, als in derselben nur noch die eigentlichen entomologischen 
Schriften und Abhandlungen zur Aufbewahrung gelangten. Diese seit- 
dem festgehaltene Art war zu einer zwingenden Nothwendigkeit ge- 
worden, denn die Zahl der dem Verein zugehenden Werke wuchs mit 
der Anzahl der correspondirenden Vereine derart an, dass nicht 
einmal an ein Einbinden derselben, viel weniger noch an eine ordnungs- 
gemässe Aufstellung gedacht werden konnte. Nach Fertigstellung dieser 
Arbeit und Anfertigung eines Verzeichnisses erfolgte die Aufstellung der 
wesentlich verkleinerten Bücherei im Vereinslokale in zunächst einem 
Bücherschranke. In derselben Zeit wurde, um die vorhandenen Werke 
den Mitgliedern bekannt zu machen und damit die Benützung der 
Bücherei zu steigern, ein Lesezirkel eingerichtet, in welchem nicht nur 
die bereits gebuchten Nummern der Bibliothek, sondern auch die neu 
einlaufenden Zeitschriften unter den Mitgliedern coursirten. Gegenwärtig 
erfordert die Bücherei, welche 1750 Nummern zählt, 2 Schränke, deren 
Aufstellung im Vereinsiocale die Schwierigkeit, ein passendes Local zu 
finden, wesentlich erhöht. 

Die Leistungen des Vereins werden sich am besten aus den 
am Schlüsse dieses Aufsatzes zusammengestellten Abhandlungen ergeben, 
welche in der Zeitschrift für Entomologie erschienen sind. Indessen sei 
es vergönnt, ausserdem noch einige kleine Bemerkungen zuzufügen. 
Welchen Fortschritt in der Erkenntniss der schlesischen Fauna wir dem 
Verein und seinem Vorläufer verdanken, zeigt sich am klarsten auf 
dem Gebiete der Lepidopterologie, wenn wir die kleine aus den Tausch- 
berichten und der Vereinszeirschrift zusammengestellte Tabelle über die 
Zahl der bekannten schlesischen F'alter betrachten, wobei wir das An- 
wachsen der Zahlen selbstverständlich nicht als Endzweck des Strebcns, 
sondern nur als Masstab für den F'ortschritt der Kenntnisse ansehen. 



*) Ausser anderen wcrthvollen Gaben z. B. Linke: Die Deutschen Pflanzen in natur- 
getreuen Abbildungen auf 500 Tafeln (durch Herrn Gutsbesitzer Müller; erhielt der Verein 
als Geschenk die Jahrijange i<S()i — 1SS4 der Stettiner entomologischen Zeitung durch Herrn 
Grafen Matuschka. 



11 



Es werden als schlesisch aufgeführt: 








Jahrgang 


Macrolep. 


Microlep. 


Summa 






1840 


448 


29 


477 






1841 


654 


235 


889 


In den 
Tauschberichten 




1842 
1843 
1844 


789 
800 

837 


430 

781 
817 


1219 
1581 
1654 






1845 


863 


831 


1694 






1846 


886 


857 


1743 




t 


1851 


870 


1020 


1890 


In der Zeitschrift 




1853*) 


922 


•^>73 


1995 


für Entomologie 




1856 
1872/73 


945 
972 


13-13 


2097 
^315 



Leider lässt sich eine ähnliche Tabelle für die schlesischen Käfer 
nicht aufstellen, da dem Letzner'schen Verzeichnisse der schlesischen 
Käfer 187 1 nur die beiden Arbeiten von Kelch und Roger über die 
oberschlesischen Käfer vorausgegangen sind. Während diese Ver- 
zeichnisse 2180 bezv^r. 2750 schlesische Käfer aufführen, enthält das 
Verzeichniss von Letzner i. Auflage 4028, die 2. Auflage 4223 Arten. 
Das Verzeichniss der schlesischen Neuropteren von W. Schneider, 1881 
veröffentlicht, enthält 197 Arten, dürfte also, wie der Verfasser selbst 
bemerkt, noch sehr lückenhaft sein. 

Das Verzeichniss der schlesischen Heteroptera von A. Assmann, 
1854 herausgegeben, führt 478 Arten auf 

Sonst sind in den Sitzungsberichten noch die schlesischen Bombus-, 
Andrena- und Nomada- Arten veröftentlicht; zusammenhängende Kataloge 
der schlesischen Hymenopteren sowie der übrigen Insektenordnungen 
fehlen aber noch durchaus. 1876 gab C. Fickert ein Verzeichniss der 
schlesischen Spinnen, welches 356 Arten enthält. 

Von vollständigeren Bearbeitungen grösserer Gruppen aus der 
schlesischen Fauna, die in der Zeitschrift für Entomologie erschienen 
sind, erwähnen wir nur diejenigen der Laufkäfer durch Letzner 1847 
bis 1852 und der Myriopoden durch Dr. E. Haase 1881 — 1887; bezüglich 
der zahlreichen Bearbeitungen einzelner Insekrenfamilien, Gattungen, Arten 
und Varietäten verweisen wir auf die Zusammenstellung am Schlüsse. 



*) Vergl. Catalogus Lepidopterorum Silesiac. Auf Veranlassung des Vereins für 
schlesische Insektenkunde zu Breslau zusammengestellt von Dr. M. Wocke, 1853. In Coram. 
bei J. U. Kern. 



12 



Von der Zeitschrift für P^ntomologie sind erschienen: 



Alte Folge 


Heft 


I- 


-3 1847—49 


Neue Folge 


Heft 


I 1870 


= 


s 


4 


1850 


-- 


'■ 


2 1871 


'. 


= 


5 


185I 


■r. s 




3 1872 


'- 


-' 


6 


1852 


'- 


= 


4 1874 






7 


nie erschienen 


Entomologische Miscellen 1 8 74 ^) 


-, 


- . 


8 


1854 


Neue Folge 


Heft 


5 1876 




-•= 


9 


1855 


-: 


= 


6 1877 


^ 




lO 


1856 


= 


'- 


7 1879 


. 


-- 


II 


1857 






8 1881 


' 




12 


1858 


■. 




9 1884 


-■: 




13 


1859 


:; 




10 1885 


- 




14 


1860 






II 1886 


-■ 


- 


15 


1861 


i 


ar. bis 


12 1887 
2 1 1 896 



Verzeichniss der in der Zeitschrift für Entomologie 
erschienenen Aufsätze. 



/ Insecta. 

A. Assmann: Beiträge zur Insektenfauna der Vorwelt. N. F. I. 
R. Dittrich: Dr. Wilhelm Schneider. Nachruf. N. F. XIV. 

Nachruf auf Carl Letzner. N. F. XV. 

Dr. phil. Erich Haase. Nachruf. N. F. XIX. 
C. Fickert: Die Geschichte der schlesischen Fauna. . N. F. V. 

Sajö: Die Statistik auf dem Gebiete der Entomologie, im 

Dienste der Zoogeographie und Zoophaenologie. N. F. VIII. 

Daten zur Insekten-Statistik von Kiz-Szent-Miklös. N. F. 

VIII. nebst Anhang. 

Coleoptera. 
Fein u. E. Haase: Beobachtungen über Fundorte und Fangzeiten einiger 
interessanteren oder selteneren schlesischen Käfer. 
N. F. VIII. 



*' Als Festschrift zur Bcgrüssung der 1S74 in Breslau tagenden Versammlung der 
deutschen Naturforscher und Aerztc vom Vereine herauspejjeben. 



13 



<t 



Fein u. Kletke: 



J. Gerhardt: 



Beobachtungen über Fundorte und Fangzeiten einiger 
interessanteren oder selteneren schlesischen Käfer. 
N. F. IX. 

Hydrobius Rottenbergii n. sp. N. F. IV. 
Eine Excursion an das Schwarzwasser bei Liegnitz 
nach der Ueberschwemmung am 3. April 1869. Entomo- 
logische Miscellen 1874, 

Eine für Deutschland neue Limnebius-Art. N. F, V. 
Zur Gruppe A. der Rottenberg'schen Laccobius-Arten. 
N. F. VI. 

Ueber schlesische Anaspis- und Silaria-Arten, ebenda. 
Omalium affine n. sp., ebenda. 

Zur Unterscheidung der Arten aus der Gruppe der 
Haliplus ruficoUis De Geer, ebenda. 
Zwei neue Haliplus-Arten, ebenda. 
Ueber Herbst- und Winter-Käfer. N. F. VII. 
Zu Philonthus ebeninus Grav., concinnus Sharp und 
dimidiatus Sahlb. N. F. XIII. 
Käferfänge unter Menschenkoth. N. F. XIII. 
Beiträge zur Unterscheidung unserer schlesischen 
Coeliodes-Arten aus der Gruppe des Coeliodes quercus. 
N. F. XIV. 

Zu Stenocarus (Coeliodes) fuHginosus Marsh, und guttula 
F., ebenda. 

Ein noch unbeschriebener Käfer (Olibrus Gerhardti 
Flach), ebenda. 

Zugänge zur schlesischen Coleopteren- Fauna. N. F. 
XV, XVI 

Mniophila muscorum Koch und M. Wroblewskii Wanko- 
wicz. N. F. XVI. 

Summarisches Verzeichniss der Käferarten Schlesiens 
sowie derer von Europa und Deutschland, ebenda. 
Zum Numerus der schlesischen Käfer, ebenda. 
Zu Platysthetus cornutus Gyll und P. alutaceus Thoms. 
N. F. XVIII. 

Stenus Kolbei n. sp., ebenda. 

Novitäten der schlesischen Koleopterenfauna für 1892, 
ebenda. 

Neue Varietäten bekannter und neue Fundorte seltenerer 
schlesischer Käfer aus dem Jahre 1892, ebenda. 



14 



J. Gerhardt: Berichtigungen und Ergänzungen zur IL Auflage des 

Verzeichnisses der Käfer Schlesiens für 1892, ebenda. 
:. Neuheiten der schlesischen Koleopterenfauna aus dem 

Jahre 1893. N. F. XIX. 

Die Artrechte von Elmis Megerlei Dft. (1805) = Kirschii 

Gerh. (1869) = Maugei Bedel ex p., ebenda. 
= lieber das Reinigen der Käfer durch Kochen, ebenda. 

Neuheiten der schlesischen Käferfauna von 1894. N. F. XX. 

Seminolus (Byrrhus auct.) arietinus Steffahni, ebenda. 

Neue Fundorte seltenerer schlesischer Käfer aus den 

Jahren 1893 und 1894, ebenda, 
s Neuheiten der schlesischen Coleopterenfauna für 1895. 

N. F. XXI. 

Neue Fundorte seltener schlesischer Käfer aus dem Jahre 

1895, ebenda. 
G. Joseph: Beobachtungen über das Leuchten der Johanniskäfer 

und die Käferfauna von Venedig. A. F. VIII. 
W. Kolbe: Unter Moos lebende Käfer, N. F, XVII. 

Die Entwickelung von Mylabris viciae Oliv. N. F. XVIII. 
= Beiträge zur Larvenkenntniss schlesischer Käfer. N. F. 

XIX, XX. 

Mittheilungen über die Entwickelung schlesischer Käfer. 

N. F. XXI. 
G. Kraatz: Ueber die Verwandten der Phytodecta viminalis L. 

N. F. VII. 

Die schlesischen Varietäten des Carabus cancellatus, 

ebenda. 

Letzneria, eine neue europäische Bockkäfer - Gattung, 

ebenda. 
K. Letzner: Beschreibung der Laufkäfer Schlesiens. A. F. I — III, 

I\^ V, VI. 
= Ueber Cr\'ptocephalus Betulac nanae und Donacia 

palustris Schill. A. F. VIII. 

Verzeichniss der bisher beobachteten und bekannt 

gemachten Larven europäischer Koleopteren. 1 Tf. 

A. F. IX. 

Die Larvensäcke der Clythra Scopolina, des Crypto- 

cephalus Pini und C. janthinus. A. F. IX. 

Cassida lineola und ihre Stände. A. F. IX. 



15 

K. Letzner: Beiträge zur Verwandlungsgeschichte der Coccinellen 

A. F. XI. 

Bostrychus stenographus Duft, muss fortan B. sexdentatus 

Börner heissen. A. F. XII. 

Zur Geschichte des Ptinus bidens Oliv. A. F. XII. 

Zwei Necrologe schlesischer Entomologen (Weigel, 

Köhler). A. F. XII. 

Eine Pfingstexcursion in's Riesengebirge. N. F. I. 

Ueber Mordellistena parvula Gyl. (pusilla Redt) und 

M. inaequalis Muls. N. F. I. 

Verzeichniss der Käfer Schlesiens. N. F. II. 

Ueber den gegenwärtigen Status der Coleopteren-Fauna 

Schlesiens. Entomologische Miscellen. 1874. 

Erirhinus Gerhardti n. sp., Gymnetron Schwartz^ n. sp. 

N. F. III. 
= Nachträge zu seinem Verzeichnisse der Käfer Schlesiens. 

N. F. V. 
= Zugänge zur schlesischen Coleopterenfauna. N. F. XIV. 

K. Letzner (J. Gerhardt): Verzeichniss der Käfer Schlesiens. II. Aufl. 

N. F. X— XVI. 

E. Müller: Rhagium svcophanta Schrank var. latefasciatum Müll. 

N. F. XV. ' 

Pietsch: Eine neue Eudectus-Art (E. Gerhardti). N. F. XIX 

E. Reitter: Bemerkungen über die Arten der Gattung Monotoma. 

N. F. VI. 
J. Roger: Verzeichniss der bisher in Oberschlesien aufgefundenen 

Käferarten. A. F. X. 
W.G.Schneider: Einige neue Varietäten von Coccinelliden. N. F. VIII. 

Eine abnorme Färbung von Cetonia aurata L. N. F. VIII. 

E. Schwarz: Zur Kenntniss der europäischen Philhydrus - Arten. 

N. F. III 
E. Schwarz und K. Letzner: Verzeichniss der während der Frühjahrs- 

Ueberschwemmung im Jahre 187 1 bei Breslau gefangenen 

Käferarten. Ent. Misz. 1874. 
J. Weise: Mittheilungen über das Sammeln von Käfern und über 

die Fangstellen im Glatzer Gebirge. N. F. XII. 
A. Wilke: Ueber eine interessante Varietät von Toxotus Cursor 9- 

N. F. X. 



16 



A. Assmann; 



E. Ph. Assmuss: 



O. Buchheister: 

H. Christoph: 
Czeczatka: 



G. Frief: 
E. Haase: 



V. Heinemann; 

Hiller: 

Th. Kittsteiner: 

Lehmann: 



Lepidoptera. 
Berichtigung und Ergänzung der schlesischen Lepido- 
pteren Fauna. A. F. I.— III, V. 

Eine Exkursion nach Clarenkranst und die Raupe und 
Puppe der Melitaea Britomartis. Assmann, A. F. IV. 
Zu Hipparchia Pamphilus var. Lyllus. i Taf. A. F. V. 
Efster Nachtrag zur schlesischen Lepidopteren- Fauna. 
A. F. VI. 

Ueber das Präpariren der Raupen für die Sammlungen. 
A. F. VI. 

Einige Bemerkungen zu vorstehendem Aufsatze (von 
Prittwitz) u. Auseinandersetzung von Pales und Arsilache 
nach Mayr-Dürr. A. F. IX. 

Die ersten Stände von Noctua conflua und ein Zwitter 
dieser Eule. A. F. IX. 

3. Nachtrag zur schlesisch. Lepidopteren-Fauna. A. F. XII. 
Coenonympha Anaxagoras, eine neue Varietät der 
Coenonympha Iphis und ein Beitrag zur Naturgeschichte 
von Larentia Pyropata A. F. X. 

Aphorismen zur Kenntniss der Deutschen Zygaenen. 
A. F. XII. 

Entomologische Reise im Süden des Caspisees. N. F. XVI. 
Praktische Winke für die Zucht von Dasychira Abietis. 
N. F. XI. 

Ein Beitrag zur Naturgeschichte des Stauropus Fagi. 
N. F. XII. 

Ueber Notodonta crenata. A. F. VIII. 
Ueber sexuelle Charaktere bei Schmetterlingen. N. F. IX. 
Zur Kenntniss der sexuellen Charaktere bei Schmetter- 
lingen. N. F. X. 

Der Duftapparat von Acherontia. N. F. XL 
Zehn neue Mikrolepidopteren. A. F. VIII. 
Die Zucht von Dasychira Abietis. N. F. X. 
Ein Mittel gegen das Oeligwerden der Schmetterlinge. 
N. F. IX. 

Zur Zucht von Papilio Podalirius L. und Melitaea Cinxia. 
L. N. F. IX. 

Der Kremaster der Schmetterlingspuppen. N. F. IX. 
Zur Biologie der Raupe von »Eriopus purpureofasciata 
Piller«. N. F. IX. 



17 



W. Martini: 
H. B. Möschler: 

A. Neustadt: 

A. Nohr: 
V. Prittwitz: 
O. Raacke: 
G. Standfuss: 



M. Standfuss: 



M. F. Wocke: 



Coleophora Ochrea var. thuringiaca. N. F. XII. 
lieber das deutsche Bürgerrecht von Ochsenheimeria 
ßirdella Curt. N. F. VII. 

Beitrag zur Kenntniss der im Monat JuH in Gräfenberg 
und am Altvater vorkommenden Falter- Arten. A. F. IX. 
Die Makrolepidopteren des Trebnitzer Gebirges. A. ¥. XI. 
Nachträge zur schlesischen Lepidopteren-Fauna. A. F. IX. 
Eier, Raupe und Puppe von Helia Calvaria. N. F. VII. 
Die Raupe von Hiparchia Euryale. A. F. I — III. 
Eupithecia silenata Standf, A. F. I — III. 
Lepidopterologische Beiträge zur Kenntniss der Isar- 
wiesen. A. F. I — III. 
Eudorea pctrophila Standf. A. F. I — III. 
Lepidopterologische Beiträge zur Kenntniss der See- 
felder bei Reinerz und ihrer Umgebung. A. F. IV, V. 
Die Raupe von Macroglossa Oenotherae. A. F. V. 
Cidaria turbulata, ein neuer schlesischer Spanner, A. F. V. 
Beobachtungen an den schlesischen Arten des Genus 
Psyche (Schrank) und V^ersuch einer Systematik sämmt- 
licher, der europäischen Fauna angehörenden, Vertreter 
dieses Genus. N. F. Vll. 
Entomologische Mittheilungen. N. F. VIII. 
Lepidopterologische Mittheilungen. N. F. IX. 

Eine Wanderung durch das Altvater- Gebirge und die 
Grafschaft Glatz. N. F. IV. 

Zweiter Nachtrag zur schlesischen Lepidopteren-Fauna 
und Beschreibung der Gelechia pudorina. A. F. X. 
Verzeichniss der Falter Schlesiens Macrolep. N. F. III. 

Microlep. N. F. IV. 
Drei Lepidopteren-Zwitter Ent. Misz. 1874. 
Beiträge zur Lepidopterenfauna Schles.: i. Nachträge 
zum Verzeichnisse der Falter Schlesiens; 2. Verschiedene 
Beobachtungen. N. F. V. 

Ucber einige wenig bekannte oder neue Falter der 
deutschen Fauna. N. F. VI. 

Nachträge zum Verzeichniss der Falter Schlesiens. N.F. VI. 
Lepidopterologische Mittheilungen. N F. VII. 
Bemerkungen zu dem Verzeichniss der Falter Schlesiens. 
N. F. IX. 

2 



18 



M. F. Wocke: Nachträge und Bemerkungen zur Fauna der schlesischen 
Falter, ebenda, 
s Zwei neue Gelechiden. N. F. XII. 

^ Ueberwinternde schlesische Schmetterlinge. N. F. XIV. 

P. C. Zeller: Bemerkungen zu einigen für Schlesien neuen Falter- 
Species. A. F. IV, V, VI. 
:= Neue Arten für die schlesische Fauna. A. F. VIII. 

Hymenoptera. 
R. Dittrich: lieber Andrena praecox 9 und Astacus fluviatilis 9 i^it 

theilweise männlichen Kennzeichen. N. P". XIII. 

Ein Cyklop von Apis mellifica L. N. F. XVI. 
O. Schmiedeknecht: Ein Tag auf den Balearen. N. F. IX. 

D i p t e r a. 
H. Loew: Ueber schlesische Dipteren und zwar die Gattungen 

Sapromyza, Palloptera und Loxocera. A. F. XI. 
= Ueber die den Roggen in den Provinzen Schlesien und 

Posen vernichtende Fliegenmade. A. F. XII. 
Ueber die europäischen Helomyzidae und die in 
Schlesien vorkommenden Arten derselben. A. F. XIII. 
= Ueber die schlesischen Arten der Gattungen Tachypeza 

Macq. und Microphorus Macq. A. F. XIV. 
5 Ueber die bisher in Schlesien aufgefundenen Arten der 

Gattung Chlorops Macq. A. F. XV. 
5 Die deutschen Arten der Gattung Azelia R. Desv. 

Ent. Misz. 1874. 
= Spathiogaster ambulans Fbr. u. Schummelii Lw. N. F. V. 

s Revision der Blepharoceridae. N. F. VI. 

V^ V. Röder: Ueber die Gattung Hammerschmidtia Schummel. N. F. XIII. 
= Ueber das (^ von Thereva (Dialineura) microcephala 

Lw. N. F. XVI. 
= Ueber Syrphus tarsalis Schummel. N. F. XVI. 

H. Scholtz: Ueber den Aufenthalt der Dipteren während ihrer ersten 

Stände. A. F. I— III, Nachtrag IV. 
:: Beiträge zur Kunde der schlesischen Zweiflügler. 

A. F. IV, V. 

Neuroptera. 
W. G.Schneider: Verzeicfiniss der Neuropteren Schlesiens. N. F. X. 



19 



Hemiptera. 
A. Assmann : Verzeichniss der bisher in Schlesien aufgefundenen wanzen- 
artigen Insecten. A. F. VIII. 
H. Scholtz: Etwas über die Lebensweise der Tingiden. A. F. IV. 

Arachnoidea. 
C. Fickert: Verzeichniss der schlesischen Radspinnen (Orbitelae 

Latr). Ent. Misz. 1874. 
' Ueber einen Ausführungscanal der männlichen Copula- 

tions-Organe bei den Araneiden. i Taf. Ent. Mise. 1874. 
Verzeichniss der schlesischen Spinnen. N. F. V. 
Ueber die Unterscheidungs-Merkmale der 3 deutschen 
Atypus-Formen. N. F. VI. 

Myriapoda. 
E. Haase: Schlesiens Chilopoden, II. Chilöp. epimorpha. N. F. VIII. 

' Beitrag zur Phylogenie und Ontogenie der Chilopoden. 

N. F. VIII. 
5 Schlesiens Symphylen und Pauropoden. N. F. X. 

Schlesiens Diplopoden. N. F. XI, XII. 



2» 



Zu Cleonus turbatus Fahrs. und C. glaucus Fahr 

Von 

J. Gerhardt-Liegnitz. 

Im neuesten Cataloge der europäischen Käfer von 1893 vereinigt, 
treten Cleonus turbatus und glaucus bei Seidlitz (Fauna transs. p. 660) 
als eigene Arten auf. Ich konnte mich für diese Auffassung schwer 
entscheiden, da — abgesehen von der Beschaffenheit der Decken-Ober- 
fläche — die Aehnlichkeit beider Formen eine ungewöhnliche, geradezu 
frappirende ist. Meine Hoffnung jedoch, Uebergänge zu finden, die mich 
hätten in den Stand setzen können, die im Cataloge erfolgte Zusammen- 
ziehung zu unterschreiben, erfüllte sich nicht, trotz der grossen Zahl 
untersuchter Stücke. Von C. turbatus hätte ich Tausende, von glaucus 
leicht 100 untersuchen können, ich benützte jedoch nur von ersterem 
häufigen 42, von letzterem seltenen 72. Von turbatus wählte ich die 
augenfällig von einander verschiedensten Formen, von glaucus natürlich 
auch, obschon hier augenfällige Unterschiede selten hervortreten. Die 
Seidlitz'schen Unterschiedsangaben sind zwar, wie gewöhnlich, knapp 
gehalten, treffen aber das Richtige. Sie zu ergänzen sei der Zweck 
dieser Arbeit. 

Was zunächst die Sculptur betrifft, so giebt Seidlitz dem C. turbatus 
auf jeder Decke zwei Schrägflecke und einen Spitzenfleck, dem C. 
glaucus nur einen Schrägfleck hinter der Basis und einen nackten Fleck 
vor der Spitze. Im Allgemeinen ist dagegen nichts zu sagen. Doch 
führt die Untersuchung vieler Objecte auch zu Ausnahmen von der 
Regel. So giebt es bei turbatus Stücke, denen der zweite und von 
glaucus solche, denen der vordere Schrägfleck fehlt. 

Bei Seidlitz hat der erste Schrägfleck von turbatus 3, von glaucus 
2 furchenartig vertiefte Streifen. 

Von den 42 nach dieser Richtung hin untersuchten Stücken des 
turbatus hatten jedoch 2 sechs, 27 fünf, 7 vier und nur 6 drei vertiefte 
Streifen. Von diesen vertieften Streifen sind nun die drei innersten 
gewöhnlich die längsten, und eben diese nur hebt Seidlitz hervor. 



22 



Von den glaucus-Stücken zeigten im Basal-Schrägfleck ii drei 
I vier und 4 keine, die übrigen alle 2 vertiefte Streifen. Seidlitz giebt 
demnach hier die Normalzahl an. 

Der mittlere Schrägfleck, bei glaucus stets ausgebildet fehlend, 
zeigte bei demselben turbatus-Material 14 Individuen mit zwei, 24 mit 
drei, 3 mit fünf und i mit sechs vertieften Streifen. Da die zwei der 
Nath zunächst gelegenen Streifen die längsten sind, so ist die Seidlitz^sche 
Angabe darnach zu verstehen. 

Der kahle Fleck vor der Spitze ist in seiner Ausbildung wesent- 
lichen Veränderungen nicht unterworfen. 

Was die Behaarung anlangt, so ist es richtig, von turbatus 
»scheckig«, von glaucus »dicht weisslich« behaart zu sagen. Zur Er- 
gänzung füge ich jedoch noch hinzu, dass die scheckige Art der Be- 
haarung bei turbatus nicht blos durch den Wechsel von kahlen und 
behaarten Stellen hervorgerufen wird, sondern vielmehr noch durch die 
Färbung der Haare. An den Stellen, wo das Weiss znrücktritt, ist die Be- 
haarung, wenn solche nicht überhaupt fehlt, braun, zugleich kürzer und feiner. 
Stets so ist sie längs der Nath. Nur 1 Stück machte hinsichtlich der 
Färbung eine Ausnahme : bei ihm war auch die Partie längs der Nath weiss. 

Die Penisbildung lässt Unterschiede nicht wahrnehmen. Aeusserlich 
lassen sich die cT beider Arten leicht am letzten Abdominalsegment 
erkennen. Dasselbe ist an der Spitze leicht ausgebuchtet und die diese 
Ausbuchtung bekleidenden gelblichen Haare verdichten sich gegen die 
Mitte derselben. Beim 9 ^^t der Spitzenrand des letzten Segments 
gleichmässig gerundet und ebenso behaart. Die demselben vorangehenden 
Segmente sind beim cT gewölbt, beim 9 Aach. — Nur einen Sexual- 
unterschied mehr besitzt turbatus. Bei ihm sind die Decken der 9 stets 
etwas länger, als die ihrer cf. Da hierin die blosse Ocularinspection leicht 
täuscht, habe ich eine grössere Anzahl beider Geschlechter von turbatus 
nach dem Metermaass beurtheilt. Die sorgfältige Messung ergiebt für cT 
und 9 einen durchschnittlichen Deckenlängen-Unterschied von 0,5 mm. 
Bei glaucus fällt dieser Unterschied gänzlich fort. 

In der Summe der Beobachtungen über beide Arten hinsichtlich 
der Sculptur, Behaarung und Geschlechtslänge liegt die Bedeutung beider 
als selbstständige Arten. Vielleicht gelingt es weiterer Beobachtung, 
noch andere haltbare Unterschiede zu entdecken. 

Als glaucus var. minor m. möchte ich Exemplare bezeichnen, 
welche mit einer Minimal-Deckenlänge von 0,7 mm. das Fehlen eines 
Basal-Schrägflecks verbinden. 



23 

Zu Ceuthorrhynchus barbareae Sffr, cyanopterus Rdtb. 

Von 
J. Gerhardt-Liegnitz. 

Dieser Rüssler gehört zu den grösseren blauen, oben un- 
beschuppten Ceuthorrhynchen mit Basalzzähnen an den Klauen. Nicht 
immer ist die Oberseite ganz blau, immer jedoch die Decken und die 
zwei ersten, verwachsenen Ventralsegmente. Kopf und Halsschild sind 
meist ganz dunkelblau, selten bei frischen Stücken oben schwarz und an 
den Seiten blau, oder ganz schwarz. Sehr selten hat der Kopf Messing- 
schimmer. Rüssel, Fühler und Beine sind stets pechschwarz, meist auch 
das Pygidium. Von der Unterseite neigen das Mesosterum und die letzten 
Bauchsegmente zur Annahme schwarzer Färbung. 

Ich nenne die Form frischer Stücke mit schwarzem Kopf und 
Halsschild nigricollis m. 

Die Oberseite ist äusserst fein niederliegend behaart. Auf dem 
Halsschilde treten die Härchen nicht einmal aus ihren Punkten, an deren 
Basis sie befestigt sind, heraus und sind nur von halber Punktlänge. 
Ebenso kurz sind dieselben auf den Decken. Da hier jedoch die Punkte 
viel kleiner sind als auf dem Halsschilde, so nehmen die Haare Punkt- 
länge an. Bei dem verwandten C. ignitus Germ, sind die Haare der 
Oberseite zwar auch sehr winzig, immer aber fast noch einmal so lang 
als bei barbareae. Die Halsschildhaare von ignitus haben nach den vier mir 
vorliegenden Exemplaren das Eigenthümliche, dass sie im Punkte sich 
seitwärts kehren und über seinen Rand hinwegreichen. Bei beiden 
Arten bilden die Deckenpunkte unregelmässige Doppelreihen und vor 
der Spitze der Decken befindet sich eine Raspelpartie mit wenig vor- 
tretenden Körnchen, von dem Spitzensaum durch einen massigen Ein- 
druck geschieden. 

Die Brustschuppen werden bei barbareae als rund oder fast kreis- 
rund bezeichnet. Sie sind nie völlig rund, am wenigsten die auf dem 
Sternum des Meso- und Metathorax und auch die Seitentheile dieser 
Bruststücke sind andersartig beschuppt, denn auf der Basis eines jeden ihrer 
dicht gestellten runden Punkte befindet sich eine anliegende, weisse 
Schuppe, die zwar die Länge des Punktes ausfüllt, nicht aber genau 
dessen Breite, eine Schuppe, die, an der Basis breit, nach der Spitze 
hin schmäler wird und an der Spitze selbst abgerundet ist, so dass sie 
unter gewöhnlicher Loupe wohl als rund erscheinen kann. Auf Kopf- 



24 

und Halsschild sind die Punktzwischenräume, unter sehr scharfer Loupe 
gesehen, deutHch chagrinirt, daher etwas matt; bei ignitus nicht chagrinirt, 
deshalb glatt und glänzend. 

Zu den von Weise angeführten Sexualeigenthümlichkeiten des ^f 
(D. E. Z., 1883, p. 332) möchte ich ergänzend hinzufügen, dass der Ein- 
druck auf dem letzten Abdominalsegment allerdings quer, aber nicht 
gerade besonders tief, immer aber breiter ist als beim 9 » dessen Eindruck 
sogar manchmal tiefer, dann aber immer viel schmäler erscheint, als 
beim cf, meist jedoch nur angedeutet ist oder ganz fehlt. Ausserdem 
sind beim (^ die beiden ersten Ventralsegmente flach eingedrückt, beim 
9 massig gewölbt. Die Insertionsstelle der Fühler befindet sich bei 
den cf näher der Spitze, beim 9 ^^ ^^^ Mitte des längeren Rüssels. 
Dieser besitzt in der Gegend der Fühlerinsertion oben in der Mitte beim 
cf eine deutliche Längsfurche, die beim 9 entweder gänzlich fehlt oder 
nur schwach angedeutet ist. 

Das cT hat einen von der Basis bis zur Fühlerinsertion streifig- 
I)unktirten Rüssel, beim 9 i^* ^^^ ^^^^ Basalpartie punktirt, bei beiden 
nimmt die Dichtigkeit der Punktirung nach der Spitze zu ab. In beiden 
Geschlechtern haben die Vorderschenkel kaum eine Andeutung von 
Zahnbildung, die Mittelschenkel besitzen ein ganz kleines scharfes und 
die Hinterschenkel ein etwa mitelgrosses ebensolches Zähnchen. Das 
Zähnchen an der innern Spitze der Mittel- und Hinterschienen beim (^f 
tritt wenig vor, ist aber vorhanden, wenn auch zuweilen durch Haare 
verdeckt. 

Der Name »barbarea« scheint andeuten zu sollen, dass das Thier 
auf dem Barbenkraut (Barbarea vulgaris oder stricta) zu finden sei. 
Suffrian mag es darauf gefunden haben. Bei uns in Schlesien würde 
man es darauf vergeblich suchen. Indess theilt es die Vorliebe für 
Cruciferen mit seinen vielen Verwandten, insofern es auch eine, nur etwas 
seltenere Kreuzblume aufsucht, Dentaria enneaphyllos, nämlich ein in Berg- 
gegenden auf Rothbuchenlauberde gedeihendes, schon im Mai (blassgelb) 
blühendes, im Juni fructificirendes und im Juli bereits vergelbtes Kraut. 
Ich fing im Juni v. J. zahlreiche Stücke dieses sonst nicht häufigen 
Thieres in der Ciegend von Neuhaus an der Nordseite des schwarzen 
Berges. Schon früher haben es die Herren E. Schwarz und Weise in 
Schlesien aufgefunden, der erstere am Glatzer Schneeberge, der letztere 
(s. D. E. Z. 1883, p. 332) auf der hohen Mense unter Ahornrinde, doch 
unterblieb die Publication in unserer Zeitschrift. Mit Ausschluss eines 
einzigen Stückes, das ich aus Buchenlaub siebte, habe ich alles Unter- 



25 

suchungsmaterial (an 50 Stück) mit dem Koscher gestrichen. Jedenfalls 
kommt C. barbarea im ganzen Zuge der Sudeten da vor, wo unter dem 
Schatten von Fagus silvatica Dentaria enneaphillus wächst. Auf der oft 
geschwisterlich mit dieser vereint wachsenden D. bulbifera scheint der 
Rüssler zu fehlen, wenigstens bei Neuhaus fand er sich nur auf enne- 
aphillos, deren Stengelblätter er ganz durchlöchert hatte, während er die 
von bulbifera unberührt Hess, obschon diese zweite Art hier ebenfalls 
nicht selten im Verein mit jener wächst. 



Der 

Wasser wald bei Kaltwasser Kreis Lüben. 

Eine coleopterologische Skizze. 

Von 
Julius Gerhardt. 

Seitdem das Dampfross Liegnitz mit dem Norden unserer heimath- 
lichen Provinz verbindet, ist Naturfreunden reichlich Gelegenheit geboten, 
auch die angrenzenden, bis dahin noch entomologisch jungfräulichen 
Gebiete des Kreises Lüben kennen zu lernen. Grosse Anziehungskraft 
auf Botaniker wie Entomologen üben in diesem südlichen Theile des 
Lübener Kreises zwei Partien aus: Vorderhaide und Kaltwasser. Vorder- 
haide ist mit der Bahn von Liegnitz aus in 15 Minuten, Kaltwasser von 
Vorderhaide aus zu Fuss in 1^2 Stunden, der Wasserwald aber erst in 
2 Stunden zu erreichen; Fahrgelegenheit fehlt gewöhnlich. 

Wer unabhängig von der Bahnuhr diese weitere Partie gleich von 
Liegnitz aus unternehmen will, thut wohl, sich eines Fuhrwerks zu be- 
dienen, mit dem er dann in 2 Stunden ebenfalls an Ort und Stelle, das 
ist am Eingänge zum Wasserwalde, eintreffen kann. 

So anziehend Vorderhaide mit seinen harzduftenden Kieferwäldern, 
grünen Moosteppichen und seinem Gasthaus-Comfort ist, so Avollen wir 
doch diesmal das entfernter gelegene Laubwaldgebiet des Kaltwasser 
W^asserforstes, im Volksmunde »Wasserwald« genannt, und zw^ar in 
coleopterologischem Interesse, aufsuchen. 



26 

Der Wasserforst, zur Königlichen Oberförsterei Panten gehörig, 
liegt westlich von Kaltwasser und östlich von Buchwald, Kreis Haynau, 
Avird im Norden durch höher liegenden, sand- und kieferreichen Forst 
und im Süden durch die Chaussee, welche Vorderhaide und Kaltwasser 
mit dem Haynauer Kreise verbindet, durch Kulturland und die Wohnung 
des Königlichen Försters begrenzt. Letztere liegt dem Haupteingange 
zum Wasserwalde gegenüber. Von hier aus wird gewöhnlich in den 
Wald eingetreten. Ein breiter Fahrweg führt in schnurgrade Linie bis 
an den Rand des Kieferwaldes, also von Süden nach Norden ; ein ebenso 
breiter Rasenweg durchqueurt den Wald von Osten nach Westen. 
Die dadurch entstehenden Waldflächen sind ziemlich gleich gross 
und bilden den Wasserwald im engeren Sinne. Wie schon der Name 
verräth, ist er reich an Feuchtigkeit. Alle Ehre macht er ihm besonders 
nach der Schneeschmelze und in regenreichen Sommern; dann können 
viele Partieen überhaupt nicht betreten werden. Gewisse Theile, nament- 
lich im Nordwesten, sind überaus reich an Moortümpeln, die vielfach 
mit einander in Verbindung stehen und nur in recht andauernd heissen 
Sommern völlig austrocknen, so dass sie dann gefahrlos durchscliritten 
w-erden können. 

Da der fast völlig ebene Wasserwald in vielen Lagen gar keine 
Abdachung hat, so muss das Wasser hier durch Abzugsgräben fortgeleitet 
werden. Uebrigens besitzt derselbe in seiner Nordostecke auch einen 
ziemHch starken Quell, dessen Wasser jedoch den Wald bald w^ieder 
verlässt. Lehm und Sand bilden die diluviale Grundlage für Moore und 
Humus, welch letzterer das Substrat für eine äusserst reiche und üppige 
Vegetation ist, die zum Teil einen stark ausgeprägten Vorgebirgs- 
Charakter zeigt. 

Reichlichen Antheil an der Humusbildung nehmen, abgesehen von 
dem liegenbleibenden Laube der vielen Sträucher und Bäume, auch 
die vielen stehenbleibenden Baumstümpfe, deren Entfernung unlohnend 
sein würde. 

Moose bekleiden die Basis der Baumstämme und deren zu Tage 
tretende Wurzeln; ihnen entwachsen zahlreiche Farne. Der Häufigkeit 
nach folgen dann Seggen, Gräser und Kräuter, letztere oft so hoch, dass 
sie Schritte und Aussicht hemmen und hindern; darauf Unterholz, zu- 
sammengesetzt aus Corylus, Prunus padus, Rhamnus frangula und cathartica, 
Cornus sanguinea und denjenigen Sträuchern, aus denen die eigentliche 
Baumflora des Wasserwaldes hervorgeht. Nadelbäume treten nur spora- 
disch auf. Die ehrwürdigsten Stämme der Laubbäume — Eichen, 
Weissbuchen, Eschen und Birken — treten isolirt aus dem Unterholz 



27 



empor. Doch auch fast alle übrigen einheimischen Holzarten sind, wenn 
nicht im Waldinnern, so doch gegen den Rand des Waldes hin vertreten, 
z. ß. Linden, Rothbuchen, Ulmen und Pappeln. In den humusreichen 
Partieen hat die Vegetation viel Aehnlichkeit mit der des Zedlitzbusches 
bei Striegau. Ich denke dabei insbesondere des Vorkommens von 
Anthriscus nitidus, von Daphne, Mercurialis u. a. 

Da die tiefe, allseitig geschützte Lage des Wasserwaldes, wie seine 
mannigfaltigen Boden- und Vegetationsverhältnisse vortheilhafte Vor- 
bedingungen für Entwickelung eines reichen Thierlebens sind, so ist 
der Wald in der Sommersaison das Stelldichein nicht nur von zahl- 
reichen Botanikern, sondern auch Entomologen, namentlich Lepidoptero- 
logen und Coleopterologen. Ernste Forscherthätigkeit unterstützt das 
Königliche Oberforstamt durch gütige Erlaubniss zum Betreten des Waldes 
stets auf das Bereitwilligste. Und diesem fördernden Entgegenkommen 
verdanken denn auch die Liegnitzer Coleopterologen die vielen lohnenden 
Entdeckungen, darunter eine ganze Serie schlesischer Neuheiten, die 
hier im Vordergrunde des coleopterologischen Theils meiner Skizze 
ihren Ehrenplatz finden mögen. Es sind: Stenus excubitor Er., Kolbei, 
Gerh. und St. eumerus Ksw.; Hydroporus brevis Sahlb., Helophorus 
fallax Ksw., Cryptopleurum crenatum Pz., Euryusa castancptera Kr., 
Hypocyptus Ovulum Heer, Philonthus addendus Rossi, Dromaeolus barna- 
bita Villa, Conopalpus testaceus Ol., Mordellistcna inaequalis Muls., 
Magdalis quercicola Ws. und Chaetocnema proceruU Rsh. — Nur zwei 
davon, Crytopleurum und Magdalis, sind nachträglich noch anderwärts 
in Schlesien gefunden worden; für 12 beansprucht Kaltwasser das 
alleinige Indigenat in der Provinz. 

Meist mit Uebergehung der überall häufigen oder ziemlich häufigen 
Arten, wende ich mich nun den selteneren Vorkommnissen zu. 

Nur wenige Moortümpel sichern ihren Insassen andauernde Lebens- 
bedingungen, die meisten nur temporäre, ebenso die Abzugsgräben; des- 
halb ist auch der Reichthum an Wasserkäferarten kein besonders grosser. 
Ausser Hydroporus brevis^) findet man noch die schlesisch seltenen 
neglectus und melanarius und die häufigen niger, discretus und tristis, 
ferner Agabus paludosus, chalconotus (beide hfg.) und neglectus, Helo- 
phorus fallax und strigifrons, Cercyon marinus, Parnus griseus. Nach 
Austrocknung der Lachen bleiben viele dieser Thiere unter den liegen- 
bleibenden Pflanzenresten im feuchten Schlamme zurück. 



*) Bezüglich der weggelassenen Autornamen verweise ich auf das Verzeichniss der 
Käfer Schlesiens, II. Aufl., und den Katalog europäischer Käfer von 1883. 



28 

Carex brizoides bildet hie und da förmliche Wiesen und prächtige 
Lagerstätten für Rehe. Unter den Stengelresten dieser Segge verbirgt 
sich die niedliche gelbe Oxypoda praecox, nicht selten auch Stenus 
excubitor, den ich einmal dicht daneben zur Blüthezeit von Geum rivale 
von dieser Pflanze in den späteren Nachmittagstunden, kurz vor dem 
Niederfallen des Thaues, häufig mit dem Netz erbeutete — und noch 
häufiger Stenus bifoveolatus. 

Unter faulendem Laube, das nie ganz ohne Ameisen Ist, erfreuen 
sich Caraben und noch viel zahlreichere Staphylinen ihres Daseins. 
Hervorzuheben sind: Leistus rufescens; Panagaeus crux major; Agonum 
livens; Europhilus gracilis; Aleochara fumata, spadicea; Ocalea badia; 
Calodera protensa, uliginosa, rufescens; Dilacra luteipes; Homalota 
languida, Anbei, luridipennis, granigera, hypnorum, clancula (besonders 
unter Laub am Rande von Tümpeln), coriaria, nigricornis, parva; Thectura 
nigella; Oxypoda terrestris, annularis; Ocyusa maura; Pronomaea; 
Myllaena brevicornis; Hypocyptus Ovulum, discoideus; Habrocerus (hfg.); 
Tachinus laticollis; Tachyporus transversalis ; Megacronus analis, formosus, 
cernuus; Mycetoporus splendidus; Quedius fuliginosus, umbrinus, attenuatus 
und boops; Actobius villosulus; Philonthus punctus, trossulus, albipes, 
fumarius; Xantholinus distans; Stilicus orbiculatus Fauv.; Stenus bimacu- 
latus, Sylvester, excubitor, lustrator, proditor, longitarsis, morio, vafellus, 
nigritulus, Kolbei; Euaesthetus laeviusculus; Oxytelus fulvipes; Haplo- 
derus caesus (im N.-W.-Theile hfg.); Trogophloeus raemnonius, gracilis; 
Olophrum fuscum; Coryphium angusticolle; Megarthrus nitidulus; Phloeo- 
bium. — Ausser diesen Staphylinen zeigen sich eine Menge Arten aus 
anderen Familien: Bythinus validus; Euconnus denticornis, nanus; Eumicrus 
tarsatus; Ptomaphagns picipes, affinis, fumatus, sericatus; Colon latum; 
beide Amphicyllis; Cybocephalus politus; Ptenidium punctatum, fuscicorne; 
Ptilium caesum; Trichopteryx Montandoni, cantiana; Pterj^x suturalis; 
Orthoperus pilosiusculus; Atomaria gibbula; Melanophthalma distin- 
guenda; Phosphaenus hemipterus mit v. brachypterus; Bagous tempesti- 
vus; Acalles Icmur., j)yrenacus. 

Ist der Untergrund stark ameisenführend, so finden sich noch: 
Myrmedonia Haworthi; Microglossa suturalis; Homalota subterranea, 
talpa; Euplectus Tischen; Neuraphes elongatulus; Scydmaenus scutellaris 
und pusilhis, auch die oben genannten Bythinus- und Euconnus-Arten. 

Unter Moos an Baumstümpfen, auf Baumwurzeln und Erde ver- 
bergen sich: Oxypoda rugulosa; Stenus eumerus und Kolbei; unter sehr 
feuchtem Moos erscheinen mit Vorliebe: Callicera rigidicornis (nur einmal 
gefunden), Dilacra fallax und luteipes; Homalota vilis und Oxypoda lentula. 



29 

^Recht ergiebig sind Stümpfe mit fliessendem Saft. An ihnen Avie 
unter dem saftdurchtränkten Laube unterhalb der Flussstelle finden sich 
diverse Zuckerlecker verschiedener Familien, besonders Staphylinen und 
Nitidularier. Ich nenne nur: Cercyon obsoletum und lateralis; Megasternuni; 
Cryptopleurum crenatum; Homalota euryptera (s. hfg.), pilicornis; Tachinus 
bipustulatus, pallipes, subterraneus ; Staphylinus chalcocephalus; Philonthus 
proximus und carbonarius (beide hfg.), addendus, fimetarius; Omalium 
deplanatum; Catops picipes; Liodes humeralis; Epuraea decemguttata, 
rufomarginata, obsoleta (hfg.); Omosita depressa; Cryptarcha strigata; Ips, 
excl. ferrugineus ; Monotoma spinicollis; Hister neglectus, succicola (hfg.) — 
Durch den fauligen Geruch älterer Saftmassen angezogen, finden sich 
auch gemeine Mist- und Aaskäfer oft in Menge als Gäste ein. ähnlich 
wie bei faulenden Pilzen, besonders Geotrupes sylvaticus und Pseudo- 
pelta thoracica. 

Grössere Pilze treten im Gebiet des Wasserwaldes nie so massen- 
haft auf, wie im Nadelhumus der benachbarten Kieferwaldungen, heerden- 
weise dagegen treten sie oft auf an alten Stutzen, namentlich von Eichen 
oder Birken, oder an der Unterseite liegengebliebener Stämme. Sie 
sind die Speisekammern und Brutstätten mancher Seltenheit. Es seien 
genannt: Homalota pallidicornis, sodalis, coriaria; Oxypoda alternans, 
Gyrophaena minima, manca, polita; Boletobius pulchellus; Scaphidium 
quadrimaculatum ; Lycoperdina bovistae ; Enicmus hirtus , rugosus ; 
Cartodere elongata; Aspidiphorus; Cis striatulus; Ennearthron affine 
(hfg. namentlich in Eichenpolyporen). 

Ameisenhaufen, wie die von F'ormica rufa, fehlen dem eigentlichen 
Wasserwalde und sind nur an seinen Rändern zu finden; Lasius fuli- 
ginosus ist nur selten in hohlen Stümpfen anzutreffen; um so öfterer stösst 
man auf das verborgene Treiben der kleineren, unter Rinde, Laub oder 
Moos lebenden Formiciden. Es seien von solchen Ameisenkäfern nur 
erwähnt: Quedius brevis, Othius myrmecophilus, Stenus aterrimus, 
Batrisus venustus, Bythinus Burellii, Biblioporus bicolor, Euplectus 
Tischen und brunneus, Abraeus globosus. — Cryptophagus lapponicus 
wurde in einem Erd -Wespenneste einmal zahlreich aufgefunden. 

Eine rationelle Waldpflege, ^wie sie in königlichen Forsten selbst- 
verständlich ist, duldet kranke Bäume nicht. Unter und in Holz lebende 
Käfer wird man darum vorwiegend nur bei Stutzen finden, die nicht 
schon gar zu alt sind. Ertragreiche Monate für das Einsammeln der- 
selben sind April und Mai, oder wo eine zweite Generation erscheint, 
September und October. Es sind folgende Funde hervorzuheben: 
Euryusa castanoptera, unter Rinde eines liegenden Weissbuchenstammes ; 



30 

Ischnoglossa corticina; Homalota picipes; Placusa infima; Th«ctura 
cuspidata; Phloeopora corticalis, unter Weissbuchenrinde ; Quedius 
xanthopus, cruentus, cinctus; Philonthus splendidulus; Omalium planum; 
Phloeocharis sublitissima; Atomaria gibbula; Coninomus constrictus; 
Cartodera elongata; Cerylon deplanatum; Laemophloeus corticinus; 
Hyliota planata; Silvanus bidentatus; Hololepta plana unter Weissbuchen- 
rinde; Paromalus flavicornis; Plegaderus caesus; Droniaeolus barnabita, 
waÜrscheinlich unter Eichenrinde (nur i Stck.); Elater praeustus; Corym- 
bites bipustulatus ; Xyletinus ater; Corticeus fasciatus; Abdera affinis; 
Lissodema Cursor; Tropideres albirostris, dorsalis, pudens; Macrocephalus 
albinus; Hylastes opacus; Hylesinus crenatus; Scolytus Ratzeburgi; 
Pityophthorus Lichtensteini; Xyleborus dispar. 

Ueberaus üppig und artenreich ist die Gräser- und Kräuterflora 
der humösen Waldblössen, die, wie schon Eingangs bemerkt, zugleich 
eine bemerkenswerthe Vorgebirgsflora umfasst. Charakterpflanzen solcher 
Partieen sind: Orobus montanus und vernus, Geum rivale und urbanum 
und ihre Hybride, Rubus Schleicheri; Epilobium Lamyi, Hypericum 
hirsutum; Cerastium vulgatum v. nemorale; Viola mirabilis, Riviniana, 
sylvestris, canina; Cardamine impatiens; Arabis Gerardi; Anthriscus 
nitidus; Sanicula europaea; Scrophularia aquatica; Lathraea squamaria; 
Stachys sylvatica; Erythraea pulchella, Lamium galeobdolon v. 
montanum; Melittis melissophyllum; Sambucus racemosa; Asperula 
odorata; Lappa macrosperma; Eupatorium cannabinum; Daphne 
Mezereum; Mercurialis perennis; Carex brizoides und vulpina remota; 
Melica uniflora und nutans; Milium effusum; Poa Chaixi v. remota; 
Equisetum hiemale mit v. trachyodon. — Streifnetz und Fang- 
schirm kommen hier zu ihrer Anwendung. In der Hitze des 
Sammeleifers ist es möglich — ich spreche aus Erfahrung — zwischen 
dichtem Kräutergebüsch mit mannshohen Stauden die Wegerichtung aus 
dem Auge zu verlieren. Indes, Dank den unverkennbaren beiden Haupt- 
wegen, findet man sich schliesslich doch immer wieder zurecht. Häufige 
und ziemlich häufige Käferarten haben hier zwar ein auffallendes 
numerisches Uebergewicht, doch werden auch manche bessere Sachen 
erbeutet, z. B. Stenus excubitor, impressus; Omalium nigrum; Anthobium 
primulae; Colon serripes; Hydnobius multistriatus ; Anisotoma cinnamomea, 
parvula; Antherophagus silaceus; Melanophthalma distinguenda ; Meligethes 
bidens, brunnicornis, difficilis; Hadratoma nigripes; Anthaxia grammica; 
Homalisus suturalis; Platycis Cosnardi ; Malthinus frontalis; Malthodes fibu- 
latus, spathifer; Malachius rubidus; Dasytes aerosus; Pseudocistela semiflava 
Cteniopus flavus; Euglenes pygmaeus; Mononychus punctum ; Coeliastes 



31 

lamii; Phytobius Waltoni; Ceuthorrhynchus signatus; Tapinotus sellatus; 
Apion subulatum; Rhynchites pauxillus; Leptura aethiops mit v. Letzneri; 
Hydrothassa hannoverana; Phyllobrotica quadriniaculata; Ochrosis sali- 
cariae; Chaetocnema procerula; Psyliiodes dulcamarae; Hermeophaga 
mercurialis; Scymnus analis. 

Das Schlussstück zu unserer coleopterologischen Zeichnung liefern 
die Holzgewächse in ihren Schonungen, Beständen und Schlägen, das 
Laub ihrer Kronen, ihre Aeste und Stämme, ihre vertrockneten Zweige, 
ihre Klaftern und Reisigbündel Erwünschtes liefern besonders Eichen 
bald nach Entwickelung ihrer Blätter und blühende Sträucher. Hingen 
die Trauben nicht oft so hoch, so würde die Ernte süsser entomologischer 
PVüchte eine wohl noch grössere sein. Doch wir sind zufrieden mit dem, 
was in den Schirm fällt, was der Wind abfegt und anweht oder was 
nach dem Fällen des Baumes die Kronen uns erzählen. 

Es seien vermerkt: Deliphrum tectum (von Kiefern, sonst unter 
anderen Verhältnissen), Silpha quadripunctata, Lucanus cervus; Dorcus 
parallelepipedus; Elater sanguinolentus; Cardiophorus ruficoUis und 
cinereus; Limonius minutus und parvulus; Corymbites bipustulatus ; 
Athous pilosellus ; Synaptus filiformis ; DenticoUis Hnearis ; Julistus 
fulvohirtus; Opilo pallidus; Ernobius nigrinus; Xylopertha sinuata; 
Pseudocistela Luperus; Conopalpus testaceus; Osphya bipunctata; 
Pissodes piniphilus; Magdalis memnonia Fald, quercicola; Balaninus 
pellitus, villosus; Stereonychus fraxini; Rhynchites olivaceusj Tropideres 
'albirostris; Macrocephalus albinus; Xyleborus dispar; Cartodere humeralis, 
femorata; Grammoptera ustulata, ruficornis, analis ; Strangalia aethiops 
mit V. Letzneri; Callidium alni; Exocentrus adspersus; Pogonochaerus 
decoratus; Monochammus galloprovinzialis; Saperda perforata; Menesia 
bipunctata; Cryptocephalus bistriatus, decemmaculatus, quadripustulatus; 
Scymnus ferrugatus. 

Seit 1885 wird der Wasserwald alljährlich drei bis viermal von 
Liegnitzer Coleopterologen besucht und äusserst selten verläuft eine 
Excursion völlig resultatlos.. Ist auch das Meiste gefunden, so bleibt 
doch zu hoffen, dass noch manches Übersehene wird aufgefunden werden. 

Wer mit der genossenen Sammellust auch die Sammellast einer 
längeren Excursion getragen und wohlverdienter Ruhe bedarf, findet, 
wenn anspruchslos, in dem Kaltwasser Wirthshause, nahe der katholischen 
Kirche, leidliche körperliche Stärkung. Ein Fuhrwerksbesitzer ist wohl 
auch bereit, Wagen und Gespann für eine Rückfahrt nach Vorderhaide 
zur Verfügung zu stellen. 



32 

Nachträgliches über 
Seminolus (Byrrhus auct.) arletinus Steffahni sp. pr. 

(s. Zeitschrift für Entomologie — Breslau 1895.) 

Von 

J. Gerhardt- Liegnitz. 

Im Jahrgange 1895 unserer Vereinsschrift pag. 12 ff. brachte ich 
eine kleine Arbeit, worin der Nachweis erbracht wurde, dass Seminolus 
arietinus Steff. weder zu S. pilula L., noch zu fasciatus F. zu ziehen, 
sondern gute Art sei. Ich konnte damals Erichson's vortreffliche Natur- 
geschichte der Insekten Deutschlands nicht benutzen, da sie mir fehlte, 
kam aber später in Besitz von Band III derselben und dadurch in die 
Lage, unseres Altmeisters Ansicht über die in Frage stehende Art 
kennen zu lernen. Ich hoffte mehr über sie zu finden, als ich that- 
sächlich vorfand. Er zieht arietinus zu pilula und führt ihn unter 
Var. d. mit den Worten an: Supra atro-tomentosus, prothocace aureo- 
vario, coleopteris fascia dorsali sinuata aurco-circumscripta. Der deutschen 
Ucbersetzung fügt er nur noch hinzu: Gewöhnlich etwas kleiner. Ob 
auch die Varietäten e, f und g hierher zu ziehen, ist bei den fast gleichen 
Formenreihen der drei Arten nicht endgiltig festzustellen. Dass aber 
arietinus eigene gute Art sei, konnte nach dem von mir bereits Aus- 
geführten unbezweifelt bleiben. 

Unumstösslich wird diese Annahfhe aber noch durch die Betrachtung 
der männlichen Kopulationsorgane, deren Untersuchung ich im vorigen 
Jahre nicht vornehmen wollte, da mir nur ausgesprochene ^fc? von 
pilula zur Verfügung standen. Durch besondere Liebenswürdigkeit des 
Herrn Generalmajors Gabriel in Neisse wurde ich aber vor Kurzem in 
den Stand gesetzt, genannte Organe auch von den andern Arten kennen 
zu lernen, sowohl in natura, als auch durch Zeichnung. Ich selbst ver- 
mochte, geleitet durch die stärkere äussere Klaue der Vordertarsen, arietinus 
auf den Penis zu untersuchen und fand ihn genau übereinstimmend mit 
dem schon vorliegenden Stücke, aber so erheblich verschieden von dem 
der beiden Verwandten, dass auch der letzte Zweifel an der Artnatur 
von arietinus schwinden musste. 

Ich lasse deshalb die genauere Beschreibung der beregten Kopu- 
lationsorgane hier folgen, soweit diese dem Laienauge an Trocken- 
präparaten erkennbar sind. 



33 



I. Seniinolus pilula L. 





von oben. 



von der Seite. 



Die Kopulationsorgane treten wagerecht vor, sind hornig, von vor- 
herrschend brauner Färbung und doppelt so lang, als die von arictinus 
und fasciatus. 

Der Penis gleicht einer Röhre, die aus einem rippenartigen Stiel 
und einer löffeiförmigen Platte besteht. Der Stiel ist etwa dreimal so lang 
als die Platte, sein Rücken ist gleichbreit, schmal, gewölbt, kurz vor der 
Platte in diese sich erweiternd, seine Seiten fallen dachförmig ab und 
bleiben bis zur Platte von oben her sichtbar. 

Auf der Kehrseite des Stiels befindet sich jederseits ein schmaler 
dunkler Chitin-Umschlag, der sich vorn unter der Platte schliesst und 
im Enddrittel derselben zu einem kleinen Oval erweitert. Die Ober- 
seite der Platte ist etwa doppelt so lang als in der Mitte breit, so breit 
als die Basalbreite des Stiels, oval, spitz zugerundet, etwas concav, im 
letzten Viertel mit einer deutlichen Mittelfurche versehen, die an der 
Spitze selbst mündet. 

Zwischen dem schmalen Chitinumschlage auf der Unterseite des 
Stiels liegt anscheinend unbedeckt der Ductus ejaculatorius. dessen 
Oeffnung offenbar in dem Oval am Ende der Unterseite zu suchen ist. 

Die nach dem Penis geöffneten Paramerenscheiden haben die 
Richtung und Länge des Penis, sind in ihrer Basalhälfte von der doppelten 
Breite des Penisstiels und von der Mitte an nach vorn schnabelförmig 
verschmälert. Am Aussenrande ihrer Spitze befindet sich ein kleiner 
Simus, wodurch jene selbst etwas nach aussen gerichtet erscheint. An 
ihrer Oberseite sind ein schmaler Innen- und Spitzenrandsaum ganz, der 
Aussenrandsaum nur bis gegen die Mitte schwarz gefärbt. Auf der 
Unterseite ist nur die Apicalhälfte des Innenrandsaumes geschwärzt und 
hier, wenn auch sehr fein und dicht, doch recht deutlich längsgestrichelt, 
ein Kennzeichen, welches in dieser Ausbildung fasciatus und arictinus 
nicht besitzen. 

3 



34 

2. Seniinolus fasciatus Fbr. 





von oben. von unten. von der Seite. 

Das Kopulationsorgan des cf ist nur halb so gross als bei pilula, 
die Construction jedoch im allgemeinen dieselbe, weshalb ich mich nur 
auf Anführung der Unterschiede beschränke. 

Der Penis ragt etwas über die Parameren vor und ist sanft abwärts 
gebogen. Sein Stiel ist nur von der Länge der Platte, der Stielrücken 
etwas breiter als bei pilula und flach gerundet. 

Die lang-ovale Platte ist 37« mal so lang als in der Mitte breit, am 
Ende ein wenig abwärts gebogen und auf ihrer Oberseite der ganzen 
Länge nach von einer deutlichen Mittelfurche durchzogen, die sogar noch 
auf einen Thcil des Stiels übergeht. Ihre Oberfläche ist nicht concav, 
sondern eben. 

Die Parameren reichen bis zum zweiten Drittel der Platte und sind 
bis auf einen schmalen schwarzen Saum in der Basalhälfte des Innen- 
randes an ihrer Oberseite einfarbig rothbraun. Auf der Unterseite sind 
die schmalen Aussenrandsäume so ausserordentlich zart und dicht gestreift, 
dass diese Sculptur nur unter microscopischer Vergrösserung deutlich 
gesehen werden kann. Ihre Spitzen sind einfach, spitz zugerundet, ohne 
sinus, seitlich also nicht vortretend. 



3. Seniinolus arietinus Steff. 



von oben. von unten. von der Seite. 

Die Grösse und Richtung der Kopulationsorgane des cf entspricht 
der von fasciatus. 

Der Penisstiel ist etwa zweimal so lang als die Platte, sein sehr 
schmal beginnender gerundeter Rücken erweitert sich gleichmässig bis 
zur Platte, vorausgesetzt, dass nicht etwa die Annäherung der Parameren 
zu dieser P>weiterung beiträgt, was möglich ist. Die Platte ist nur 



35 



iV^mal so lang als breit, nur wenig nach unten geneigt und oben 
concav, ihre Spitze ist wenig schmäler als ihre Mitte und nur an den 
Aussenwinkeln abgerundet. Der ganze Penis ist auf seiner Oberseite 
von einer nach hinten schwächer werdenden MitteJfurche durchzogen. 

Die Oeffnung des Ductus ej. befindet sich bei dieser Art auf 
der Unterseite, nicht an der Spitze der Platte, sondern an der Basis 
derselben. 

Die Parameren sind denen von fasciatus fast gleich, reichen aber 
nur bis in's erste Drittel der Penisplatte; ihr Aussenrand ist etwas deut- 
licher eingezogen als bei fasciatus und ihre Spitze sehr kurz haken- 
förmig nach aussen vortretend. Der Innenrandsaum an den Ober- 
seitentheilen ist schwarz; die Ränder der Unterseite viel schmäler schwarz 
gesäumt und die Aussensäume ohne sichtbare Strichelung. 

Zum Schlüsse möchte ich noch erwähnen, dass die arietinus-Stücke, 
welche mir bis heut vorlagen, nicht der Ebene, sondern Berggegenden 
entstammen. Ich sah solche aus dem Altvater, den Glatzer Gebirgen, 
dem Waldenburger und Riesengebirge und der Schweiz. 



3* 



Uebersicht der Arten der Coleopteren-Gattung 
Asclera Schm, 

Gegeben von 

E. Reitter in Paskau (Mähren). 

Die letzte ähnliche Uebersicht gab Herr Abeille de Perrin in 
der Rev. d' Entom. Caen 1892 pg. 64; seitdem sind wieder zugekommen: 
A. partitipennis Fairm. (Akbes in Syrien) und temeiensis Ab. (Alg.) Da 
mir weitere 4 neue Arten vorliegen, so empfiehlt es sich, eine neue kurze 
Uebersicht von allen zu ge^en. ^ 

I" Flügeldecken gelb. (Gelb, der Kopf, 2 Makeln am Halsschilde, 
F'ühler und Beine, sowie die ganze Unterseite schwarz.) Syrien: Monte 
Amanus. R. 1892. 64. lutescens Ab. 

I' Flügeldecken dunkel, metallisch blau, grün oder ganz schwarz, oder 
dunkel metallisch, die hintere Hälfte* gelbroth. 

2" Halsschild ganz oder zum grössten Theile roth oder rothgelb. 
3" Kopf ganz oder zum grössten Theile roth oder rothgelb. 
4" Kopf und Halsschild einfarbig gelb; Bauch schwarz, die 2 bis 3 
letzten Segmente sowie Fühler und Beine gelb. — Kaukasus: Araxes- 
thal. — D. 1891. 31. semiflava Reitt. 

4' Kopf gelbroth, der Scheitel schwärzlich, Halsschild manchmal mit 
feiner, querer, in der Mitte unterbrochener schwarzer Discoidallinie ; 
Bauch ganz, Fühler und Beine rothgelb^). — Turkestan: Alexander- 
gebirge.' nigripennis n. sp. 

^) Asclera nig^pennis n. sp. Robust, ziemlich parallel, gelbroth, fast matt, staubartig 
fein gelblich behaart, der Hinterrand des Kopfes, meist eine feine quere unterbrochene 
Discoidallinie am Halsschilde, die Brust und die Flügeldecken schwarz. Kopf dicht und 
fein punktirt, mit tiefer querer Clypealfurche. Halsschild etwas breiter als lang, zur 
Basis verengt, vorn wenig schmäler als die Klügeldecken, aber sehr fein und dicht punktirt, 
mit flacher querer, jederseits kürzerer Dorsaldepression, vor dem Schildchen undeutlich 
eingedrückt; Basis erhaben gerandet, Vorderrand gerade. Schildchen wenig sichtbar, 
viereckig, rothgelb. Flügeldecken gedrängt punktulirt, an der Spitze einzeln abgerundet, 
ausser dem Epipleuralnerv mit 3 sehr feinen Dorsalnerven, davon der 3. (äussere) vorn 
und hinten verloschen. Palpen, Fühler und Beine gelb, die Mandibelspitze dunkler. 
Bauch und Pygidium rothgelb. Long. 9 mm. 

Aus dem Alexandergebirge i ^ von Herrn W. Koltze erhalten. 



38 



3' Kopf dunkel, höchstens der Clypeus gelbbraun gefärbt. 
5" Abdomen einfarbig dunkel. 

6" Halsschild nicht länger als breit, einfarbig gelb oder roth. 
y" Halsschild mit 3 sehr tiefen Gruben, die Nerven der Flügeldecken 
stehen fein rippenförmig vor. - Europa. sanguinicollis Lin. 

7' Halsschild ohne begrenzte Gruben, mit den normalen verflachten 
Depressionen, die Nerven der Flügeldecken sehr fein, angedeutet, kaum 
vortretend. — Frankreich, Spanien, Sicilien und eine kleinere 
Rasse in Algier: Teniet-el-Haad.^) xanthoderes Muls. 

& Halsschild viel länger als breit, am Vorderrande mit grosser halb- 
runder Makel. Schwarz, Flügeldecken matt schwarzgrün. — Chin. 
Turkestan: Kanssu. — Hör. 24, pg. 42. maculicollis Gangib. 

5' Pygidium und Spitze des Abdomens roth. 
8" Halsschild mit drei tiefen Gruben. 

9" Oberseite deutlich gelb behaart. Schienen rothbraun, zur Spitze 
dunkler, der Clypeus und die Oberlippe an der Spitze, die Basis der 
Maxillarpalpen, dann die einzelnen Fühlerglieder und Tarsen röthlich- 
braun. — Turkestan: Issyk-kul. — Hör. 28 pg. 542. Jakowlewi Semen. 
9' Graugrün, mit dichter grauer, feiner Behaarung. — Sicilien. 
Türkei, Kleinasien, Kaukasus. haemorrhoidalis Schmdt. 

8' Halsschild ohne begrenzte Gruben, mit den normalen verflachten 
Depressionen. — Ober -Syrien: Akbes^). fulvicoUis n. sp. 

2' Halsschild dnnkel, mit der Oberseite gleichfarbig. 
10" Oberseite schwarzgrün oder schwarzblau, matt, die hintere Hälfte 
der Flügeldecken orangegelb. Körper klein (5 mm). — Ober-Syrien: 
Akbes. — A. Belg. 1892. 15. (Ex Fairm.) partitipennis Frm. 

10' Oberseite einfarbig dunkel gefärbt. 
1 1 " Analsegment und Pygidium roth oder gelb. 

12" Fühlerbasis und Beine gelb, Taster roth, Mund hell gefärbt, Tarsen 
braun. — Usuri. — A. flavipes Reitt. — D. 1887. 304. abdominalis Heyd. 



*) Ms. F). Abeille de Perrin ' beschreibt dieselbe als Art: tenietensis (A' 1896. 
283), allein die angegebenen Unterschiede scheinen mir nicht genügend zu sein, sie von 
xanihoderea speci fisch abzutrennen. 

'; A. fulvicollis n. sp. Von der Grösse und Körperform der coenUea, schwarz, 
Kopf und Flügeldecken schwarzgrün, sehr fein grau behaart, fast matt, Kopf kaum so 
breit als der Halsschild (beim O). Die 3 Basalglieder der Fühler auf der Hinterseite, 
und die Basis der Palpen braungelb. Halsschild breiter als lang, von normaler Form, 
nach hinten verengt, dicht und fein punktulirt, die Scheibe vorne leicht quer nieder- 
gedrückt, ebenso vor dem Schildchen und an den Seiten der Basis. Schildchen klein, 
wenig sichtbar. Flügeldecken nur mit 3 angedeuteten Nerven. Unterseite schwarz, das 
Analscgment und Pygidium gelbroth. Long. 7 mm. — Akbes. 

Ich hatte ursprünglich diese Art für hciemorrhoidalis Schmdt. gehalten; sie kann 
aber wegen der Sculptur des Halsschildcs mit dieser nicht vereinigt werden. 



39 



12' Fühler und Beine zum grössten Theile dunkel gefärbt. 
13" Die zwei Wurzelglieder der Fühler und die Palpen bis auf das 
Endglied vollständig rothgelb. 

14" Körper auch auf der Oberseite schwarz, glanzlos, ohne metallisch 
grünen oder blauen Schein; Vorderrand des Halsschildes gerade. Long. 
9 mm. — Griechenland: Euboea.^) nigrina n. sp. 

14' Körper auf der Oberseite schwarzgrün, schwach glänzend, Vorder- 
rand des Halsschildes in der Mitte eingebuchtet. Long. 8,5 mm. — 
Griechenland: Euboea.^) basicomis n. sp. 

13' Auch die Wurzelglieder der Fühler auf der Vorderseite dunkel, 
nur auf der Hinterseite braungelb, ebenso die Wurzelglieder der Taster 
nur zum Theile gelblich. Oberseite schwarzgrün oder schwarzbläulich. — 
Kaukasus: Talysch, Araxesthal; Ober-Syrien: Akbes. Reitteri Gangib. 
n' Analsegment und Pygidium mit der Unterseite gleichfarbig dunkel 
gefärbt. 

15" Oberlippe und Clypeus hell braungeb; Pygidium des cf am Ende 
nicht eingeschnitten. Long. 7,5 mm. — Chinesisch -Turkestan. — 
Hör. 24 pag. 43. (Ex Gangib.) obsoleta Gnglb. 

15' Oberlippe und Clypeus dunkel metallisch, höchstens der Clypeus 
mit hellem, häutigem Vorderrande. 

16" Oberseite mit dunkelgrauer, besonders auf den Flügeldecken schwer 
erkennbarer Behaarung, schwach glänzend, grün bis blau. — Europa. 

coerulea L. 
16' Oberseite sehr dicht fein greis behaart, ganz matt, die Behaarung 
dicht seidenartig die Oberseite bedeckend und auffällig vortretend; Flügel- 
decken länger. — Südeuropa: (Frankreich, Griechenland); Kaukasus: 
(häufig) im Talysch und Araxesthal. cinerascens Pand. 



^) A. nigrina n. sp. Der A. Reitteri sehr ähnlich, aber durch die Färbung der 
Oberseite, Fühler und Palpen, hauptsächlich verschieden. Der Thorax zeigt an den Seiten 
vor der Mitte nicht wie bei der verglichenen Art eine Querlinie, die in die Dorsal- 
depression hineinragt, sondern nur eine feine, kleine Querbeule. Die Oberseite ist matter, 
etwas kräftiger sculptirt und die Behaarung sehr fein, greis. — 

') Ist wahrscheinlich trotz der verschiedenen Färbung und dem eingebuchteten 
Vorderrande des Halsschildes nur eine Kasse der A. nigrina m. 



Ueber die Arten der Coleopteren-Gattung: 
Anemia Gast, aus der palaearctischen Fauna. 

Von 

Edm. Reitter in Paskau (Mähren). 

Die Arten der bekannten Tenebrioniden-Gattung Anemia sind auf 
Afrika, Südeuropa und Asien beschränkt. Gemminger-Haroid zählen 
(1870) 7 Arten auf, und zwar nur Vertreter aus Afrika und eine {sardoä) 
aus Südeuropa. Im Jahre 1884 gab ich eine kleine Abhandlung über 
die syrischen Arten der Gattung Anemia {sardoa, roiundicollis und asperula)\ 
und im Jahre 1894 gab ich in der Deutschen Ent. Ztschr, pag. 49 eine 
Uebersicht der mir bekannten Anemia- hxi^n, welche 6 Arten umfasste. 

Wie ich mich seither überzeugte, wurden dadurch die vorhandenen 
palaearctischen Arten noch lange nicht erschöpft, und obgleich mir 
noch einige beschriebene Arten unbekannt blieben, so wird die vor- 
liegende Uebersicht über die mir zur Zeit voriiegenden Arten wesentlich 
das Erkennen derselben erleichtern. Alle Arten sind sehr überein- 
stimmend gebaut und einander ungemein ähnlich, w-as Veranlassung war, 
dass man verschiedene Arten mit einander zusammenwarf, doch fällt 
die verschiedene Grösse der einzelnen Species sofort in's Auge. Man 
kann zwei gut abgegrenzte Gruppen unterscheiden, die neben andern 
Eigenthümlichkeiten auch im Fühlerbaue wesentlich abweichen, doch 
scheint es mir, dass wir in denselben keine Gattungsverschiedenheiten 
zu erbHcken haben. 



Uebersicht der Anemia-Arten aus der palaearctischen Fauna. 
I. Gruppe: Vorderrand des Halsschildes ungerandet, Hinterwinkel des 
Halsschildes durch eine scharfe Ecke oder ein Dörnchen markirt. 
Flügeldecken oben kahl, gegen die Spitze zu mit einem sehr feinen 
Nahtstreifen; Fühler 11 gliederig, die Keule fast^) 5gliedeng. 

*) Das erste Glied der Keule ist immer ein sog^cnanntes Ueberg^aiigsglied ; es ist 
nämlich konisch, an der Basis nur so breit als die vorhergehenden, an der Spitze breiter, 
aber kaum noch so breit, als die Mittelglieder der Keule. Die l'ühlerkeule ist bei den 
Arten der i. Gruppe länger und schmäler, bei der z. kürzer und breiter, hier aber nicht 
so ^leichmässig wie bei der i. Gruppe. 



41 



I" Vorderrand der Stirn in der Mitte ausgerandet, daneben jederseits 
ohne oder nur mit sehr kleinem Ausschnitte. Die Klauen sind fein, 
mehr weniger gebogen, von normaler Länge. 

2" Seitenrand des Körpers, besonders der Flügeldecken, mit langen 
wolligen Wimperhaaren besetzt, Hinterschienen am Innenrande fast 
gerade verlaufend, Endzahn derselben an der Spitze eingeschnitten; 
Oberseite ohne Metallglanz. 

3" Grössere Arten von 5 — 6 mm Länge. Hinterwinkel des Hals- 
schildes als Dörnchen markirt. 

4" Vorderrand der Stirn jederseits neben der mittleren Ausrandung 
ohne Einschnitt. Endzahn der Vorderschienen breit stumpf dreieckig, die 
Vorderseite desselben stark abgeschrägt. — Südeuropa (Sardinien, 
Griechenland etc.); Algier, Marocco, Syrien; Armenien: Araxesthal. 

sardoa Gene.^) 
4' Vorderrand der Stirn jederseits neben der mittleren Ausrandung 
mit kleinem aber sehr markirtem Einschnitte. Endzahn der Vorder- 
schienen sehr breit, vorne fast gerade abgestutzt, die Aussenecke ab- 
gerundet, der ganze Zahn eine viereckige Platte darstellend. Sonst der 
vorigen Art sehr ähnlich, aber kürzer. — Transcaspien: Agamed, 
Artschinan, Pul-i-chatum; Turkestan*): Margelan, Chodshent. — 
(Mt'crozoumJ, Ball. Mose. 1878, pg. 332. dentipes Ball. 

3' Kleine, starkgewölbte Art von 3,2 — 4 mm Länge. Hinterwinkel des 
Halsschildes nur undeutlich eckig, nicht dörnchenförmig vortretend. — 
Syrien. rotundicollis Desbr. 

2' Seitenrand' des Körpers nur mit spärlichen, kürzeren steiferen 
Härchen besetzt, Hinterschienen am Innenrande stark gebuchtet, der 
Endzahn derselben nicht zweizipflig eingeschnitten. Dunkelbraun, mit 
deuriichem Metallglanz, Fühler und Beine braunroth. Long. 3 — 4 mm. — 
Bouksoul, Boghari; nach Raffrey; mein Exemplar stammt aus 
Aegypten (Hellouan). submetallica Raflfr. 



') Diese Art soll identisch sein mit grunidata Laporte, aus Sencgambien. Mir 
liegen zwar Exemplare vom Senegal nicht vor, glaube jedoch, dass sich solche bei 
näherem Vergleich kaum mit sardoa identihciren lassen werden. So viel ich mich 
entsinne, sah ich Ex. vom Senegal vor Jahren, die auf mich einen von anrdoa ganz 
verschiedenen Eindruck gemacht haben. 

') Die in Deutsch. E. Ztsch. 1894 P&- 49 t)ci A. sardoa bezogenen Patriaangaben: 
'(urcmenien und Turkestan haben für detttipes Ball, zu gelten. 

Eine sehr ähnliche, etwas grössere matte Art aus Abyssinien : A, opacula (Ann. 
Fr. 1893. 99) hat Fairmaire beschrieben; ausserdem soll diese Art stumpf vortretende 
Hinterwinkel des Halsschildes besitzen: Long. 7,5 mm. 



42 

I" Vorderrand der Stirn in der Mitte tief ausgerandet, daneben jeder- 
seits mit einem kleineren Ausschnitte, daher dreibuchtig. Endzahn der 
Hinterschienen am Ende nicht eingeschnitten, daher nicht zweizipflig. 
Klauen haarförmig, lang und gerade. 

5" Der ganze Kopf ist granulirt, vorn rugos. Einfarbig braunroth. 
Long. 8 mm. — Mir unbekannt.^) — Algier. — Ab. V. 146. pilosa Tonrn. 
5' Kopf punktirt, nicht granulirt, vorn rugos. 

6" Flügeldecken ohne Spuren von Streifen. — Robust, stark gewölbt, 
rothbraun bis braunschwarz, glänzend, Fühler roth, die Seiten des 
Körpers lang, gelb, wollig bewimpert. Kopf stark und dicht, Scheitel 
feiner punktirt. Halsschild vorne ungerandet, Basalrandung kräftig und fast 
gerade, Hinterwinkel als kleine Dörnchen vorspringend, oben dicht und 
stark, einfach, auf der Scheibe spärlicher punktirt. Schildchen glatt. 
Flügeldecken 72 mal länger als zusammen breit, etwas stärker als der 
Thorax punktirt, an den Seiten schwach raspelartig, die Spitze dicht und 
fein granulirt. Die beiden Zähne der Vorderschienen lang, 
zugespitzt. Long. 5,75 — 7,5 mm. Aegypten (Hellouan), aber auch 
I Exemplar von Oran. Von Dr. A. Fenyes gesammelt. Fenyesi n. sp. 
6' Flügeldecken mit Spuren von Streifen. Long. 5,2 mm. — Central- 
Asien: Oasis Nia.^) sinuatifrons Reitt. 

II. Gruppe: Vorderkante des Halsschildes durchaus fein gerandet, Hinter- 
winkel desselben abgerundet; Flügeldecken oben mit einzelnen 
feinen Härchen besetzt, ohne Nahtstreifen; Fühler meistens^) zehn- 
gliederig mit etwa viergliederiger Keule. 
I" Die vordere Hälfte des Kopfes ist sehr stark gekörnt und gelb 
behaart. Fühler elfgliederig mit etwa fünfgliederiger, dünnerer Keule, 
Kleine Art aus Syrien.*) Long. 3 mm. asperula Reitt. 

I' Stirn dicht runzelig punktirt, vorn kaum granulirt, kahl. Fühler 
zehngliederig, Keule breiter, etwa viergliederig. 



*) Man hat diese Art zu granulata mit der sardoa gezog^en. Nach obigen Merk- 
malen ist jedoch ihre Identität mit sardoa vollkommen ausgeschlossen. 

^) Das Unicum liegt mir bei dieser Bearbeitung nicht vor und kann ich demnach 
nicht bestimmt anführen, ob die Stellung dieser Art an diesem Platze, wie ich vermuthe, 
richtig ist. 

^) Nur A. asperula scheint 1 1 gliederige Fühler zu besitzen und hat eine dünnere, 
losere, etwa fünfgliederige Keule. 

*) Baudi unterscheidet von dieser Art eine Var. seriesetosa (Bull. Mus. Zool. 
et Anat., Torino 1894, 8) von Damascus, welche auf den Decken 7 — 8 regelmässige 
Borstenhärchen besitzt. Solche Härchen sind aber auch mehr minder deutlich bei allen 
Arten der 2. Gruppe vorhanden und gerade bei meiner asperula nur scheinbar fehlend. 



43 



2" Grössere Art von 4 — 4,8 mm Länge. Halsschild dicht punktirt, 
Punktur der Flügeldecken verworren, seitlich feine Raspelkörnchen 
bildend. — Transcaspien, Turkestan, Aegypten (Hellouan), Algier 
(Biskra). Fausti Solsky. 

2' Kleine Arten von 3 mm Länge. Die Punktur der F'lügeldecken 
mehr weniger gereiht erscheinend.^) 

3" Clypeus jederseits neben der Mittelausrandung mit kleinem, deut- 
lichem Einschnitte. Halsschild auf der Scheibe mit einfacher Punktur, 
über dem Schildchen mit punktfreier Stelle. Flügeldecken kaum stärker 
als der Thorax punktirt. Braunschwarz, glänzend, die Beine heller, 
Tarsen rostroth, Fühler gelb. — Transcaspien: Mursarabat. 

Hausen Reitt. 
3' Clypens jederseits neben der Mittelausrandung ohne deutlichem 
Einschnitte, Halsschild auf der Scheibe mit quergewellter Punktur, 
Flügeldecken viel stärker als der Thorax punktirt. Braunroth.*) — 
Aegypten: Hellouan. Pharao n. sp. 



*) Eine fast streifige Punktur scheint zu besitzen die mir unbekannte A. striolata 
Fairm. Ann. Belg. 1894. 311, aus Algier, die ich nicht einmal der Beschreibung nach kenne. 

*) Diese Art ist der A. Fat*sti sehr ähnlich, aber doppelt kleiner, rostroth, und 
vieUeicht eine Zwergform derselben darstellend. 



Monographie der Bienengattung Nomia (Latr.). 

(Palaearctische Formen). 

Von 

Heinrich Friese in Innsbruck. 

Nomia 

Latreille, Hist. nat. Crust. et Insect. XIII. p, 369 (1805). 

Nigra aut rufa, sparsim villosa (tomentosa!), crasse punctata, ab- 
dominis segmentorum margines basi plus minusve albido-fasciati; antennae 
filiformes, 9 = i^-, cf = 13-articulatae; palpi maxillares 6-arliculati, 
palpi labiales 4-articulati, articulo basali longioribus, labium elongatum, 
acuminatum. Tegulae maximae et membranaceae; cellulae ciibitales 3, 
2. parva quadrataque. Pedes postici 9 tibiis metatarsisque scopa tenui 
albidaque instructi, tarsorum articulo 2. angulo inferiore primi inserto, 
cT femore tibiaque paradoxo-formatis ; segmentis ventralibus saepe 
armatis aut excisis. — Long. 6 — 13 mm. 

Die Bienengattung Nomia wurde 1805 durch Latreille auf Lasius 
dtffotmt's Panz. (cf ) und Andrena humeralis Jurine begründet, sie ist als ein 
Bindeglied zwischen Halictus und Macropis aufzufassen und unterscheidet 
sich von ersterer durch die etwas längere und mehr zugespitzte Zunge, 
von Macropis durch den einfacheren Sammelapparat und die 3 Cubital- 
zellen. Nomia ist eine auffallende Gattung, die im Habitus ausser mit 
Halictus auch mit Colletes viel Aehnlichkeit aufzuweisen hat (C, punctatus)^ 
sie unterscheidet sich von allen anderen Bienen durch die enorm ent- 
wickelten Tegulae, die ungefähr die halbe Länge des Thorax erreichen 
und weisslich getärbt sind; unter den palaearktischen Bienen zeigt nur 
das Subg. Nomioides ähnlich grosse Tegulae. 

Fühler fadenförmig, im 9 — I2gliederig und von Thora^änge, im 
^ = I3gliederig und so lang als Kopf und Thorax zusammengenommen. 
Mundtheile ziemlich kurz, Zunge aber breit, etwas verlängert und zu- 



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gespitzt, sodass Aomia^) sich gut an Melitla anreihen lässt und wohl eben- 
sogut zu den Melittinae wie Andreninae zu stellen wäre. Die 
Mandibeln sind gebogen und einfach, die Maxillartaster 6-gliederig, die 
Glieder von ziemlich gleicher Länge, die Labialtaster 4-gliederig, deren 

1. Glied am längsten ist. 

Kopf rundlich und flach, wie der Körper gewöhnlich sehr grob 
punktirt; Körper schwarz bis schwarzbraun, mit hellen, durchscheinenden 
Segmenträndern des Abdomen, die durch die darunterliegenden, weissen 
Filzbinden der folgenden Segmente auffallender werden. Wangen sind 
nicht entwickelt, die inneren Augenränder nach dem Munde zu conver- 
girend. Pronotum ist sehr schmal und von oben nur an den Seiten 
sichtbar, die Seitenecken sind oft häutig und weit vorragend (ruficornis, 
femoralis, fugax); Scutellum gross und flach gewölbt, Postscutellum ge- 
wöhnlich schmal und weiss befilzt. Tegulae sehr gross, häutig und die 
Flügelbasis weit bedeckend; Flügel mit 3 Cubitalzellen, von denen die 

2. sehr klein und quadratisch ist. Das Abdomen zeigt in beiden Ge- 
schlechtern 6 (-7) Dorsal- und 6 Ventralsegmente (resp. Platten); die 
Behaarung ist wie auf dem Thorax sehr sparsam und erscheint der Körper 
gewöhnlich fast kahl. 

9 — bei allen Arten ziemlich g/eichartig morphologisch gebildet 
auch die Skulptur zeigt nur geringe Unterschiede; die Art der Behaarung 
gilt oft als grundlegendes Unterscheidungsmerkmal der Species. Beine 
im Gegensatz zum (^ einfach gebildet, Scopa kurz, hell gefärbt, der 
Metatarsus wohl von der Breite der Schienen, aber viel spärlicher be- 
haart; Penicillus deutlich entwickelt, aber nur schwach hervortretend, das 
2. Tarsenglied breit, dreieckig und an der unteren Ecke des Metatarsus 
eingefügt. Eine künstliche Anfeuchtung des eingesammelten Pollen zum 
Zwecke des engeren Zusammenballen, w-ie bei Macropis und Melitta, findet 
nach meinen Beobachtungen nicht statt. 

cT — Gesicht dicht und lang hell befilzt; das Scutellum wie die 
Mittelbrust (unten) tragen oft jederseits einen grossen, gekrümmten Dorn; 
das Analsegment am Rande oft Ausbuchtungen und Höcker. Sehr 
charakteristisch für Nomia ^f sind die paradoxen Bildungen der Hinter- 



*) Hier sei noch darauf hingewiesen, dass die Länge der Mundtheile, speciell die 
Zunge der Bienen, allein durchaus kein sicherer Maassstab zur Feststellung der Verwandt- 
schaft der einzelnen Bienengattungen ist, denn die Mundtheile der Insekten sind ein so 
umbildungsfähigcs, anpassungsfähiges Organ, dass sie innerhalb einer Gattung {Afidretia 
nasuta und gurynanaj Osmia tnacrogloasa und hicorniSy ruhicola) beträchtlichen Längen- 
unterschieden unterworfen sind und sich allein nicht zur Begründung eines natürlichen 
System verwenden lassen ; immerhin liefern sie eine gute Grundlage zur schnellen Orientirung. 



47 

beine, die fast bei allen Arten wieder auftreten und gute Artunterschiede 
bilden, auch die Ventralsegmente bieten in dieser Beziehung sehr gute, 
morphologische Anhaltspunkte im Gegensatz zu Halictus und Andrena. 

Die Gattung Nomia ist eine nicht häufige Erscheinung, die nur einzeln 
und lokal auftritt; ihr Hauptverbreitungsgebiet erstreckt sich auf Südeuropa, 
Kaukasus, Turkestan; in Deutschland ist die Gattung seit Panzer (N. diver- 
stpes und femoralis bei Mannheim) nicht mehr gefunden worden, in Ungarn 
sind bisher 3 Arten constatirt. Die nördliche Grenze ihres Vorkommens 
geht durch die südlichen Alpenthäler (Wallis, Bozen) nach Budapest, Krakau. 

Beim Blumenbesuch wählen die Arten in Folge ihrer kürzeren 
Mundwerkzeuge mehr freiliegende Nektarquellen, z. B. Thymus serpyllum 
(Wallis, Ungarn) und Reseda odorata (Bozen); Pollen sammelnd fand ich 
ruficornis einst zahlreich auf Disteln. 

Ueber die Nest an läge ist bisher wenig bekannt geworden, ich 
vermuthete nur, dass dieselbe unterirdisch statthat. Nähere Mittheilungen 
verdanke ich meinem PVeunde A. Mocsary in Budapest, der N. ruficornis 
bei Grebenacz (am Rande der grossen Flugsandsteppe in S.-Ungarn) und 
bei Siofok am Plattensee (Mittel -Ungarn) an den Wegen im Dorfe in 
mittleren Colonien (20 — 30 Stück), wie die ^wr^r^-Arten tief in der Erde 
nistend fand. Das Erdreich war sandig, die Colonien beständig, also alle 
Jahre wieder an derselben Stelle auftretend; die Ent Wickelung einjährig. 

Während Mocsary meine Beobachtung, dass Pasitfs als Schmarotzer 
von Nomia anzusehen ist, nicht bestätigen konnte, meldet Herr A. Ducke 
in Triest mir bereitwilligst folgendes: 

Bei Grado, westlich von Triest, beobachtete er am 5. — 16. Juli 1896 
zahlreiche Nomia ruficornis auf dem grossen Damm, unweit der Bade- 
anstalt Die Nestercolonie fand sich nach Art der Halictus in dem sandigen, 
aber doch festgetretenen Boden des Fussweges oben auf dem Damm, 
der seitlich mit Gras bestanden ist. Die Fluglöcher waren nie einzeln, 
sondern immer 10 — 20 nahe beisammen. Der F'lug der Thiere ist sehr 
rapid und geht dicht über den Boden hin, auch flogen die Thierchen 
in der stärksten Mittagshitze; die 9 besuchten eine gelbblühende Com- 
posite an der Seite des Dammes und schleppten viel Pollen herbei; die ^f 
waren infolge ihres unstäten Fluges schwer zu fangen und zu beobachten. 

Als Schmarotzer constatirte Herr Ducke den Pasites maculaius 
in II Exemplaren (9), welche die Nomia 9 verfolgten und in deren 
Nestlöcher schlüpften^). 

Die Systematik der Arten bietet in Bezug der Unterscheidung 



*) Beiden Herren für ihre Mittheilungen auch hier meinen besten Dank. 



48 



der Weibchen grössere Schwierigkeiten, da morphologische Bildungen 
ganz fehlen und nur die Behaarung , Farbe und feinere Sculptur- 
unterschiede einige Anhaltspunkte liefern; dagegen bieten uns die 
Männchen durch auffallende, plastische Merkmale sehr gute Kennzeichen 
und ist ein Verwechseln bei einigermassen guten Beschreibungen wohl 
ausgeschlossen. Die grotesken und mannigfaltigen Bildungen der Hinter- 
beine, wie diejenigen der Ventralsegmente lassen bei einiger Aufmerk- 
samkeit sämmtliche cf leicht erkennen und beim methodischen Sammeln 
und Beobachten auch die dazu gehörenden Weibchen sichten. 

Die Arten des Ostens der palaearktischen Zone scheinen eine be- 
sondere Gruppe zu bilden (chalybeata) zu bilden, da sie sowohl im Habitus 
wie durch die längere Zunge und im cf durch die 7 Dorsalsegmente 
abweichen. 

Die Arten lassen sich in 4 Gruppen gliedern: 

I. Gruppe divcrsipes (Hinterschenkel ausserordentlich verdickt). 

1. diversipes Latr. 

2. femoralis Pallas 

3. fugax Mor. 

4. monstrosa Costa 

5. cquestris Gerstaeck. 

6. valga Gerstaeck. 

7. caucasica Friese 

II. Gruppe ruficorm's (Hinterbeine nicht besonders verdickt). 

8. ruficornis Spin. 

9. rufiventris Spin. 

10. unidentata Oliv. 

11. bispinosa Brülle 

III. Gruppe laiipes (Körper befilzt oder beschuppt). 

12. latipes Mor. 

13. edentata Mor. 

14. inermis Mor. 

15. rufescens Mor. 

16. squamata Mor. 

IV. Grup[)e chalybeata (~=z Paratiomia Friese, n. subg., — Segment- 
ränder intensiv gefärbt, orange, blau oder grün, Zunge dünn, 
linear, so lang als der Kopf, (j mit 7 Dorsalsegmenten). 

17. chalybeata Smith 

18. opposita Smith 

19. punctulata D. T. 

20. simplicipcs Friese. 



49 



Anhang. 



21. aegyptiaca D. T. 

22. ampla Walk. 

23. armata Oliv. 

24. bicoloripes Walk. 

25. brevitarsis Eversm. 

26. eburneifrons Walk. 
2^. floralis Sm. 

28. japonica Sm. 

29. innesii Gribod. 



30. lamellata Sm. 

31. magrettii Gribod. 

32. minor Rad. 

33. nilotica Sm. 

34. pallidicornis Walk. 

35. scriptifrons Walk. 

36. vespoides Walk. 

37. walkeri D. T. 

38. zonaria Walk. 



Bestimmungstabelle der Arten von Nomia. 



1. Abdominalsegmente mit braunen oder röthlichweissen Rändern 2. 

— Abdominalscgmente mit blau oder grüngefärbten Rändern . . 10. 

2. Mesonotum vorne und die Abdominalsegmentc mehr oder weniger 

dicht hell beschuppt und befilzt — 3. 

— Mesonotum und Abdomen ohne diese Beschuppung, fast kahl . 6. 

3. Körper roth gefärbt, fast ganz dicht weissfilzig behaart — 

10 mm lg. 4. 

— Körper schwarz gefärbt, nicht überall weissfilzig behaart — 

6 — 8 mm lg. 5. 

4. Clypeus äusserst fein, sehr dicht und gleichmässig punktirt, Dorsulum, 

Scutellum und Abdomen teiner und dichter punktirt — lomm lg. — 

15. r^ufescens Mor. 
Turkestan. 

— Clypeus beiderseits grober und si)arsamer, die vertiefte Scheibe feiner 

und viel dichter punktirt, Dorsulum wie Scutellum sehr grob 
punktirt, mit glänzenden, breiten Punktzwischenräumen, die auf 
ersterem runzlig erhaben sind — 10— 1 1 mm Ig. — 

16. squamata Mor. 
Turkestan. 

5. (3) Kleinste Art, — 6 mm lg, — 14. inermis Mor. 

Turkestan. 

— Hinterschienen und Tarsen röthlich, — 7 mm lg.' — 13. edentata Mor. 

Turkestan. 
4 



50 

— Beine pechbraun, Klauenglieder dunkel, Hinterschienen rothgelb, 

Abdominalsegmente vollständig weiss behaart — 7 — 8 mm lg. 

12. latipes Mor. 
Eur. mer. or. 

6. (2) Beine schwarz oder rothbraun, weisslich behaart — ... 7. 

— Hinterschienen und alle Tarsen rostroth gefärbt, erstere auch innen 

ebenso behaart — 2. femoralis Fall. 

Eur. centr. or. 

7. Clypeus, Stirnschildchen und Pronotum mit einzelnen grossen Punkten 

besetzt, Postscutellum dicht weiss befilzt u. lang abstehend behaart — 8. 

— Clypeus und Stirnschildchen dicht runzlig punktirt, Postscutellum 

kaum befilzt — 9. 

8. Beine schwarz, Abdomen sehr schmal (3 mm brt), Körper 9 mm lg. — 

3. ffigax Mor. 
Kauk. Turkest. 

— Beine rothbraun, Abdomen breit (4 mm brt.), — Körper 10 mm lg. — 

8. ruftcomis Spin. 
Eur. mer. Hung. 

9. (7'^ Grösseres Thier, 1 1 mm lg., nur der Endrand des 5. Abdominal- 

scgmentes und das 6. rostroth behaart — 4. monstrosa Costa 

Eur. mer. 

— Kleineres Thier, 7 — 8 mm lg., 5. und 6. Segment ganz und gar 

Aveisslich behaart — i. diversipes Latr. 

Eur. mer. centr. 

10. (i) Postscutellum 2-dornig — 11. 

— Postscutellum eben, Clypeus und Stirnschildchen mit grossem Kiel 

an der Basis, — 12 — 13 mm lg. — 17. chalybeata Sm. 

N.- China. 

11. P'ühler ganz pechbraun, Clypeus mit Längskiel und stark aufge- 

worfenem Vorder- und Seitenrand, — 10 mm lg. — 

20. simplicipes Friese 
N.-China. 

— Fühler schwarz, nur das Endglied pechbraun, Scutellum jederseits 

in einen kleinen, eckigen Winkel vorgezogen, — 11 mm lg. — 

19. pu>nctiUata D. T. 
China. 



51 



1. Abdominalsegmente mit braunen oder röthlichweissen Rändern — 2. 

— Abdominalsegmente mit blau oder grün gefärbten Rändern — 11. 

2. Thorax und Abdomen nur sparsam behaart, letzterer grösstentheils 

unbehaart — 3. 

— Thorax und Abdomen mehr oder weniger dicht befilzt oder beschuppt, 

Hinterschienen gross, verdickt oder sehr verbreitert, weis — 7. 

3. Endsporn der Mittelbeine gleich '/& bis V* der Länge des i. Tarsen- 

gliedes; Hinterschenkel enorm angeschwollen, Schienen ver- 
schwindend klein — 4. 

— Endsporn der Mittelbeine nur V* bis V* der Länge des i. Tarsen- 

gliedes erreichend, Hinterschenkel verdickt, Schienen von normaler 
Länge — 6. 

4. Scutellum jederseits mit einem Dorn bewehrt — 5. 

— Scutellum unbewehrt, Hinterschienen nach hinten mit griffelartigem 

Fortsatz — 4. manstrosa Costa 

Eur. mer. 

— Scutellum unbewehrt, Hinterschienen ohne diesen Fortsatz — 

7. caucasica Friese 

5. Ventralsegment 4. mitten am Rande mit 2 mächtigen, winklig ab- 

stehenden Dornen bewehrt. Hinterschienen und Tarsen rostroth, 
Abdomen eiförmig — 2. femoraMs Pallas 

Eur. centr. or. 

— Ventralsegment 4. ohne diese Dornen, nur mitten mit vorstehendem 

Kiel, Hintertarsen weissgelb, Abdomen schlank und parallel — 

3. fugcux Mor. 
Kauk. Turkest. 

6. (3) Hinterschenkel verdickt, an der Dorsalseite gewinkelt, Unterseite 

ausgehöhlt und mit langen schneeweisseh Borstenhaaren dicht 
besetzt, Schienen an der Spitze in eine weisshäutige Membran 
ausgezogen; Ventralsegment 4. mit 2 dicht nebeneinanderliegenden, 
über den Endrand vorspringenden Kielchen — i. diversipes Latr. 

Eur. centr. mer. 

— Hinterschenkel nicht auffallend verdickt, nicht gewinkelt, aber an 

der unteren Spitze mit mächtigem Zahne bewehrt. Schienen ohne 
membranartige Verlängerung; Ventralsegment 4. unbewehrt — 

8. ruftcomis Spin. 
Eur. mer. or. 
4* 



52 

7- (2) Sporn der Mittelbeine kurz, nur V* bis V^ der Länge des i. Tarsen- 
gliedes erreichend — 6 — lo mm lg. — 8. 

— Sporn der Mittelbeine sehr lang, gleich der Länge des i. Tarsen- 

gliedes — lo— 1 1 mm lg. — i6. sqtianiata Mor. 

Turkest. 

8. Scutellum ohne Seitendorne — g. 

— Scutellum mit Seitendorne, oder doch stachelartig vorspringenden 

Ecken — lo. 

9. Klauenglieder der Vorder- und Mittelbeine sehr verbreitert, scheiben- 

förmig und kohlschwarz, — 7 — 8 mm lg. — 13. edentata Mor. 

Turkest. 

— Klauenglieder nicht erweitert, — - 6 bis 672 mm lg. — 1 4. inermis Mor. 

Turkest. 

10. (8) Körper schwarz gefärbt, Metatarsus gelb und parallel, — 8 mm lg. — 

12. latipes Mor. 
Eur. mer. or. 

— Körper hellroth gefärbt, Metatarsus bogenförmig gekrümmt, — 

10 mm lg. — 15. rufescens Mor. 

Turkest. 

ri. (\) Hinter.^^chenkel verdickt und gekrümmt. Hinterschienen an der 
inneren Spitze in eine Verlängerung ausgezogen, Abdominalsegment 
2.-5. gelbgrün gerändert, — 12. 

— Hinterschenkel einfach, auch die Schienen einfach, ohne Verlängerung, 

nur gekrümmt und dreikantig, Abdominalsegment i. bis 5. grün 
gerändert, — 20. simplidpes Friese 

Hongkong. 

12. Postscutellum in 2 nach hinten gerichtete Dorne ausgezogen, Scutellum 
mit winkeligen Hinterecken, Analsegment breit ausgerandet mit 
winkelig vorspringenden Ecken, - - 1 1 mm lg. — 

19. punctulata D. T. 
China. 

— Postscutellum unbewehrt, Scutellum gleichmässig abgerundet, Anal- 

segment ausgerandet mit abgerundeten Ecken — 12 — 13 mm lg. — 

17. chalybeata Sm. 
N. China. 



53 



I. Namia diver sipes Latr. 

iSob. — Nomia divcrsipcs Latreillc, (^ — Gen. Crust. & Insect. 1.; T. 14 F. 8 & IV. 

P- 155- 
1807. — Andrena humeralis Jurine, 9 — Nouv. meth. class. Hymen, p. 231; T. 14 F. 6. 
1S41. — Nomia divcrsipes Lepeictier, (/" — Hist. nat. Insect. Hymen. 11. p. 293. 
1853. — Nomia Hungarica Förster, (^ — Verh. naturh. Ver. prcuss. Rheinl. X. p. 356. 
i8(>i. — Nomia humeralis Costa, (^9 — Fauna Napoli. Andren, p. 6 & 10; T. 31 bis p. i 

(9) & 2 [^). 

i8b8. — Nomia divcrsipes Radoszkowski, Q — Horae soc. entom. Ross. V. p. 79. 

1872. — Nomia divcrsipes Gerstaecker, c^ 9 — Stettin, entom. Zeitg. XXXlll. p. 304. 

1875. — Nomia divcrsipes Smith, (^ — Trans. Entom. Soc. London p. 53; T. 2 F. i. 

187b. — Nomia divcrsipes Morawitz, cf 9 — Fedtschenko: Turkestan Mellifera II. p. 258. 

Niger, species minor, 9 pedibus piceis, tarsis ultimis rufis, (^ segmento 
ventrali 4. margine dentibus duobus parallelis armato, femoribus posticis 
siibtus excavatis, dense longissimeque niveo-setosis, tibiis brevibus, apice 
lamella acuminata productis. 

Nomia diver sipes ist eine der kleineren und am weitesten nach Norden 
vordringenden Arten fMannheim), sie fJillt im 9 durch das dicht weiss- 
befilzte Postscutellum und die braungefilrbten Segmentränder wie Beine 
auf, im (^ sind die beiden aneinander Hegenden und nach hinten vor- 
springenden Dornen des 4. Ventralsegmentes und die unten ausgehöhlten 
und hier lang und dicht abstehend, schneewciss beborsteten Hinter- 
schenkel, wie das zugespitzte, häutige Blatt am Ende der Hinterschienen 
charakteristisch. 

9. — vSchwarz, späriich greis behaart und überall sehr grob punktirt; 
Clypeus grob-, fast längsrunzelig; Fühler oben schwarz, unten rothgelb; 
Pronotum und Postscutellum dicht weiss befilzt, letzteres ausserdem noch 
mit abstehenden, weissen Haaren besetzt. Abdomen grob punktirt, mit 
glatten P2ndrändern, die auf dem 2. — 3. Segmente braun gefärbt sind, 
davor mit einzelnen w^eissen Haaren besetzt, 5. dicht greis, 6. roth behaart; 
die Basis des 3. — 4. zeigt bei angezogenen Segmenten eine scharfe, dicht 
weissbehaarte Binde. Ventralsegmente punktirt, mit breiten, glänzenden 
und fein quergerunzelten Endrändern, davor mit bräunlichen PVansen. 
Beine schwarz, Tarsen rothbraun, weisslich behaart; Scopa weiss, Penicillus 
braun, Metatarsus innen röthlich behaart, Sporen rothbraun. Elügel 
getrübt, Adern braun, Tegulae weiss mit schwarzbrauner Basis, grob 
punktirt. — 7 — 8 mm lang. 

(/ — dem Weibchen wenig ähnlich; Kopf und Thorax dicht 
und kurz gelbbraun behaart; Füliler länger als beim 9. die Glieder fast 
quadratisch. Mittelbrust mit zwei langen von einander abstehenden, 



54 

stumpfen Dornen bewehrt. Abdomen wie beim 9> ^^s i. Segment an 
der Basis lang und sparsam gelblich behaart, 2. — 5. mit gelblichem 
Rande, 3. — 5. mit mehr oder weniger deutlich sichtbaren, weissgelben 
Filzbinden an der Basis, die oft durch die vorgezogenen Segmente ver- 
deckt Averden; 6. breit abgerundet, mitten schwach ausgebuchtet. Ventral- 
segmente matt, mit hellgelben Rändern, 4. in der Mitte auf der hinteren 
Hälfte mit zwei dicht nebeneinander Hegenden, scharfen, den Eiidrand 
dornartig überragenden Kielen, das 5. an der Basis gekielt, mitten am 
Hinterrande in der Form zweier breiter, gerundeter Lappen stark hervor- 
tretend, zwischen diesen und dem Kiel stark vertieft, das 6. beiderseits 
mit starkem, schrägen, zwxispitzigen Kiel und grubiger Vertiefung an dessen 
Innenseite. Beine schwarz mit rostrother Schienenspitze, i. Tarsenglied 
der beiden hinteren Beinpaare gelb, die Spitze wie die übrigen Tarsen- 
glieder rothbraun; Mitteltarsen kurz und verbreitert, i. GHed kurz 
gefranst, Sporn der Mittelbeine gleich V* der Länge des i. Tarsen- 
gliedes; Hinterhüften unbewehrt, Schenkel stark verdickt, ihr oberer 
Rand fast rechtwinkelig gekrümmt, die untere Aushöhlung mit langen, 
schneeweissen, stumpfen Borstenhaaren dicht angefüllt; Hinterschienen 
an der inneren Spitze in ein breites, weissliches, säbelartig gekrümmtes, 
der Länge der Schiene gleichkommendes Blatt ausgezogen, diese Ver- 
längerung ist lanzettartig zugespitzt. Die Hintersporen fehlen also ganz. — 
772 — 8 mm lang. 

Nomia dwersipes ist über ganz Südeuropa verbreitet, ist auch in den süd- 
lichen Alpenthälern (bei Bozen, Siders) wie in Ungarn noch recht häufig; 
als nördhchster F'undort ist mir Mannheim (Panzer) bekannt geworden. 
Die Art besucht mit V^orliebe Thymus serpyllum (Wallis, Ungarn) und 
Reseda (Bozen). Im Mus. Min befinden sich 135 Exemplare aus Süd- 
europa, von Sicilien bis Bozen und Ungarn, ferner aus Nordafrika, 
Algier, Aegypten und Libanon, Kaukasus und Turkestan. 

2. Nomia femoralis Pallas 

1773. — Apis femoralis Pallas, — Reisen d. versch. Prov. d. russ. Reich. II. 2. p. 731. 

1805. — Lasius difformis Panzer, — Faun. Insect. Gcrman. VIII. P. 89 T. 15. 

i8c)(). — Mcijilla difformis Panzer, — Krit. Revis. II. 1806 p. 225. 

18(^6. — Colletcs r difformis Illiger, (^ — Magaz. f. Insectenk. V. p. 42. 

1807. — Lasius difformis Jurinc, (^ — Nouv. meth. class. Hymen, p. 238. 

1809, — Nomia difformis Latreille, — Gen. Crust. & Insect. IV. p. 155. 

181 1. — Xomia difformis Olivier, — Encycl. method. Insect. VIII p. 376. 

1835. — Halictus difformis Lamarck, — Hist. nat. anim. s. vcrt. Ed. 2* IV. p. 293. 

1852. — Xomia difformis Kversmann, (^ ^ — Bull. soc. natural. Moscou XXV. P. 3. p. 58. 

1859. — Xomia difformis Schenck, — Jahrb. Ver, Xaturk. Xassau XIV. p. 397. 



55 



1867. — Nomia difformis Schenck, c/' 9 — Jahrb. Ver. Naturk. Nassau XXl/lI. p. 314. 
1872. — Nomia difformis Gerstaecker, (^ O — Stettin, entora. Zeitg. XXXIII. p. 301. 
1875. — Nomia difformis Smith, (/" 9 — Trans. Entom. Soc. London p. 54, T. 2 F. 2 ((^). 
1877. — Nomia difformis Rudow, — Progr. Rcalsch. Pcrleberg p. 9. 
1879. — Nomia femoralis Mocsary, cT 9 — Mag^^ Tud. Akad. Math, es Termesz. Közlem. 

XVI. 1879 p. 25. 
1884. — Nomia difformis Saunders, (^ — Trans. Entom. Soc. London p. 267, T. 13 F. 18. 

Niger, grosse punctata, nitida, 9 tibiis posticis tarisque omnibus 
ferrugineis, cf segmentis ventralibus 4. — 5. medio dentibus duobus 
armatis, coxis posticis spinosis, femoribus valde incrassatis, angulo extremo 
anteriore dente magno ferrugineo, tibiis brevissimis, appendice longo, 
ferrugineo, apice truncato, munitis; calcaribus intermediis valde elongatis 
pallidis. 

A^omia femoralis gehört zu den grösseren Arten, sie fällt durch den 
stärkeren Glanz des Körpers, infoige zerstreuterer Punktirung, auf, im 
9 durch die rothgelben Hinterschienen, wie alle Tarsen, im (^ durch 
die riesig grossen, verdickten Hinterschenkel, die sehr kurzen, nicht in 
einen Griffel ausgezogenen (inonstrosa) Hinterschienen und die mit je 
2 Dornen bewehrten Ventralscgmente 4. — 5. 

9 — Schwarz, sparsam abstehend behaart; Clypeus feiner als bei 
den übrigen Arten sculpturirt; Pronotum und Scutellum nur schwach 
weisslich befilzt; Mesonotum dicht und sehr grob punktirt; Metathorax 
mit glänzendem, herzförmigen Raum, darunter mit tiefem, länglichen 
Grübchen. Abdomen kurz und abstehend gelblich behaart, die Segment- 
ränder kaum heller gefärbt, die Filzbinde an der Basis des 3. — 4 kaum 
sichtbar, 5. — 6. Segment dicht greis behaart; Ventralsegmente wie bei 
drversipes, roth gefranzt. Hinterschienen und Tarsen rostgelb, weisslich, 
innen goldgelb behaart, Scopa weisslich; Sporen bleich. — 9—10 mm lg. 

cf — dem Weibchen weniger ähnlich; Gesicht und Thorax dicht 
gelbgreis behaart; Fühler oben dunkel, unten rothbraun; Spitzen der 
Scutellumdorne gelb. Abdomen auf dem i. und 2. Segment sparsam 
lang und abstehend greisbehaart, Basis des 2. — 4. mit weisser Filzbinde, 
der Endrand des 6. fast gerade. Mittelbrust mit zwei langen, dicht 
aneinander stehenden Dornen, deren Spitzen gelbbraun sind; Ventral- 
segmente glänzend, ohne deutliche Punktirung, 4. am Rande mit zwei 
weit voneinander stehenden, dreieckigen und hackenförmigen Dornen, 
deren Spitze sich nach vorn krümmt, 5. eingedrückt, mitten am Hinter- 
rande mit zwei scharfen, dreieckigen und rostrothen Zähnen, beiderseits 
dicht befranst, 6. vertieft, jederseits beulig aufgewulstct. Beine pech- 
schwarz, mit rostfarbenen Schienen und Tarsen; Sporn der Mittelschienen 



56 



von > der Länge des i. Tarsengliedes; Hinterhüften mit langem und 
spitzem Zahn; Schenkel stark geschwollen, unten ausgehöhlt und hier 
mit geknöpften, weissen Haaren sparsam besetzt, der Innenrand vor der 
Spitze mit zwei kleinen Zahnecken, die scharfe Kante der Aussenseite 
in einen grossen, stumpfen und rostgelben Zahn endigend; Schienen 
mit langem, platten, gelben, gegen die Hüfte gerichteten, leicht ge- 
schwungenen, fast gleich breiten und abgestutzten Fortsatz. — lo bis 
10V2 mm lang. 

Nomia femoralis beobachtete ich einzeln in der Rakos bei Budapest 
im Juni und Juli an Anchusa; auch bei Deliblat (Süd-Ungarn); erhielt sie 
auch von Fiume (Korlevig). Mocsary beobachtete die Art häufiger 
in Ungarn an Onobrychis arenarius und Eryngium campestre im Juni. 
Nach Gerstaecker wurde sie bei Frankenthal (Pfalz), Mus. Berlin 
und bei Mannheim (Panzer) gefunden. Im Mus. Wien befinden sich 
Exemplare aus Ungarn; ein cT erhielt ich von Morawitz von Irkutzk 
(Sibiria). 

3. Nomia fugax Mor. 

1878. — Nomia fugax F. MorawiU, c/* 9 — Horae soc. entom. Ross. XIV. p. 93 no. 428. 

„9. — Nigra, nitida, tarsis apice antennarumque funiculo subtus 
rufescentibus; mesonoto scutelloque fortiter vage punctatis; abdominis 
segmentis intermediis depressione apicali vix punctatis. — Long. 10 mm. 

cf — antennarum funiculo subtus flavescenti; mesonoto scutelloque 
crebre punctato-rugosis ; scutello utrinque spinoso, segmentis ventralibus 
quarto quintoque longitudinalitercarinatis, apice profunde emarginatis; tibiis 
apice tarsisque albido-eburneis; pcdibus posticis: coxis subtus spina brevi 
armatis, femoribus valde incrassatis, subtus pilis nivcis dense vestitis, angulo 
externo anteriore dente magno pallido, fere membranaceo aucto, tibiis 
brevi.ssimis appendice longo albido, apice subtruncato munitis; calcare 
intermedio valde elongato. — Long. 9 — 10 mm.« 

Das 9 ist schwarz und glänzend, oben spärlich greisbehaart, die 
Fühlergeisscl desselben unten röthlich gefärbt. Der Clypeus ist dicht 
punktirt-gerunzcit, die Scheibe ziemlich fein gestreift und zwischen den 
Streifen fein punktirt. Das Stirnschildchen ist grob punktirt, mit breiten 
und glänzenden Punktzwischenräumen. Mesonotum und Scutellum sehr 
grob und sehr sparsam punktirt; ersteres nur am Vorderrande dicht 
behaart, das Postscutcllum mit greisen Haaren dicht bedeckt. Die hintere 
Thoraxwand grob und dicht punktirt, beiderseits mit einem vorstehenden 
Rande versehen; das Metanotum grob gestreift, der kleine herzförmige 



57 



Raum glatt und glänzend. Die Pleuren und die Brust dicht greisbehaart. 
Die Tegulae sind beinfarben mit brauner Scheibe; der Aussenrand der 
PMügel getrübt, das Randmal rothbraun, die Adern heller gefärbt. Am 
Abdomen ist die erhabene Basalhälftc der drei vorderen Segmente grob 
und sparsam, die niedergedrückte Endhälfte nur am Grunde, die des 
ersten Segments deutlich fein punktirt, das 2. und 3. Segment mit 
orangefarbenem Endsaume und weiss bewimperter Basis. Das 4. Segment 
ist am Grunde körnig punktirt und dünn behaart. Die Endfranse gelblich 
greis, die Ventralsegmente greis bewimpert. Die Beine schwarz, greis 
behaart; der Schiensporn der Mittelbeine sehr fein und nadeiförmig, 
kaum so lang als der halbe Mctatarsus; die Endglieder an den Vorder- 
beinen und das Klauenglied am dritten Beinpaare rostroth gefärbt. 

Beim cT Jst das Gesicht dicht gelblich greis behaart und die 
Fühlergeissel unten gelb gefärbt. Mesonotum und Scutellum dicht 
punktirt-gerunzelt, matt, ersteres am Hinterrande mit schuppenförmigen 
gelblichen Haaren dicht besetzt, letzteres beiderseits mit einem 
scharfen, an der Spitze gelb gefärbten Stachel versehen. Die übrigen 
Theile des Thorax stimmen in der Skulptur mit denen des 9 überein. 
Das Abdomen ist viel grober als beim 9 punktirt, der niedergedrückte 
Endrand der Segmente gleichfalls glatt, das 4. mit orangefarbenem End- 
saume, das 3. und 4. am Grunde sehr dicht schneeweiss bewimpert; 
die Bauchringe sind am Endrandc mit weissen Haaren ziemlich dicht 
besetzt, der 3. und 4. mitten tief ausgerandet und mit einem Längskiele 
versehen. Die Beine sind greis behaart, die Spitze der Schienen und 
die Tarsen weisslich gefärbt. Am dritten Beinpaare sind die Hüften 
unten mit einem fast hakenförmig gekrümmten Zähnchen bewehrt, die 
Schenkel sehr stark aufgetrieben, die Unterseite derselben mit schnee- 
weissen, steifen Haaren besetzt und an der Spitze vorn in einen grossen, 
fast membranösen, .weisslich getärbten Zahn ausgezogen; die Schienen 
sind sehr kurz, kaum länger als breit, mit einem langen, weisslich 
gefärbten Anhange versehen, der die Form eines an der Spitze schräg 
abgestutzten Lappens hat und bei eingeschlagenen Schienen fast die 
Basis des Schenkels erreicht; dieser Anhang ist am Grunde innen tief 
ausgeschnitten. Der Schiensporn der Mittelbeine ist sehr lang und nadei- 
förmig zugespitzt. 

Das cf ^^^ durch seine besonderen plastischen Merkmale von 
allen anderen leicht zu unterscheiden und noch am meisten N. monsirosa 
ähnUch, namentlich ist der Anhang an der Spitze der Hinterschienen 
fast ebenso gestaltet, diese haben aber noch an der Basis ausserdem 
einen langen, fast viereckigen Anhang; auch sind die Ventralsegmente ganz 



58 

anders beschaffen; das 9 ^^^^ ist denen der tf, /emora/is und ruficomis 
äusserst ähnlich; bei letzteren sind aber die Schienen und Tarsen des 
dritten Beinpaares bräunlichroth oder heller gefärbt. 

Kurgulutschaiskaja an Alhagi." (Kaukasus.) Mir liegt ein Pärchen 
von Sarachs, 22. Juni 1890 (Turkestan), durch die Güte Radoszkovski 
vor, ein anderes befindet sich ebendaher im Mus. Budapest. Morawitz 
erwähnt als Fundorte noch Pendshakent und Germab (Turkmenien); ein 

9 erhielt ich durch Morawitz vom Copet Dagh. Im Mus. Wien 1 cT 
vom Kaukasus. 

4. JSomia monstrosa Costa 

1852. — ? Nomia difformis Eversmann, r^ — Bull. soc. natural. Moscou XXV. P. 3. p. 58. 
1861. — Nomia monstrosa Costa, (^ — Fauna Napoli. Andren, p. 3; T. 31 F. i. 
1872. — Nomia monstrosa Gerstaecker, (^ — Stettin, entom. Zeitg. XXXIIl. p. 303. 

Nigra, dense et grosse punctata, 9 clypeo dense rugoso punctato, 
mesonoto dense grosseque punctato, postscutello haud albotomentoso, 
abdominis segmentorum margine obscuriore, ^f Vii /emorahs , sed scutello 
sine spinis lateralibus, tibiis posticis, postice in processum productis, 
segmentis ventralibus 4. — 5. inermibus, marginibus excisis. 

Nomia monstrosa gehört zu den grösseren Arten, das 9 fällt durch 
den feiner und dicht skulpturirten Clypeus, das dicht ^grob punktirte 
Mesonotum und die dunkleren Segmentränder gegen ruficomis auf, ^ 
ähnelt dem femoralis, ist aber an dem griöelartigen Fortsatz der Hinter- 
schienen und den unbewehrten Ventralsegmenten zu erkennen. 

9. — Schwarz, sparsam greis behaart; Clypeus fein und dicht 
runzlig-punktirt, Fühler oben dunkel, unten heller braun ; Pronotum weiss 
befilzt, Scutellum aber kaum auffallend behaart (vergl. dazu ruficomis). 
Abdomen mit kaum auffallenden Endrändern, 3. — 5. Segment an der 
Basis mit fast ganz verdeckten Filzbinden, ferner nur der Endrand 
des 5. und das 6. Segment röthlich behaart. Beine schwarzbraun, 
Tarsen heller, weisslich behaart, Scopa weiss, Penicillus bräunlich, 
Metatarsus innen roth behaart, Sporen rothgelb, Flügel gebräunt, Adern 
braun, Tegulae schwarzbraun mit breitem weissen Rande. — 9 bis 

10 mm lang. , 

cf — dem Weibchen ähnhcher; Fühlergeissel pechschwarz mit 
rostrother Spitze und Unterseite. Thorax dicht körnig punktirt, matt, die 
vordere Hälfte des Mesonotum und das Postscutellum kurz, aber dicht 
gelbbehaart; Seitendornen des Scutellum fehlen; Dornen der Mittelbrust 
mit rothbrauner, stumpfer Spitze. Abdomen körnig punktirt, Segment 
I. — 2. lang und dünn greis behaart; 6. gleichmässig abgerundet, ohne 
eine Spur von Buchtung oder Hocker. Ventralsegmcnte glänzend, 



50 



braun, sehr fein skulpturirt, mit einzelnen schwachen grösseren Punkten 
am Seiten theil; 4. mitten mit tiefem, eine glänzende Schwiele ein- 
schliessenden Ausschnitt, 5. mitten mit zw^ei stumpf lanzettlichen 
Läppchen, das eingedrückte und am Rande rostgelb behaarte 6. jeder- 
seits an der Basis mit kantig erhobener, glatter Schwiele und auf der 
Scheibe mit deutlichem Kiel. Beine pechbraun, die ersten Tarsen- 
glieder gelb, die übrigen rostroth, Mittelsporn gleich V> des i. Tarsen- 
gliedes; Hinterhüften nach unten mit einem kleinen Dorn, vor dem- 
selben abgeflacht und greis behaart; Schenkel stark geschwollen, mit 
scharf dreieckigem, rostrothen Zahn an der äusseren Spitze und einem 
breiteren an der Innenseite, die Aushöhlung an der Unterseite mit 
anliegenden, weissen Haaren besetzt; Schienen paradox gebildet, auf- 
fallend kurz, in der Richtung der oberen Schenkelkante griffelartig aus- 
gezogen, ihre gegen diesen Fortsatz fast rechtwinkelig abgesetzte, nach 
unten gekehrte Aussenseite leicht ausgehöhlt, geglättet und mit hellen 
Schuppenhaaren besetzt, ihre durch eine scharfe, bogige Kante begrenzte 
Innenfläche oberhalb der Tarseninsertion zu einem gerundeten Lappen 
erweitert; der an der Aussenseite des Metatarsus-Ursprungs sich in der 
Richtung gegen die Hüfte hin erstreckende Fortsatz gross, zungenförmig, 
platt, am Ende quer abgestutzt, wachsgelb, Metatarsus breit, innen dicht- 
hell behaart. — 11 mm lang. 

Nomia monsirosa liegt mir in einem Pärchen durch die Hülfe des 
Mus. Budapest vor, es stammt aus Griechenland. Gerstaecker erwähnt 
sie von Neapel, Calabrien (Costa) und Sicilien (Zeller). Im Mus. Wien 
sind Exemplare von Epirus (Erber) und Taurien. Meine Exemplare 
stammen von Granada (Spanien) und Griechenland. 

5. Ifomia equestris Gerst. 

1872. — Nomia equestris Gerstaecker, (^ — Stettin, entom. Ztg. XXXIII. p. 302. 

»cT- — ^on der Grösse der N. valga, 9 mm lg., Fühlergeissel roth- 
gelb. Thorax oberhalb nicht rauhhaarig, sondern am Vorder- und 
Hinterrande gleich dem Postscutellum dicht gelbfilzig; der übrige Theil 
des Mittelrückens und das Scutellum so kurz schwarz behaart, dass sie 
fast nackt erscheinen; beide dicht gedrängt, körnig punktirt mit leichtem 
F'ettglanze. Dornen des Scutellum und der Mittelbrust wie bei A". difforinis, 
Beine pechbraun, Schienen an der Basis und Spitze rostroth, Tarsen 
ebenso mit gelbem Metatarsus. Endsporn der Mittclschiencn viel kräftiger 
als bei N. dtfformü, kaum gekrümmt, nur wenig kürzer als der Meta- 
tarsus. Hinterhüften mit kegelförmigem Dorn. Hinterschenkel viel 
weniger verdickt als bei A'. diffomm und zugleich kürzer, oberhalb nur 



60 

leicht bogig, unterhalb kaum ausgeschnitten, ausserhalb vor der Spitze 
mit schrägem, spitzen Zahn, in der unteren Aushöhlung mit schnee- 
weissen, sehr langen, an der Spitze gekeulten Haaren zottig besetzt. 
Hinterschienen stark in die Quere erweitert, dreieckig, breiter als 
lang, prismatisch, ihre Innenkante an der Spitze höckerartig aufgetrieben ; 
pechbraun mit weissgelber Spitze, ihr ebenso gefärbter Fortsatz schräg 
nach innen und vorwärts gerichtet, stark S-förmig geschwungen, stumpf 
zugespitzt, gegen den Metatarsus fast rechtwinklig abstehend. Erster 
und zweiter Dorsalsegment des Abdomen ebenso dicht und grob nieder- 
liegend greishaarig wie bei N, valga. Viertes Ventralscgment mit zwei dicht 
bei einander liegenden, den Endrand dornartig überragenden Längskielen 
der hinteren Hälfte; der 5. grubig ausgehöhlt, in der Mitte des Hinter- 
randes durch einen tiefen Ausschnitt zweilappig; der 6. gelbfilzig, jeder- 
seits von der Basis mit glatter, glänzender Schwiele. 

Xanthus (Loew).« Griechischer Archipel. 

Im Mus. Wien sind 3 cf ^^ova Araxesthal (Kaukasus); ich besitze 
einige cf von Serachs {22, Juni, Turkestan) durch Radoszkowski. 

Vergl. auch valga und caucasica. 

6. Nomia valga Gerst. 

1872. — Xoniia valga Gcrstaccker, q — Stettin, entom. Zcitg. XXXIII. p. 302. 

»cf. — Etwas kleiner (9 mm lg.) und schlanker als Nomia difformis 
(femoralis). Fühlergeissel merklich kürzer, pechschwarz, vorn bräunlich. 
Thoraxrücken und Scutellum dicht körnig punktirt, durchaus matt. 
Scutellumdorne viel schwächer als bei N, difformis, kurz und dünn; 
auch die Dornen der Mittelbrust schwächer, übrigens von gleicher 
Farbe. Beine pechschwarz, nur die äusserst e Schienenspitze und die 
Tarsen rostroth, der • hintere Metatarsus gelb. Endsporn der Mittel- 
schienen fast von V" der Mctatarsuslängc. Hinterhüften nur mit ganz 
kurzem, höckerförmigcn Dorn. Hinterschenkel von gleicher Form wie 
bei N. difformis, aber mit kürzerem Endzahn des Aussenrandcs. Hinter- 
schienen am Aussenrande schwächer winklig erweitert, pechschwarz, 
der Fortsatz weissgclb, wie bei A'. difformis gestaltet, nur etwas stärker 
nach aussen geschwungen, so dass er sich fast der Aussenkante des 
Schenkels auflegt. Die beiden ersten Dorsalsegmente des Abdomen gleich- 
massiger und dichter, mehr mit den folgenden übereinstimmend, fast 
körnig punktirt, die greise Behaarung dichter, grober und mehr an- 
liegend, an der Bisis des zweiten fast bindenförmig. Viertes 
\'cnlralscgmcul anstatt der Ilaken mit zwei durch eine Grube gelrennten. 



_C1 

stumpfen Längskielen seiner hinteren Hälfte ; der 5. mit stark erhabenem 
Längskiel, in der Mitte des Hinterrandes mit zwei glatten, knopf- 
artigen Vorsprüngen, beiderseits dicht goldgelb gefranst; der 6. an 
der Basis beiderseits stark aufgewulstet, glatt, hinten goldgelb befilzt. 

Andalusien.« 

Nomia valga halte ich für eine var. der equestris mit schwach ent- 
wickelten oder verkümmerten Scutellumdornen; vid. caucaska. 

7. Nomia caucasica Friese n. sp. 

Ganz wie equestris gebaut, aber das Scutellum jedcrseits ohne eine 
Spur von einem Dorne. 

cf . — Schwarz; Fühlergeissel rothbraun, oben dunkler; Mesonotum 
oben dicht gedrängt, grobkörnig punktirt, Scutellum gerundet, ohne 
Seitendorne. Beine genau w^ie hui equesirts. Abdomen wie bei <f^«^j/w 
und valga gefärbt und behaart; Ventralsegmente ebenfalls wie bei equestris 
und valga gebaut; 4. Segment mit zwei dicht nebeneinander liegenden, 
den Endrand dornartig überragenden Längskielcn, das 5. beiderseits der 
kielförmig erhabenen Mittellinie ausgehöhlt und in der Mitte des Hinter- 
randes durch einen tiefen Ausschnitt zweilappig, das 6. gelbfilzig, mit 
glatter, glänzender Schwiele an der Basis. — 9 bis 10 mm lg. 

Im Museum Wien befinden sich 4 ^f ^us dem Kaukasus -Gebiet 
(Araxesthal 1890). 

Nomia caucasica halte ich wie valga für eine var, der equestris und 
zwar derart, dass wir in caucasica die extreme Form — ohne Scutellum- 
dorne — , in valga eine Mittelform mit kleinen, verkümmerten Scutellum- 
dornen vor uns haben. Die Bildungen der Vcntralsegmente und Beine 
sind bei allen drei Formen übereinstimmend. 

8. Nomia ruflcomis Spin. 

1838. — Nomia ruficornis Spinola, ^ — Ann. soc. entom. France VII. p. 514. 
1S46. — Xomia perforata Lucas, ^ — Explor. sc. Algeric. Zool. III. p. 185; T. 7 F. 3. 
1846. — Nomia albocincta Lucas, 9 — Explor. sc. Algeric. Zool. 111. p. 187; T, 7 F. 5. 
rSbi. — Nomia aureocincta Costa, ^f — Fauna Napoli. Andren, p. 8; T. 31 F. 3. 
i8b8. — Nomia aurocincta Radoszkowski, (^ — Horac soc. entom. Ross. V. p. 79. 
1872. — Nomia ruficornis Gcrstaccker, (j^ 9 — Stettin, entom. Zeitg. XXXIII. p. 306. 
1876. — Nomia ruficornis Morawitz, (f 9 — Fedtschenko: Turkestan Mellifera II. p. 2(k). 
iX8b. — Xomia aureocincta Costa, c/" 9 — ^^^^^ accad. sc. fis. Xapoli (2) II. P. 8. p. 3b. 
1893. — Nomia aureocincta var. turcomanica Radoszkowski, (/ 9 — Horae soc. entom. 

Ross. XXVII. p. 52. 

Nigra, abdominis segmentis 2.-4. mar^ine lato rufo-albo- membra- 

naceis, 9 clypeo punctis magnis, mesonoto nitido, punctis singularibus 

instructis; pronoto et postscutello albido tomentosis; ^T segmento 6. late 



62 



rotundato, medio sinuato utrinqueangulato, ventralibusinermibus; femoribus 
posticis subtus dente acuto, tibiis longitudine femorum, apice dentibus 
obtusis armatis, calcaribus nullis. 

Nomia ruficornis ist eine der grössten, europäischen Arten, sie unter- 
scheidet sich im 9 durch die weisshaarige Binde auf der Scheibe des 
2. Segmentes und die breiten, blassen, fast weissen Endränder des 2. bis 
4 Segmentes, der Clypeus ist einzeln und sehr grob punktirt, noch spar- 
samer das Mesonotum, im cf durch die weissen Ränder des i. — 5. Seg- 
mentes und die mehr normal gebildeten Hinterbeine. 

9 — Schwarz, sparsam weisslich behaart; Kopf dicht und grob 
punktirt, auch der Clypeus; Fühler oben schwarz, unten braun; Pronotum 
und Scutellum weiss befilzt und abstehend behaart; Mesonotum fast kahl, 
sehr einzeln mit sehr groben Punkten besetzt, die Zwischenräume glatt 
und glänzend ; Metathorax dicht grob runzlig punktirt. Abdominalsegment 
I. — 4. mit hellbraunem Endrande, der auf dem 2. — 3. durch die darunter 
liegenden weissen Haarbinden des 3. — 4. Segmentes oft rothgelb erscheint, 
die weisse Haarbinde des 2. Segmentes (Basis) liegt gewöhnlich frei da, 
5. — 6. röthUch behaart. Ventralsegmente und Beine wie bei dwersipes 
gebildet und behaart. Flügel getrübt. — 10 — 11 mm lg. 

cf — dem Weibchen ähnlich; Kopf und Thorax kurz und dicht 
gelblich behaart; Fühlergeissel rostroth, oben oft dunkler, Mesonotum 
dicht runzlich punktirt und matt, die Scutellumdorne ganz schwarz; 
Mittelbrust ohne Dorne. Abdomen dicht und grob punktirt, i. — 2. Segment 
an der Basis gelbweiss behaart, 3. — 5. auf dem Basaltheil mit dichten, 
weissen Filzbinden, die scharf begrenzt, wie abgeschnitten erscheinen und 
oft von dem vorherigen Segmentrand bedeckt sind; die Ränder der 
Segmente i. — 5. blass, durchscheinend, die des 2.-4. oft durch die unter- 
geschobenen, weissen Filzbinden der folgenden Segmente deutlicher und 
auffallend; 6. bräunlich, breit abgerundet, mitten gebuchtet und jederseits 
am Seitenrande mit stumpfem Höcker. Ventralsegmente matt, äusserst 
fein punktirt, mit schwach angedeuteten, grösseren Punkten, 4. ganz 
einfach, gerade abgeschnitten, ohne Kiele, 5. flach, in der Mitte mit starker, 
quer dreieckiger Schwiele, 6. jederseits mit starker, glatter, bohnenförmiger 
Auftreibung. Beine pechbraun mit röthlichen Schienen und Tarsen; 
Hinterschienen aussen auf der Basalhälfte pechbraun, Tarsenglied i. der 
Mittel- und Hinterbeine gelb, Sporn der Mittclbeine gleich ein Drittel 
des I. Tarsengliedes; Hinterhüften unbe wehrt, Schenkel schwach verdickt, 
oberhalb stumpfwinkelig geknickt, am Aussenrande vor der Spitze mit 
einem langen, spitz dreieckigen Zahn bewehrt, auf der abgeflachten 
Unterseite anliegend weiss befilzt; Hinterschienen gekrümmt, viel länger 



63 

als breit, innen gewinkelt, sodann ausgeschweift, an der Spitze erweitert, 
ohne einen eigentlichen Fortsatz, aber nach innen von dem Ursprung 
des Metatarsus wie durchbohrt erscheinend, Sporen fehlen. — lo bis 
12 mm lg. 

Somia ruficornis scheint auf Südeuropa beschränkt zu sein, als 
nördlichster Fundort scheint Budapest zu gelten. Ich beobachtete die 
Art zahlreich bei Deliblat in Südungarn (am Rande der grossen Flug- 
sandsteppe Weisskirchen-Panscova), wo sie im Juli Disteln besucht; 
ferner erhielt ich Stücke von Sicilicn (Juni) und Tanger. Sehr grosse 
cf mit röthlichweissen Rändern der Abdominalsegmente sah ich von 
Barcelona (Antiga); im Mus. Wien befinden sich 59 Exemplare aus 
Südeuropa, Algier (Mai) und dem Kaukasus.) Durch Radoszkowski 
erhielt ich zwei Pärchen von Sarachs 22. Juni, Turkestan, die durch 
ein mehr rothbraun gefärbtes Abdomen auffallen und wohl zur — 
var. turcamanica Rad. zu rechnen sind; Radoszkowski sagt davon: 

»Difiere du type: 

$ — antennes, abdomen et pieds roux, ecailles pales; 

(^ — antennes, mandibules, le bord du chaperon et les pieds roux, 
ecailles päles. 

La forme des pieds posterieures et du ventre s'accorde bien avec 
Ic dessin dans l'ouvrage du Prof Costa (für N. aureocincta), Transcaspia.« 



9. Nomia ruflventris Spin. 

181 2. — — Savigny, Dcscr. de TEgyptc. Hymen., T. 5 F. 17. 

1838. — Nomia rufiventris Spinola, 9 — Ann. soc. entom. France VII. p. 514. 

»Antennes noires en dessus, brunes en dessous; tete et corselet 
noirs; pelage blanc, plus epais et formant des bandes transversales au 
bord anterieur du mesothorax, sur Tecusson et sur le postccusson, dans 
les individus bien conserves; ecusson mutique, comme dans la plupart 
des 9- Ecailles alaires blanches; une tache brune ä Tangle antero- 
interne. Abdomen et pattes rouge-ferrugineux. Bords posterieurs des 
cinq Premiers segments dorsaux transparents, jaunes de corne; base des 
quatre premiers ayant une large bände de poils blancs couches ä plat 
en arriere. Ailes hyalines, nervure et stigmate noire. — Long. 4 lig. larg. 
^V« iJgi^-* (= 9 ^^ lg- — 3V2 ^^ brt). 

Aegyptus. (Fischer v. Waldheim). 

Dürfte wohl als rothbraun gefärbte Varietät zu ruficornis zu stellen 
sein.»* — 



G4 



10. Noniia unidentäta Oliv. 

18 II. — Nomia unidentäta Olivier, — Encycl. method. Inscct. Vlll. p. 376. 

»Noniia nigra, cinereo-pubescens, abdomine cingulis quinque albis, 
tibiis posticis dente laterali valido terminatis. — Long. 4 lig. (= 9 mm.; 

Elle a quatre lignes de longueur. Les antennes et les pattes sont 
faiives; la tete est noire, legeremcnt pubcscente, avec un duvet gris, 
tres-serre, sur le front; le corselet est noir, legerement pubescent. 
L'Abdomen est noir, avec une bände lisse, blanche, sur le bord des 
5 premier anneaux. Les cuisses posterieures sont un peu renflees, creuses 
en dessous, unidcntees vers l'extremite; les jambes sont un peu arquecs, 
interieuremcnt terminees, ä Textremite, par un lobe pointu. Les alles 
sont transparentes, ä peine un peu rousseätres ä l'extremite, avec les 
nervures ferrugineuses. L'ecaille de la base est petite, fauve. 

Je Tai trouvee sur des fleurs, en mai, dans le desert de l'Arabie.« 

11. Noniia bispinosa Brülle 

1832. — Nomia bispinosa BruUc, ^ — Exped. scient. Morce Zoolog. II. p. 348 no. 767, 

»(f — Dense et proiundo punctata, nigra, flavo rufescente hirta; 
vertice thoracisque dorso t'ere nudis; antennis subtus, tibiis apice tarsisque 
ferrugineis; scutello postice bispinoso; aus subhyalinis; apice obscuriofibus; 
abdominis segmentis 5 ultimis apice laevigatis, rufescentibus. — Long. 
10 mm.« 

Gerstaecke.r sagt von dieser Art folgendes: 

»Die Art, nach dem (^' beschrieben, soll 10 mm lg. sein; die 
Unterseite der Fühler wird als gelb, an den schwarzen Beinen die 
Schienenspitze und die Tarsen als rostfarben bezeichnet. Alle übrigen 
Angaben, w^elche sich nur auf Färbung und Sculptur beziehen, treffen 
auf die (f sämmtHcher Arten in gleichem Maasse zu; plastische Merk- 
male w^erden nicht berührt, nicht einmal über die P'orm der Hinterbeine 
etwas angegeben.« — 

12. Nomia latipes Mor. 

itSSo. -- Nomia latipes F. iMorawitz, (^ — Bull. acad. sc. St. Pctcrsbourg XXVI. p. 3bS. 
1*^95- — Nomia latipes Morawitz, O — Horae soc. entom. Rosi^. XXIX. p. 73. 

»c/- — Nigra, antennarum funiculo rufo, tegulis, spinis scutellaribus 
tarsisque tcstaceis, his articulo unguiculari nigro, intermedio disciformi 
dilatato; pcctore impresso griseo-piloso; abdominis segmentis basi dense 
albido-vestitis; pedibus griseo-pubescentibus, posticis femoribus incrassatis; 
tibiis apice valde dilatatis laminam sub-lanccolatam flavicantem emitten- 
tibus; tibiis intermcdiis calcari brevi armatis. — Long. 8 mm. 

Der Kopf ist schwarz, greis, das Gesicht sehr dicht w-eiss behaart; 
die Fühler roth mit geschwärztem Schafte. Der schw^arze Thorax 



66 

schwach glänzend; die Mesopleuren dicht, die Brust spärlicher greis 
behaart; letztere tief eingedrückt; beiderseits von diesem Eindrucke, vor 
den Mittelhüften, ist ein glatter, glänzender, fast hökerartiger Vorsprung 
vorhanden. Mesonotum und Scutellum dicht punktirt; ersteres ziemlich 
dicht, namentlich am vorderen und hinteren Rande beschuppt; die 
Schuppen blassgelb gefärbt; letzteres beiderseits mit einem blassgelben 
Stachel bewehrt. Das Postscutellum ist weiss befilzt und ausserdem 
stehen auf demselben noch längere weisse Haare; die hintere Thorax- 
wand glänzend, grob punktirt, mit breiten Punktzwischenräumen. Die 
Tegulae sind weisslichgelb, an den Rändern ganz klar durchscheinend, 
mit schwarzbraun gefärbter Wurzel und dicht und fein punktirter Scheibe ; 
die Flügel sind kaum getrübt, das Randmahl scherbengelb, die Adern 
etwas dunkler gefärbt. Das Abdomen ist glänzend; die Basis aller 
Segmente breit und sehr dicht weisslich behaart, hinter der Haarbinde 
grob und sparsam punktirt, der niedergedrückte Endtheil derselben mit 
glattem, weisslich entfärbtem Saume und auf dem 2. und 3. Abdominal- 
segmente vor diesem fein und dicht punktirt. Das 4, Ventralsegment 
ist mitten am Hndrande schwach ausgerandet, die Ausrandung beider- 
seits von einer vorspringenden Leiste begrenzt. Die Beine sind greis 
behaart, die Schenkel schwarz gefärbt, die des dritten Beinpaares stark 
aufgetrieben. Die Schienen der beiden vorderen Beinpaare röthiichgelb, 
mit dunkelgezeichneter Ausscnfläche, der Schiendorn der mittleren kurz 
und sehr fein; die des letzten Beinpaares schwarz, nach der Spitze hin 
stark erweitert, aussen gekrümmt, die Spitze selbt in einen scherbengelb 
gefärbten, grossen und breiten, allmählig zugerundeten Anhang auslaufend. 
Die Tarsen sind sehr blass weisslichgelb, das Klauenglied aller Beine 
schwarz gefärbt, das der mittleren auch noch zu einer kreisförmigen 
Scheibe erweitert. 

In der Körpergestalt ähnlich der diver sipes; von allen bekannten 
leicht durch die auffallenden plastischen Merkmale zu unterscheiden. 

Bei Krasnowodsk von Christot gefunden.« 

»9- — Clypeus, Gesicht und die Schläfen sehr dicht und kurz, 
der Scheitel länger und spärlich weiss behaart, letzterer fein und dicht 
punktirt Die Fühler sind rothbraun, der Schaft dunkel pechbraun 
gefärbt, das 3. Glied kaum länger als der Pedicellus, breiter als lang, 
und um die Hälfte kürzer als das 4. Die Brust ist mit weissen Haaren 
dicht bekleidet, das fein punktirte Dorsulum vorne breiter, vor dem 
Scutellum schmaler weiss befilzt; dieses und das sehr dicht weiss 
tomentirte Postscutellum mit aufgerichteten, hellen Haaren spärlich besetzt; 
das glänzende Mittelsegment hat eine fein punktirte hintere Wand und 

5 



66 

einen glatten, herzförmigen Raum. Die weissen Tegulae zeigen einen 
braunen Scheibenfleck. Die tast klaren Flügel sind röthlichgelb geädert. 
Die Dorsalplatten des Abdomen sind bei reinen Stücken vollständig 
weiss behaart, bei abgeriebenen sieht man, dass dieselben an den Seiten, 
die mittleren auch am Grunde fein punktirt, sonst aber glatt und mit 
gelblich gefärbten Endrändern versehen sind. Die sehr dicht punktirten 
Ventralplatten sind rothbraun getärbt und kaum behaart. Die weiss 
behaarten pechbraunen Beine haben dunkle Klauenglieder und rothgelbe 
Hinterschienen. — 7 bis 8 mm lg. 

Am Tedshen von A. von Semenow gesammelt.« Turkmenien. 

Mir liegt ein (^ vom Autor und ein Pärchen vom Mus. Budapest 
von Ashabad vor; ferner erhielt ich ein cT von Syrien, ein anderes cf 
sah ich in der Coli. Schmiedeknecht von der Oase Tiout (Algerien). 
Im Mus. Wien befinden sich Exemplare von Aeg3^ten (Natters 1858), 
vom Araxesthal, Kaukasusgebiet (Reitter 1890) und von Beirut, Syrien 
(April 1882); ein 9 erhielt ich durch Stäudinger von Turkestan. 



13. Nom/la edentata Mor. 

1876. — Nomia edentata F. Morawitz, cf 9 — Fedtschenko: Turkestan Mellifera ü. p. 259. 
1886. — Nomia edentata Radoszkowski, — Horae soc. entom. Ross. XX. p. 20; T. 3 F. 16. 
1895. — Nomia edentata F. Morawitz, (^ — Horae soc. entom. Ross. XXIX. p. 75. 

„Nigra, nitida; metathorace postice sparsim punctato lateribus fere 
immarginatis ; abdominis segmentis intermediis marginibus omnibus dense 
albido-tomentosis. 

9 — clypeo fere piano, subtilissime ruguloso; antennarum articulo 
tertio quarto duplo fere breviore, funiculo subtus fusco-ferrugineo; 
mesonoto disco laevi; scutello punctis nonnullis crassis notato; abdominis 
segmentis anticis basi hinc illinc punctulatis; pedibus nigris, tibiis posticis 
sördide rufo-testaceis. — Long. 7 mm. 

(j^ — facie dense albido-pilosa; antennarum funiculo ferrugineo, 
supra infuscato; mesonoto minus crebre punctato; scutello nitido spinis 
lateralibus nullis; tibiis intermediis calcari brevissimo, vix conspicuo; 
femoribus posticis leviter incrassatis, supra angulatis, postice, apice opaco 
excepto, nitidis, laevibus, glabris, subtus pilis longis densisque niveis 
obsitis; tibiis posticis appendiculo singulari permagno eburneo armatis; 
tarsis albidis, anticis intermediisque articulo ultimo piano, leviter dilatato, 
nigro; posticis nigris metatarso albido. — Long. 7—8 mm. 

Habitu similis y. diversipede Ltr. 

Hab. prope Dschysack et Samarkand (Turkestan). 



67 

Morawitz erwähnt 1895 noch Folgendes: 

»Dem inermis sehr ähnlich, hat aber an den Hinterbeinen röthlich 
gefärbte Schienen und Tarsen. 

Bei dem (^ sind die Klauenglieder der beiden vorderen Beine 
etwas erweitert und kohlschwarz gefärbt. An den Fühlern ist der 
Pedicellus breiter als lang, etwa 3 mal kürzer als das 3. GHed, welches 
beinahe ebenso lang wie das 4. ist. Die 4. Ventralplatte sehr schwach 
bogenförmig zugerundet und mitten am Endrande ein wenig, fast drei- 
eckig vortretend; bei einem Exemplare sind hier noch zwei dicht neben 
einander stehende und parallel mit einander verlaufende, kurze Dorne 
sichtbar; die 5. ist von einer ziemlich schmalen Furche halbirt, die 
6., weisslich gefärbt, zeigt am Grunde jederseits einen halbkugeligen 
Höcker. Der Schienenanhang ist bedeutend grösser als der des inermis 
und ist hauptsächlich am Vorderrande der Schiene befestigt. 

Tedshen, Serachs (Glasunow).« 

Turkmenien. 

Ich sah ein 9 *"^ Mus. Wien aus Aegypten (1858) und erhielt 
ein Pärchen von Turkestan (Serachs, 22, Juni) durch Radoszkowski. 

14. Nimiia inermis Mor. 

'895. — Nomia inermis F. Morawitz, cf 9 — Horae soc. entom. Ross. XXIX. p. 73 — 75. 

»9- — Nigra, albido-pilosa; clypeo scutoque frontrali subtilissime 
punctato-rugulosis ; antennis fusco-ferrugineis, scapo piceo; dorsulo 
scutelloque splendidis hinc illinc punctatis, modice tomentosis ; segmento 
mediano postice sat sparsim punctato, dorso spatioque cordiformi laevibus ; 
alis pallide testaceo-venosis; abdominis dorsalibus basi levissime punctatis 
margineque apicali dense breviter niveo-pilosis; pedibus albo-pilosis, 
calcaribus pallidis. — Long. 6 mm. 

(^ — mandibulis flavis; antennis ferrugineis supra infuscatis; scutello 
inermi; pectore impresso densissime piloso; abdominis segmento ventrali 
4. margine apicali semicirculari medio exciso; pedibus femoribus apice, 
tibiis tarsisque flavescentibus; posticis femoribus subtus modice niveo- 
villosis,*'tibiis arcuatis margine apicali interno appendice triangulari albida 
auctis, tarsis articulis inferioribus infuscatis; tibiis intermediis calcari 
minuto instructis. — Long. 6 — 67« mm. 

Diese Art gehört in die Verwandtschaft der paiellata und edeniata^ 
deren ^f gleichfalls ein wehrloses Scutellum und an den Mittelschienen 
einen sehr kurzen Schiensporn haben, welche aber ausserdem noch 
durch das scheibenförmig erweiterte Klauenglied des mittleren Beinpaares 
ausgezeichnet sind, was bei inermis nicht der Fall ist. 

5* 



68 

Beim 9 ist der äusserst fein punktirte Kopf weiss behaart; Clypeus 
und Stirnschildchen sind gleichmässig sehr fein und dicht punktirt- 
gerunzelt, matt. Das lebhaft glänzende Mesonotum, welches vom und 
vor dem Scutellum schmal weiss tomentirt erscheint, ist nur mit wenigen, 
tief eingestochenen Punkten versehen; Scutellum ebenso lebhaft glänzend 
wie das Mesonotum und gleichfalls sehr zerstreut punktirt; Postscutellum 
weiss befilzt; Mesopleuren und die Brust so dicht weiss behaart, dass 
man die Sculptur nicht sehen kann ; Mittelsegment glänzend, nur an der 
hinteren Wand ziemlich grob punktirt und mit weiss behaarten Seiten. 
Die elfenbeinweissen Tegulae sind deutlich glänzend, mit braunem 
Scheibenflecken; die kaum getrübten Flügel sind gelblich geädert Die 
glänzenden Dorsalplatten des Abdomen sind kaum punktirt, am Grunde 
und Endrande breit weiss behaart. Die dunkel rothbraun gefärbten 
Ventralplatten sind fast kahl und äusserst fein punktirt. Die dicht weiss 
behaarten Beine sind pechbraun gefärbt. 

Beim cf ist das Gesicht sehr dicht weiss behaart, der Scheitel 
äusserst fein punktirt; die röthlichgelb gefärbten Fühler sind oben 
gebräunt, der Pedicellus kugelig, um die Hälfte kürzer als das 3. Glied, 
dieses deutlich kürzer als das 4., welches, wie auch die folgenden kaum 
doppelt so lang als breit erscheint. Mesonotum und das wehrlose 
Scutellum gleichfalls glänzend, aber fein und dicht punktirt, ersteres wie 
beim 9 tomentirt. Die Dorsalplatten des Abdomen sind deutlich 
punktirt, die letzten dicht weiss bekleidet. Die Ventralplatten sind glatt, 
die 4. mit bogenförmigem Endrande, welcher mitten ausgeschnitten ist, 
6. sehr dicht gelblichweiss befilzt. Die Beine sind schneeweiss behaart, 
mit hellgelb gefärbten Schienen und Tarsen; das mittlere Klauenglied 
ist nicht erweitert und hell gefärbt, der Schiensporn sehr kurz; Hinter- 
schenkel nur massig verdickt, oben schwach winkelig gebogen, unten 
sehr dicht schneeweiss eigenthümUch behaart; die aussen dicht weiss 
behaarten Schienen sind bogenförmig gekrümmt, innen kahl und tragen 
am Endrande einen verhältnissmässig kurzen, dreieckig zugespitzten, 
gelblichweissen Anhang; die unteren Tarsenglieder sind dunkelbraun. 

Am Tedshen von Glasunow gesammelt.« 

Turkmenien. 

15. NiynUa rufescens Mor. 

1876. — Nomia rutescens F. Morawitz, 9 — Fedtschenko : Turkestan MeUifera 11. p. 261. 
1894. — Nomia rufescens F. Morawitz, (^ — Horae soc. entom. Ross. XXVIII. p. 79, 

» 9 ~ Rufa, femoribus posticis apice nigricantibus, tegulis pallide- 
teslaceis disco brunneis; nitida, subtiliter parce punctata; metathorace 



69 



postice dense albido-piloso; abdominis segmentis tertio quartoque 
marginibus omnibus albido-tomentosis, secundo fascia basali lata albida 
ornato. — Long. lo mm. 

Hab. in valle Sarafschan.« (Turkestan;. . 

Das (f ist wie das Weibchen htellroth gefärbt und schneeweiss 
behaart Der Kopf ist mit Einschluss des Clypeus so dicht mit schnee- 
weissen Haaren bedeckt, dass man von der Sculptur nichts wahrnehmen 
kann. Die rothen Mandibeln haben eine schwarze Spitze; die Fühler 
sind hellroth. Dorsulum und Scutellum sind fein und dicht punktirt, 
ersteres an allen Rändern weiss beschuppt, letzteres mit geradem Hinter- 
rande und stachelförmig vortretenden Seitenecken. Die Mesopleuren 
sind äusserst dicht mit kurzen schneeweissen Haaren bekleidet. Das 
Postscutellum ist mit weissem Filze dicht bedeckt. Das Mittelsegment 
ist gleichfalls dicht weiss behaart. Die elfenbein weissen Tegulae sind 
sehr dicht punktirt, am Innenrande mit einem bräunlichrothen Flecken 
geziert. Die schwach getrübten Flügel haben ein rothgelbes Randmal 
und ebenso gefärbte Adern; die Subcostalader ist aber- schwarz. Das 
Abdomen ist dicht weiss behaart; frei sind nur die Basis und der End- 
rand des I. und die Endhälfte des 2. Segmentes; diese ist verhältniss- 
mässig nicht sehr grob punktirt. Der lebhaft glänzende Bauch ist un- 
behaart, der Endrand des 3. Segmentes bogenförmig zugerundet und 
mitten eingeschnitten; die 4. und 5. Ventralplatte zeigen einen fast ab- 
gestutzten, in der Mitte mit einem schmalen Einschnitte versehenen End- 
rand. Die weiss behaarten Beine sind roth, die Metatarsen gelblichweiss, 
die Endhälfte der Klauenglieder schwarz gefärbt. Das Klauenglied der 
Mittelbeine ist deutlich erweitert und der Schiensporn sehr kurz. Am 
dritten Beinpaare sind die Schenkel stark verdickt, vorn kurz und dicht, 
oben lang weiss behaart, die hintere Fläche derselben ist grösstentheils 
kahl, glatt und lebhaft glänzend, die untere sehr dicht weiss gelockt. 
Die Schienen dieses Paares tragen einen parallelogrammartigen oder 
plattenförmigen Anhang, welcher elfenbeinweiss gefärbt, ein wenig länger 
als am Grunde breit, nach dem freien, fast abgestuzten Ende zu nur 
wenig verengt ist und dessen Seitenecken abgerundet erscheinen; die 
Tarsen sind beinahe doppelt so lang als die Schiene, der Metatarsus 
fast bogenförmig gekrümmt. 

Katty-Kurgan (Turkestan). 

Yon Nomta ru/escens erwarb ich ein Pärchen von Staudinger, das 
die t)T)ische Bestimmung von Morawitz' Hand trägt; es stammt von 
Nerduali (Glasunow), Transcaspia. 



70 
i6. JVofivta aqucmiata Mor. 

1895. — Nomia squamata F. Morawitz, (^9 — Horae soc. entom. Ross. XXIX. p. 70—75. 

»Nigra, mandibulis, antennis pedibusque rubris; mesonoto crasse 
punctato antice margineque postico albido-squamoso, disco plerumque 
rufo-piceo; scutello abdomineque saepe maxima ex parte rubro-coloratis. 

9 — clypeo sat crasse, medio impresso subtiliter densissime 
punctato, pedibus albo-pilosis. — Long. 10 — 11 mm. 

(^ — scutello utrinque dente incurvo armato; pectore bispinoso; 
segmentis ventralibus 4. bis 5. medio triangulariter excisis; pedibus 
metatarsis albidis, intermediis calcari longissimo munitis, posticis coxis 
Spina parva armatis, femoribus valde incrassatis marginibus lateralibus 
apice dentato - prominulis, tibiis difformibus postice fere excavatis, 
marginibus externo appendice longa albida curvata, apice truncata, 
interno hämo valido pallido armatis. — Long 10 — 11 mm. 

Beim 9 ist der schwach glänzende Kopf fein und dicht punktirt, 
sehr kurz und spärlich weiss behaart; Clypeus beiderseits grober und 
sparsamer, die der ganzen Länge nach vertiefte Scheibe feiner und viel 
dichter punktirt, zuweilen stellenweise röthlich gefärbt; Labrum und 
Mandibeln roth, letztere mit dunkler Basis; Fühler roth, der Schaft zum 
Theil pechbraun gefärbt; das 2. bis 4. Glied fast gleich gestaltet, breiter 
als lang. Der Thorax ist nur selten einfarbig schwarz, meist sind einige 
Theile desselben, namentlich der Discus des Mesonotum, das Scutellum 
und das Mittelsegment heller oder dunkler rostroth gefärbt; vordere 
Rand des Mesonotum und Tegulae dicht weiss beschuppt, das Scutellum 
ebenso wie das Dorsulum sehr grob punktirt, mit glänzenden, breiten 
Punktzwischenräumen, wekhe auf letzterem runzelig erhaben sind. Das 
Postscutellum ist schneeweiss befilzt und dünn gelblich behaart; die 
weissbehaarten Mesopleuren sind sehr dicht gerunzelt, die Metapleuren 
grob quergestreift, das Mittelsegment ist überall äusserst dicht punktirt 
gerunzelt. Die weisslichgelben, dicht punktirten Tegulae haben eine 
braune Scheibe; die schwach gelb getrübten Flügel, deren Aussenrand 
ein wenig dunkler erscheint, sind blass röthlichgelb geädert. Das 
glänzende Abdomen, welches meist braunroth gefärbt ist, zeigt drei 
schneeweisse Haarbinden, welche am Grunde des 2. bis 4. Segmentes 
vorhanden sind; die Basalhälfte der Segmente ist verhältnissmässig fein 
punktirt, die scherbengelb gefärbte Endhälfte meist glatt; der Endrand 
des 5. Segmentes ist dicht weiss bewimpert und auch dessen Scheibe 
weiss behaart. Die weissbefransten Ventralplatten haben eine sehr dicht 
punktirte EndhälftQ und sind meist einfarbig hellrpstroth. 



71 



Das (^ ist ausgezeichnet durch reichere Bekleidung. des Dorsulum, 
das in weiterer Ausdehnung weisslichgelb beschuppt ist; ferner durch 
den sehr langen nadeiförmigen Schiensporn der Mittelbeine, welcher 
fast die Spitze des Metatarsus erreicht und die eigenthümlichen plastischen 
Merkmale an den Ventralplatten und an den Hinterbeinen. Das 
4. Ventralsegment zeigt am Grunde eine kurze erhabene Linie und 
mitten am Endrande einen schmalen, dreieckigen Ausschnitt, dessen 
Ränder kaum hervortreten; Endrand des 5. Segmentes beiderseits aus- 
gebuchtet, mitten dreieckig ausgeschnitten, der Ausschnitt jederseits von 
den zahnartig vortretenden Seitenecken begrenzt; vor diesem ist auf 
der Scheibe jederseits eine flache Vertiefung sichtbar. 

An den Hinterbeinen sind die Hüften mit einem Stachel bewehrt, 
die Schenkel stark aufgetrieben, deren obere Hache kurz weiss behaart, 
die untere mit fast perlmutterglänzenden, schuppenförmigen Haaren 
dicht besetzt; die dicken Schienen sind winkelig gebogen, die untere, 
hintere Ecke derselben zahnförmig vorspringend, die hintere Fläche 
rinnenartig ausgehöhlt, die weiss behaarte Rinne beiderseits scharf ge- 
randet; die innere Fläche erscheint eben, ist kahl, glatt und glänzend 
und trägt deren Endrand einen grossen weisslichen, hakenförmig zu- 
gespitzten und gekrümmten Anhang, die äussere ist dicht weiss behaart, 
runzlig und hat am Endrande einen fast S-förmig gekrümmten, mit ab- 
gestutzter Spitze versehenen, weissen Lappen, dessen Basalhälfte breiter 
als die Endhälfte erscheint und welcher etw^as kürzer als der Metatarsus ist. 

Das c? ist von dem einer jeden anderen Art, auch von dem der 
gleichfalls beschuppten rufescens durch seine eigenthümlichen, plastischen 
Merkmale leicht zu unterscheiden. Das 9 unterscheidet sich von den 
verwandten, wie z. B. femoralis, fugax und monsirosa, hauptsächlich da- 
durch, dass bei letzteren das Dorsulum vorn behaart und nicht beschuppt 
ist; rufescens aber hat einen äusserst fein und sehr dicht, gleichmässig 
stark punktirten Clypeus; auch sind das Dorsulum, Scutellum und 
Abdomen viel feiner und dichter punktirt. 

Bei Nerduali von Glasunow gesammelt, a (Turkmenien). 

17. Nrnnia chalyheata Sm. 

^^75- — Nomia chalybeata Smith, (^ O — Frans. Entom. Soc. London p. 59; T. 2 F. 5 (^f). 
1894. — Nomia chalybeata Sickmann, (j^ O — Zool. Jahrb. System. VIII. p. 236. 

> 9- — Head and thorax black; the abdomen obscurely chalybeous 
in the 9 ^^^ brightly so in the (^, Head; the front with a thin 
cinereous pubescence, on the cheeks it is more dense; the clypeus rough, 
with confluent punctures and having a longitudinal carina; the flagellum 



72 

of the antennae, except the first Joint, fulvous beneath. Thorax closely 
punctured above and with more or less of fulvous pubescence; the legs 
have a pale-fulvous, glittering pubescence; the apex of the claw-joints 
ferruginous; wings subhyaline, faintly clouded at the apex of the 
superior pair, the nervures ferruginous, Abdomen closely punctured, 
most strongly so at the base; 2. and two following Segments have a 
narrow green or blue-green fascia on their apical margins; the three 
terminal segments virith short black pubescence, which is most dense 
on the apical one. — Length 5*/» Hnes (= 12V« mm lg.). 

(^ — the same size as the 9» ^^e abdomen being rather more 
strongly and closely punctured towards the base ; it has also an additional 
band on the abdomen, tlie fasciae being in some examples greenish- 
yellow; the posterior femora incrassate, the tibiae curved and produced 
at their apex within into a thin, pale-testaceous process, which is truncate 
at the apex. 

Hab. Shanghai, N. China.« 

Bei Tientsin, nicht selten (Sickmann). 

Mir liegt ein Pärchen durch die Güte v. Schulthess' von 
Tientsin vor. 

18. Nomia opposita Sm. 

>S75- — Nomia opposita Smith, 9 — Trans. Entom. Soc. London p, 59. 

»9* — Black; the head, mesothorax and scutellum very finely 
and closely punctured; the metathorax coarsely rugose. Head; the front 
thinly covered with cinereous pubescence, the clypeous fringed with 
fulvous hairs at its anterior margin. Thorax; its pubescence cinereous, 
on the tibiae and tarsi exteriorly it is fuscous; wings hyaline and 
iridescent, faintly clouded at their apical margins, the nervures dark 
fuscous. Abdomen slightly shining, very finely and closely punctured; 
a pale-pubescent, narrow fascia at the basal margins of the 3. — 4. Seg- 
ments. — Length 47» lines (= 10 mm lg.) 

Hab. N.-China.« 

' 19. Namia puuctulata D. T. 

1875. — Nomia punctata Westwood cf 9 — Trans. Entom. Soc. London p 213 (nee 

Smith). 
1896. — Nomia pnnctulata Dalla Torre, — Catalog. Hymempt. X. p. 169. 

»cT 9- — Nigra, subnitida, rüde punctata, fäcie et marginibus 
thoracis griseo-setosis , postscutello spinis duabus armato, abdominis 
segmentis paulo constrictis, segmentis 2. — 5. niargine postico tenui 



73 

viridi; pedibus nigris, femoribus posticis maris incrassatis curvatis, tibiis 
curvatis, compressis, apice interno intus produclo et oblique truncato; 
alis limpidis, — Long. 5 lin.^) (= iiV« mm ig.). 

Habitat in China. 

Black, strongly punctured on the upper side; face and sides of 
the thorax sparingly clothed with fine grey hairs; antennae black, 
terminal Joint pitchy. Thorax above black, strongly punctured, the entire 
margins sparingly clothed with grey hairs ; mesonotum with a fine, 
central, simple impressed line down the centre and a shorter one on 
each side of it in front and an abbreviated one on each side, close to 
the tegulae scutellum on each side produced into a small angulated 
tubercle; postscutellum armed with two reflexed spines ; abdomen black, 
shining, dorsal segments with a deep transverse impression, the basal 
portion of each strongly punctured, the hinder portion smooth and 
polished, finely setose; the 2. and three foUowing segments marked with 
a slender, green-blue, transverse tascia; tegulae black, glossy, with 
a slender whitish margin. Legs black, tarsi pitchy, sparingly clothed 
with greyish-buff setae, the basal Joint of the tarsi more thickly 
setose; hind femur ot the male incrassated, very gibbose on the upper 
side in the middle, slightiy concave beneath; hind tibiae elongate 
triangulär, roundly curved along the outer edge, the inner one straighter, 
the inner angle pitchy-red and considerably produced and obHquely 
truncate close behind the tibial spurs. Fourth ventral plate of the male 
nearly flat, with a slight impressed line down the middle, terminal 
segments deeply impressed, the edges with a thick row of incurved 
hairs. Wings nearly colourless, with the first recurrent vein running 
into the middle of the 2. submarginal cell.« 

Mir liegt ein (^ von Peking (N.-China) vor. Zu erwähnen ist das 
breit ausgerandete Analsegment, dessen Ecken winkelig vorspringend 
und lang beborstet sind. 

20. Namda simplicipes Friese 

Nigra, ut chalybeaia, sed clypeo scutelloque carinatis, clypeo mar- 
ginibus elevato; 9 abdominis segmentis 2.-4. fulvo-virido-marginatis, 
scutello bispinoso, cf segmentis i. — 5. virido-marginatis, pedibus sim- 
plicibus, tibiis posticis curvatis, triquetris. 

No7nia simplicipes ist der chalyheaia nahe verwandt, aber kleiner, im 
9 ist der Clypeus nicht nur der ganzen Länge nach gekielt, sondern 



*) Franz. Linie! 



74 



auch der Vorderrand wie die Seitenränder aufgeworfen, Postscutellum mit 
zwei grossen Dornen bewehrt und die breit niedergedrückten Endränder 
der Segmente glatt und glänzend; das cT hat unbewehrte Hinterschienen 
und das i. — 5. Segment breit grünlichweiss gefärbt. 

9. — Schwarz, sparsam weisslich behaart; Fühler unten bräunlich, 
Clypeus und Stirnschildchen längrunzelig mit deutlichem Längskiel, 
ersterer mit aufgeworfenem Vorderrand und Seitenrändern, an der 
Spitze mit einigen röthlichen Borsten besetzt. Thorax oben schwarz 
beborstet, Mesonotum grob und tief punktirt, Scutellum etwas sparsamer 
und Postscutellum mit zwei grossen, nach hinten gerichteten, platt- 
gedrückten und an der Spitze abgerundeten Dornen; Metathorax matt, 
gleichmässig grob und sparsam punktirt, mit vertiefter Mittellinie, herz- 
förmiger Raum sehr fein punktirt und matt. Abdomen ziemlich kahl, 
Segmente am Basaltheil einzeln und grob punktirt, die breiten, nieder- 
gedrückten Endränder glatt und glänzend, der Rand des 2-. — 4. gelbweiss 
gefärbt, mehr oder weniger ins grünlich-rothe spielend. Ventralsegmente 
grob punktirt, gelbbraun befranst. Beine schwarz, höchstens das Klauen- 
glied bräunlich, die Tarsen ausserordendich kurz und breit, weisslich 
behaart, Scopa weiss, an der Basis mit einzelnen, dunklen Borsten. Flügel 
gelbhch getrübt, mit dunklem .Rande, Adern braun; Tegulae schwarz- 
braun, mit weisslichem Rande. — 10 — 11 mm lg. 

(^ — dem Weibchen ähnlich, hat es vor allem eine ähnliche 
Clypeusbildung; Mesonotum ist aber feiner und dichter punktirt, Scutellum 
mit etwas vorstehendem, aber gerundeten Hinterrande. Abdomen auf 
dem Basaltheil der Segmente feiner und dichter punktirt, der Endrand 
des I. — 5. breit gelbgrün gefärbt, Analsegment abgerundet, mitten schwach 
ausgebuchtet. Ventralsegmente flach, undeutlich punktirt, glänzend, 4. und 
besonders das 5. lappenartig nach hinten verlängert und dicht braungelb 
behaart. Alle Beine einfach, Hinterschienen gekrümmt und drei- 
kantig, Sporen braun. — 11 — 12 mm lg. 

A^omia simplicipes liegt mir in einem Pärchen von Kaulun (Halbinsel 
bei Hongkong, China) vor, wo es am 2. (^f) und 28. September (9) 
1891 gefangen wurde; ein weiteres Pärchen befindet sich in der Coli. 
Alfken (Bremen). 



Anhang. 

Arten, 

bei welchen die Angabe der verwandtschaftlichen Stellung vom Autor 
nicht angegeben wurde, oder welche wegen oberflächlicher Be- 
schreibung nicht sicher zu identificiren sind. 
(Alphabetisch geordnet). 



21. Nofn4a aegyptiaca D. T. 

1871. — Nomia femoralis Walker, (^ — List of Hymen, in Egypt p. 44 (nee Pallas). 
1896. — Nomia aegyptiaca Dalla Torre, — Catalog. Hymenopt. X. p. 163. 

»cf. — Black, with hoary pubescence; front with shining white 
pubescence, including a transverse yellow spot in the disk; antennae 
tawny beneath, except at the base. Abdomen with two narrow bands 
and the tip chalybeous; under side thickly clothed with shining hoary 
hairs. Tarsi testaceous; hind femora much incrassated, red toward the 
tips; four anterior tibiae striped with red; hind tibiae red. Wings 
cinereous; veins and stigma black, the former tawny at the base. — 
Length of the body 371 lines. (= 7 V» mm lg.) 

The clothing and markings distinguish it from S. crudeh's Westw., 
a Cape species. 

Dahleck.« (Insel im rothen Meer). 

22. Notn/ia ampla Walk. 

1871. — Nomia ampla Walker, 9 — List of Hymen, in Egypt p. 44. 

»9- — Black, broad, with white pubescence; antennae red 
beneath, excepting the first and second joints. Tegulae white, very 
large, with a blackish patch on the inner side. Abdomen with white 
bands. Legs with cinereous hairs. Wings cinereous; veins black, 
testaceous at the base; stigma piceous. — Length of the body 5 lines. 
(= loV« mm lg.) 

Most allied to N> difformis^ an inhabitant of Dalmatia and of the 
Crimea. 

Tajura.« (Rothes Meer, Bab el Mandeb). 



76 



23- Nrnnia armata Oliv. 

i8ii. — Nomia armata Olivier, — Encycl. method. Insect. VIII. p. 376. 

Noniia nigra, cinereo-pubescens, abdominis segmentorum margine 
albo-ciliato; tibiis posticis lobis duobus terminatis. — Long. 3 V» Hg. 
(= 8 mm). 

Elle est un peu plus grande que la Nomie diversipede. Las 
antennes sont fauves; la tete est noirätre, couverte d'un duvet blanchätre 
trfes serre sur le front; le corselet est noirätre, avec un duvet gris sur les 
cotes; de petites ecailles cendrees sur le dos et deux petites raies Irans- 
verses grises, l'une au dessus et l'autre au dessous de l'ecusson. On 
voit sur celui-ci deux petites epines un peu crochues, jaunes ä leur 
extremite. — L'abdomen est pointille, noirätre, avec le bord des anneaux 
garni de poils blanchätres. Les pattes sont fauves, avec un peu de brun 
ä la base des cuisses et le i. article des tarses d'un jaune-blanchätre ; 
les cuisses posterieures sont tres-renflees, elles sont un peu creuses 
ä leur partie inferieure et ont une dent laterale vers leur extremite. 
La partie creuse est legerement garnie d'un, duvet blanc. Les jambes 
sont termin^es par deux lobes d'un jaune-blanchälre, dont l'exterieur 
est une fois plus long que l'autre. Les ailes sont transparentes, avec 
une tres-legere teinte obscure vers l'extremite et les nervures d'un 
brun-ferrugineux; l'ecaille de la base est grande et d'un jaune päle. 

Je Tai trouvee sur des fleurs dans le desert de l'Arabie, vers la 
fin de mai.« 

Vielleicht in die Gruppe diversipes gehörend? — 



24. Nomia hicoloripes Walk. 

1871. — Nomia bicoloripes Walker, 9 — List of Hymen, in E^ypt p. 43. 

»9- — Black; head and thorax with cinerous pubescence; antennae 
dark^red beneath. Hind borders of the abdominal scgments lurid, with 
whitish tomentum. Legs tawny; four anterior femora and tibiae black. 
Wings cinereous, broadly blackish along the exterior border; veins and 
Stigma black. — Length of the body 4 lines (-== 872 mm lg.) 

The bands of the abdomen are rather narrower than those of 
A'^ fulvohiria Smith, a native of Sierra Leone. 

Massowah.« (Am rothen Meer). 



77 
25. NonUa brevUarsis Ev. 

1852. — Andrena brevitarsis Eversmann, 9 — B\i\], soc. natural. Moscou XXV. P. 3. p. i8. 
1867. — Nomia brevitarsis Morawitz, — Horae soc.-entom. Ross. IV. p. 10. 

»9- — Nigra, griseo villosa, thorace anoque feruginoso-hirsutis; 
tibiis tarsisque fulvis fulvoque hirtis. — Long.? 

Magnitudine et fere eadem statura brevi Andrenae albüauUs 9 ; pedes 
solito breviores, praecipue tibiae et fiietatarsus pedum posticorum; epi- 
dermis tibiarum et tarsorum posteriorum fulva et ejusdem coloris eorum 
hirsutia est. Alae hyalinae, externe paululum infumatae; anticarum 
cellulae cubitales i. et 3. magnae, ejusdem magnitudinis. duplo longiores 
ac latiores, 2. parva, duplo aut triplo illis minor. — 

cT — latet. 

Hab. in promontoriis Uralensibus australibus.« 

26. Nofh,ia etmrfieifrons Walk. 

1871. — Nomia eburneifrons Walker, 9 — List of Hymen, in Egypt p. 44. 

»9- — Black, thickly and minutely punctured, with hoary pubes- 
cence; head yellowish white and with white pubescence between the I 

base of the antennae and the mouth; eyes reddish, broad; antennae 1 

red, subclavate; first Joint white. Abdomen with a chalybeous tawny 
band on the hind border of each segment. Legs testaceous; furrows 
black, except at the tips; tibiae with a piceous streak. Wings pellucid; 
veins and Stigma testaceous; costal vein black, except at the base. — 
Lcngth of the body 4V2 lines. (= 9V2 mm lg.) 

Tajura. (Rothes Meer, Bab el Mandeb). 

27. Komia floraUs Sm. 

*^75- — Nomia floralis Smith, 9 — Trans. Entern. Soc. London p.- 58. \ 

»9- ~ Black; the base of the abdomen ferruginous. Head; the 
front and cheeks with griseous pubescence. Thorax finely and closely 
punctured above; the margins of the mesothorax and the postscutellum 
with short, pale, fulvous pubescence, that on the legs is still paler, and 
very bright and glittering; the legs rufo-piceous, the tarsi paler; wings 
subhyaline, their apical margins clouded, the nervures and tegulae rufo- 
testaceous, the Stigma pale. Abdomen; the basal segment and apical 
half of the 2. ferruginous; the apical margin of the 2. and following 
Segments with fasciae of'pale-fulvous pubescence. — Length 3*/« lines 
(= 8 mm lg.) 

Hab. Hong Kong.« 



78 



28. NonUa JapofUca Sm. 

1873. — Nomia Japonica Smith, — Trans. Entom. Soc. London p. 201. 

»Black; punctured, the abdomen most finely so; the face with a 
griseous pubescence, on the vertex and thorax it is fulvous; that on the 
legs is also fulvous; the claw-joint of the tarsi ferruginous; the wings 
subhyaline, the nervures dark fuscous; a pale testaceous spot on the 
tegulae. Abdomen: the apical margins of the segments are marginale 
and deeply depressed ; the basal margins are also depressed and have 
a fine, short, pale, downy pubescence; that on the apical segment is 
black; beneath, the colour is obscurely piceous and the margins of the 
Segments are fringed with pale hairs. — Length 7 lines (=15 mm lg.)« 

Japan. 

29. Nomia in/nesii Grib. 

1894. — Nomia Innesi Gribodo, O ^ — Bull. soc. entom. Ital. XXVI. p. 126. 

»cf. — Magreiiü simillima et affinissima differt autem scutello 
utrinque inermi (in magreiiü utrinque Spina minuta sed acutissima armato); 
corpore crassius punctato; alarum tegulis angustioribus; femoribus tibiisque 
posticis nonnihil minus incrassatis; processu lamelliformi tibiarum candi- 
dissima minori, in margine omnino integro (in magrettU margine antico 
basi inciso), prope margine postico distincte perforato; hirsutie corporis 
tota candidissima. — Long. 67» mm. 

Aegypten (Cairo). 

Der italienische Theil der Beschreibung lautet übersetzt: 

»Sehr ähnlich der i^omia magretiii im Habitus, im ganzen wie im 
einzelnen und in der Färbung (mit Ausnahme, dass die Haare sehr weiss 
und nicht röthlichgelb sind); sie unterscheidet sich durch die verschiedenen, 
sehr wichtigen, oben angezeigten plastischen Kennzeichen, unter welchen 
vor allen bemerkenswerth sind das Fehlen des seitlichen Scutellumdornes 
und die abweichende Bildung der blattförmigen Verbreiterung der 
hinteren Tibien; diese Verbreiterung ist kleiner als bei der A'. magreiiü, 
mehr gekrümmt gegen die Spitze hin, und bietet an ihrem Rande keine 
Einkerbung dar, sie trägt überdies am unteren Theil und hinteren Rande 
ein ziemlich beträchtHches, rundes Loch, welches von einer sehr feinen, 
glasartigen Platte geschlossen ist. Die Wichtigkeit solcher Kennzeichen 
benimmt beinahe jeden Zweifel über die specifische Verschiedenheit 
zwischen dieser Form und der viagreiiii, wenn man davon auch nur ein 
einziges Exemplar kennt. 



79 



Auf der Tafel 5 in Savigny (Explor. d'Egypte) scheint Fig. 21 diese 
meine neue An darzustellen, wenn das Insekt nicht so dunkel und vor 
allem seine Tegulae nicht so klein wären; bei der innesit sind die Schuppen 
sehr gross, so lang wie jene der magrettU, jedoch ein wenig schmäler.« — 

30. Naniia lamellata Sm. 

1875. — Nomia lamellata Smith, (j^ 9 — Trans. Entom. Soc. London p. 65 T. 2 F. 8 ((^). 
1894. — Nomia lamellata Gribodo, — Bull. soc. entom. Ital. XXVI. p. 127. 

»(f. — Head and thorax black; abdomen red. Head and thorax 
closely and strongly punctured; the front of the head clothed with 
griseous pubescence. The mesothorax with a central impressed line 
and an abbreviated one on each side of it; the scutellum depressed in 
the middle and subtuberculate on each side; wings fuscous and with 
a violet iridescence; the posterior feifiora and tibiae punctured, the 
former greatly swoilen and with a minute tooth beneath near their apex; 
the tibiae narrow at their base to one-third of their length, then abruptly 
dilated and having a minute tooth beneath near their apex; the tarsi 
ferruginous at their base. Abdomen black at its extreme base, rather 
strongly and very closely punctured; the apical margins of the segments 
smooth an shining; the apex with fuscous pubescence. — Length 5 lines 
(= 1 1 mm lg.). 

Hab. Gambia.« 

Aegypten. 

31, Nmnia nuigrettU Gribod. 

181 2. — Savigny, cf — Descr. de l'^gypte. Hym^n. T. 5 F. 20 {,^). 

1884. — Nomia Magrettii Gribodo, cT 9 — ß^^^« soc. entom. Ital. XVI. p. 270. 

» 9 • — Parva, nigro-picea, tibiis tarsisque quatuor anticis obscure 
rufo-ferrugineis, duobus posticis laete ful vo - testaceis ; alarum tegulis 
maximis, testaceis basi nigris; alis hyalinis, venis testaceis; capite, pleuris, 
pectore, pedibusque albo-pilosis; dorsulo antrce, sutura antescutellari, 
postscutello dense ochraceo vel albo-squamosis (in exemplaribus recenti- 
oribus forte toto dorso squamoso; segmenti abdominis primi area verticali 
argenteo-püosella, area horizontali basi apiceque e pilis stratis brevissimis 
densissimis albis fasciata, fasciola marginalis late (vetustater) interrupta; 
segmentis 2. — 4. similibus fasciis basi apiceque ornatis, fasciis integris, 
segmento 5. margine apicah late denseque albo-fimbriato; tibiis tarsisque 
subtus plus minus laete fulvo-ferrugineo, vel aureo pilosis; metatarsis 
posticis apice dense argenteo-fimbriatis; capite confertim, thorace subsparsim 



• 80 

punctulatis; clypeo crasse denseque punctato; segmentis abdominalibus 
area basali subtumidula crasse irregulariter sparsimque punctata et 
pertenuissime punctulata, area marginali depressiuscula nitida vel non 
nisi pertenuissime punctulata. 

var, — pedibus obscurioribus ; vel antennarum scapo basi apiceque, 
flagelli articulo primo et ultimo rufis. 

cf — differt, antennarum flagello rufo - testaceo ; facie villosiore; 
metatarsis anticis basi profunde excavatis; tarsorum intermediorum 
articulo terminali dilatato subcirculari ; femoribus posticis supra inflatis, 
subtus et intus planis politis, una cum trochanteribus pilis longis spatuli- 
formibus albis infra ornatis; tibiis posticis apice incrassatis subtrigonis, 
intus et subtus (uti femora) deplanatis politis, apice in processu conspicuo 
piano rotundato obliquo luteo desinentibus; tarsis omnibus eburneis 
articulo terminali nigro. — Long. 7 — 8 mm.« 

Aegypten; Suakin (am rothen Meere); Kassala (Abissinien). 

32. NorMa minor Rad. 

1893. — Nomia minor Radoszkowski, Q — Horae soc. entom. Ross. XXVIl. p. 54. 

»9- — Nigra, nitida; antennis mandibulisque rufis; clypeo et facie 
dense albido-pilosis; abdominis segmentis a 2. usque ad 4. translucidus. 
— Long. 7 mm. 

9 — Noire; mandibules et antennes (excepte le i. article) rousses; 
chaperon et face couverts de poils courts blancs. Thorax luisant, faible- 
ment ponctue, en devant et autour de l'ecusson couvert de poils courts 
blancs; ecusson et metathorax profondement ponctues; ecailles claires. 
Les bords posterieurs du 2. — 4. segments clairs et transparents; 5. segment 
parseme de poils blancs; ventre brun. Les pieds parsemes de poils 
blancs. Alles transparentes, nervures en partie roussätres.« 

Sarachs, (Turkestan). 

33. Nomia nilotica Sm. 

1875. — Nomia Nilotica Smith, — 9 Trans. Entom. Soc. London p. 63. 

» 9 • — riie mandibles, antennae, legs, thorax beneath and base 
of the abdomen ferruginous; otherwise black. Head; the front densely 
covered vvith short snow- white pubescence; the anterior margin of the 
thorax with white tomentum; the legs have, outside, a glittering white 
pubescence; the wings hyaline, the nervures ferruginous; the tegulae 
large and white, with a ferruginous spot at their inner anterior margin. 
Abdomen with broad, white-pubescent fasciae. — Length 4 lines ( = 9 mm lg.). 

Hab. White Nile.« 



81 

34. Nontia palUdicortUs Walk. 

1871. — Nomia pallicornis Walker, — ^ List of Hymen, in Kgypt p. 44. 

»cf. — Black, broad, thickly and minutely punctured, with whitish 
pubescence; mouth testaceous; antennae tawiiy, luteous beneath. Meta- 
thorax largely punctured; disk flat, with a slight longitudinal furrow. 
Abdomen with a testaceous streak on each side at the base. Tibiae 
tawny, with a broad blackish stripe; tarsi yellow, piceous towards the 
tips; hind legs very thick. Wings pellucid; veins and Stigma testaceous, 
the former black towards the tips. — Length of the body 4 lines. 
(= 872 mm lg.) 

Tor.« (Arabia). 

35. Nomia scriptifrans Walk. 

1871. — Nomia scriptifrons Walker, O — List of Hymen, in Egypt p. 44. 

* 9 • — Black, thickly and minutely punctured, with cinerous 
pubescence; front with a broadly U-shapcd white mark; antennae red 
beneath, except the first and second joints. Scutellum with a white 
spot on each side and a white hind border. Abdomen with a chaly- 
beous band, which is clothed with cinereous pubescence on the hind 
border of each segment; under side piceous. Legs harry, tibiae and 
tarsi tawny. Wings pellucid; veins piceous, stigma testaceous. — Length 
of the body 4 lines. (== 872 mm lg.) 

If may be the female or iV. dnerascens, Westw., a Natal specics. 

Massowah.« (Am rothen Meer.) 

36. Nomda vespoides Walk. 

1S71. — Nomia vespoides Walker, (^f — List of Hymen, in Rgypt p. 43. 

»cf. — Black; head and thorax with cinereous pubescence; 
antennae and disk of the scutellum red. Abdomen dark red, with three 
black bands and with three pale luteous bands, which arc white at each 
end. Legs tawny, thick. Wings lurid, broadly blackish along the 
exterior border; veins black; stigma piceous. — Length of the body 
57» lines. (-1172 mm lg.) 

Massowah.« (Am rothen Meer.) 

i7. Nomia walkeri D. T. 

1871. — Nomia rufiventris Walker, O — List of Hymen. Fgyj)! p. 44 [nee Spinoln . 
1S96. — Nomia Walkeri Dalla Torre, — Catalogf. Ilymcnopt. X. p. 170. 

» 9 • — Black, with whitish pubescence ; antennae dark red. Abdomen 
red. Legs thickly clothed with yellowish hairs; tibiae and tarsi red. 

6 



82 

Wings cinerous; veins black, testaceous at the base; Stigma lurid. - 
Length of the body 27, lines. (= 51/1 mm lg.) 
Tajura.« (Rothes Meer, Bab el Mandeb.) 

38. Nomia zonarta Walk. 

1871. — Nomia zonaria Walker, ^ — List of Hymei>. in Egypt. p. 43. 

»(3^. — Black, stout; head and sides of the thorax with silvery 
whitish hairs; antennae red beneath and at the tips; first Joint red 
Thorax with cinereous pubescence. Abdomen with five white bands, 
which have a yellowish tinge in the middle. Legs tawny, thick; femora 
and tibiae with white tomentum on the outside. Wings cinereous, 
broadly blackish along the exterior border; veins black, Stigma 
piceous. — Length of the body 6 lines. (= 12V» mm lg.) 

The thin forked edge which forms the hind border of the scu- 
tellum distinguishes this and the following (vespoides) species from the 
Other Nomiae, 

Harkeko. (Am rothen Meer, Aegypten.) 



Index. 

Seite 

Allgemeiner Theil . 46 

ßcstimmungstabelle ^ 51 

Bcstimmungstabelle O 49 

Biologie 47 

Systematik 48 

yomia Latr 45 

aegyptiaca — Aegypt 75 

albocincta Lucas = ruficornis 61 

ampla Walk. — Aegypt 75 

arm€Ua Oliv. — Arabia 76 

aureocincta Costa = ruficornis 61 

bicolaripes Walk. — Aegypt 76 

hispinosa Brülle — Graecia 64 

brevitarsis Everm. — Ural 77 

chalifheaia Sm. — China 71 

caueasiea PViese — Kauk 61 

difformis Evcrsm. = ? monstrosa 54 u. 58 

dififormis Panz. = femoralis 54 

diversipes Latr. — Eur. mer. centr 53 

ebumeifrons Walk. — Aegypt 77 

edentata Moraw. — Turkcst. . ' 66 

equestris Gerst. — Xanthc 59 

fetnoralis Pall. — Flur, centr. or 54 

femoralis Walk. = aegyptiaca 75 

floralis Sm. — China 77 

fugax Moraw. — Kauk. Turkest 56 

humeralis Jur. = diversipes 53 

hungarica Eörst. = diversipes 53 

japonica Sm. — Japan 7S 

inermis Moraw. — Turkest 67 

innesii Gribod. — Aegypt 7iS 

lamellata Sm. — Aegypt. Gambia 79 

lalipea Moraw. — Eur. mer. or 64 

magretiii Gribod. — Aegypt 79 



Seite 

minor Rad. — Turkest 80 

nionstrosa Costa — Ital. Graecia 5S 

nilotica Sm. — Aegypt.. 80 

opposita Sm. — China 72 

pallidieoi'nis Walk, — Arabia 81 

perforata Lucas = ruficornis 61 

punctata Westw. = punctulata 72 

punciidata Torre — China 72 

rufescens Moraw. — Turkest 68 

ruficornis Spin. — Eur. mer. or 61 

rufiventris Spin. — Aegypt 63 

rufiventris Walk. = walkeri 81 

scriptifrons Walk. — Arabia 81 

simplicipes Friese — China 73 

squamata Moraw. — Turkest 70 

tureomaniea Rad. — Transcasp 61 u. 63 

unidenicUa Oliv. — Arab 64 

vcUga Gerst. — Hispania 60 

vespoides Walk. — Aegypt 81 

walkeri Torre — Aegypt 81 

zonaria Walk. — Aegypt 82 

Baranotnia := Nomia subg 48 



Innsbruck, den 30. November 1S96. 



lieber die Dipteren -Gattung „Gymnomus Low". 

Grehört dieselbe zu den Höhlen-Insecten? 

In welcher Stellung befindet sich dieselbe zu den 
übrigen Helomyzidae? 

Von 

V. V. Röder in Hoym (Anhalt). 

In der Zeitschrift für Entomologie des Vereins für schlesische 
Insectenkunde zu Breslau hat Professor Dr. H. Low im 13. Jahrgang 1859 
eine Abhandlung über die europäischen Helomyzidae nnd die in Schlesien 
vorkommenden Arten derselben geliefert. Es befindet sich dazu auf 
pag. 16 eine systematische Ucbersicht der Gattungen dieser Familie, in 
welcher Gymnomus noch fehh. — Die Gattung Gymnomus ist erst nach 
dem Erscheinen dieser Arbeit im Jahre 1863 errichtet. T^öw hat die- 
selbe nebst Art im VII. Band der Wiener entomologischen Monatsschrift 
(1863) pag, 36, 37, 38 beschrieben auf ein 9' welches in einer Höhle 
des südlichen Oesterreich gefangen war. Mein Exemplar. ^T, welches 
aus einer Höhle in Kroatien ist, unterscheidet sich nur durch die Merk- 
male, welche für ein Männchen geltend sind. Die Stellung dieser 
Gattung zu den übrigen Helomyziden ist nach meiner Ansicht die 
richtige, wie dieses Low in der Arbeit über die europäischen Helomyzidae 
und die in Schlesien vorkommenden Arten angiebt auf pag. 15. Da die 
AI 1 ophyla - Arten den Helomyza- Arten sehr nahe stehen, weil beide 
Galtungen keine Borste unmittelbar über den Vorderhüften haben, so 
Hessen sich diese mit den übrigen Helomyziden, von denen sämmtliche 
Gattungen eine Borste über den Vorderhüften besitzen, in zw^ei Ab- 
theilungen aus diesem Grunde zerlegen. Dieses hat den Uebelstand, 
dass diese Borste über den Vorderhüften ein sehr subtiles Merkmal ist, 
da dieselbe entweder leicht übersehen w'crden kann, oder durch irgend 



86 

einen Zufall abhanden gekommen ist. Alles dieses kann eine Täuschung 
-der Anwesenheit oder Abwesenheit der Borste über den Vorderhüften 
hervorrufen. Es ist daher besser die Trennung der Helomyzidae in 
zwei Abtheilungen nach der vorhandenen oder fehlenden Schulterborste 
zu bestimmen, weil diese Schulterborste immer eher zu bemerken ist 
als jene Borste über den Vorderhüften. Ich lasse hier eine analytische 
Tabelle der Helomyzidae mit Einschluss von Gymnomus folgen, um 
den Anschluss dieser Gattung in der Gliederung dieser Familie zu geben: 

1. Ohne Schulterborste und mit fünf hintereinander stehenden 
Borsten in jeder der mittleren Borstenreihen des Thorax. Drittes 
Fühlerglied rundlich -eiförmig. Helom/yza Fall. 

Ohne Schulterborste und mit nur drei hintereinander 
stehenden Borsten in jeder der mittleren Borstenreihen des 
Thorax. Drittes Fühlerglied klein mit feiner und sehr langer 
Borste, welche eine dichte und zartweissliche Pubescenz hat, 

Oynvnofivus Low. 
Mit Schulterborste 2. 

2. Keine Borste über der Basis der Vorderhüften. Allophyla Lw. 
eine Borste über der Basis der Vorderhüften 3. 

3. Sporen der Mittelschienen gekrümmt, Behaarung verhältnismässig 
lang und weich. Scoliocentra Lw. 
Sporen der Mittelschienen gerade, Behaarung weder lang noch 
weich 4. 

4. Kleine Querader unter der Mündung der Hülfsader (ersten 
Längsader) Crytnobia Lw. 
Kleine Querader jenseits der Mündung der Hülfsader (ersten 
Längsader) 5. 

5. Der vordere iMundrand undeutlich entwickelt. Anorostoma Lw. 

(britisch Nord-Amerika' 
Der vordere Mundrand deutlich entwickelt 6. 

6. Augen aufTallend klein 7. 

Mittelschienen unbeborstet Eccoptomera Lw. 

Mittelschienen beborstet Oecothea Hai. 

7. Augen nicht aufTallend klein, Mittelreihen des Thorax mit 

4 Borsten 8. 

\^orderrand der Flügel mit ansehnlicher Beborstung, Stirn breit 

Blepharoptera Lw. 
Vorderrand der Flügel mit ausserordentlich kurzer Beborstung, 
Stirn schmal. Heteromyxa Fall. 

8. Millelreihcn des Thorax mit 3 Borsten. Tephrochlamys Lw. 



87 



Herr Professor Dr. O. Hamann hat vergessen, die Gattung Gymno- 
mus Lw in sein neuestes Werk aufzunehmen (»Die europäische Höhlen- 
fauna, eine Darstellung der in den Höhlen Europas lebenden Thierwelt 
mit besonderer Berücksichtigung der Höhlenfauna Krains«, Jena bei 
Herrmann Costenoble 1896). Es war daher die einzige, wohl nur richtige, 
aber immer bis jetzt unsichere Angabe des Fundorts von Gymnomus 
troglodytes Lw, auf den Bericht Schaum's begründet, durch welchen 
Low angiebt, dass diese Art in einer Höhle des südlichen Oesterreich 
gefangen ist, ohne irgend eine nähere Bemerkung darüber zu machen, 
welche Höhle damit gemeint ist oder bei welchem Ort diese Höhle 
gelegen ist. Hier ist ebenfalls die Frage zu beantworten, ist diese 
Diptere eine wirkliche Höhlenfliege oder nur ein zufälliger Höhlen- 
bewohner, wie es verschiedene andere Dipteren sind. Eine weitere 
Nachricht darüber bringt Herr Dr. Joseph. Derselbe will die Art in der 
Mrzla jama am Kreuzberge bei Läas, Grotte von Gurk, Grotte von 
Treffen gefunden haben. (Siehe Berliner entomologische Zeitschrift 
Bd. 26, 1882 pag. 49). Ich habe das Bedenken bei den Angaben des 
Herrn Dr. Joseph, ob diese Bestimmung der dort gesammelten Exemplare 
wohl richtig gewesen ist und dieselben nicht einer anderen Art an- 
gehören? Zweifelhaft bleiben diese Fundorte immer, da durch Niemand 
anders als von Herrn Dr. Joseph, irgend eine Tropfsteinhöhle erwähnt 
wird, wo diese Diptere mal gefunden ist. — Ganz anders ist dagegen 
die erste sichere Mittheilung des Herrn Professor Dr. August Langhoffer 
(jetzt Professor am Königl. Obergymnasium in Zagreb (Agram) Kroatien), 
welcher Gymnomus troglodytes Lw. cT in der Tropfsteinhöhle Samograd 
am 5. Juli 1890 aufgefunden hat. Diese Höhle befindet sich V» Stunde 
von dem Orte Perusic in der Nähe des grösseren Ortes Gospic im süd- 
lichen Kroatien. Derselbe schreibt mir folgendes darüber. »Ich erinnere 
mich noch lebhaft an das sonderbare Thier, welches an der Kalkstein- 
wand ruhig sass, als ich die kurze Zeit des Aufenthaltes in der nur 
theilweise zugänglich gemachten Höhle nach Insecten fahndete, aber 
nur dieses fand.« 

Da die Angabe von Low (teste Schaum) nur als eine unsichere, 
anzusehen ist, wie ich oben schon andeutete, da gar keine genaue Be- 
zeichnung der Höhle ebensowenig die nähere Ortsbezeichnung angegeben 
ist, so hat die Mittheilung des Herrn Professor Dr. Langhoffer den Vor- 
zug, die erste und einzige zu sein, welche Sicherheit verschafft, dass 
Gymnomus troglodytes Lw., ein Höhlenthier ist. Die Bestimmung dieser 
Art, stimmt vollständig mit der von Low gegebenen Beschreibung. 
Gymnomus ist in Beziehung auf die Augenbildung ähnlich den Helomy- 



88 

zielen Gattungen Eccoptomera und Oecothea. Die Augen sind ausser- 
ordentlich klein und rund gegenüber der grossen Ausdehnung der Backen, 
welche überaus breit sind. Die Stirn ist breit und hat jederseits zwei 
Seitenborsten, von denen die vordere viel kürzer und schwächer ist. 
F'ühlerborste dünn und sehr lang mit feiner dichter zartweisslicher 
Pubescens. Mundöffnung kleiner als bei den in Bezug auf die Kopf- 
bildung ähnlichen Eccoptomera und Oecothea-Arten. Die Knebelborsten 
je eine auf jeder Seite stehend, sind nicht sehr weit von einander entfernt. 
Kinn nicht angeschw^oUen. Die Borste über den Vorderhüften vorhanden. 
Schulterborste fehlend. Der Thoraxrücken auf der Mitte nur drei 
Borstenpaare {wie bei der Gattung Tephrochlamys Lw.). Schildchen 
wenig gewölbt, vierborstig. Hügel sehr lang, schmal gegen die Basis 
hin verschmälert. Die Flügelrippe mit starken Borsten. Oberseite der 
Mittelschienen ohne Borsten. Dass einzelne Höhlenthiere Augen besitzen, 
wenn oft auch nur sehr kleine Augen, geht aus dem Werke des Herrn 
Professor Dr. Hamann »Die europäische Höhlenfauna« pag. 21 hervor. 
Auf dieser Seite w^ird von den Scheerenspinnen gesagt, dass einige 
Arten augenlös und ebenfalls eine echte Höhlenart, Augen besitzt. 
Ueberhaupt geht von pag. 17 derjenige Theil an, welcher über den 
Ursprung und die Entstehung bHnder Thiere handelt. Die langen Plügel 
von Gymnomus sind kein Anzeichen dafür, dass diese Art nicht zu den 
Höhleninsecten gehören soll. Im (legcntheil sind es hier die sehr kleinen 
Augen, um wxlchc es sich handelt, und weshalb diese Gattung als ein 
Höhleninsect anzusehen ist. Ich glaube nicht zu weit zu greifen, wenn 
ich durch diese Eigenthümlichkeit dieses letztere behaupte. Ich vermuthe 
sogar, dass Low sein Exemplar, aus einer Höhle in Kroatien, welches 
letztere im südlichen Oesterreich gelegen, bekommen hat. (Im Jahre 
1863 wurde Kroatien noch als zu Oesterreich gehörig, bezeichnet, jetzt 
wird dieses Land zu Ungarn gerechnet). 

Ich komme nun nochmals auf die Diagnose dieser Art zurück.« 
Low beschrieb das $, hier habe ich das cf vor mir, welches noch 
unbeschrieben ist: 

Gymnomus^) troglodytes Lw. ^f. Ex latericio cinereus; 
tantum ambobus ullimis scgmentis abdominis ((/) minus cinereis, 
sed latericiis coloratis; pedibus tcstaceis; alis dilute subfuscis 
immaculatis, costa marginalis alarum setis validis munitis. Long, 
corp. (/ 4 lin. == 9 mm. Long. al. 4^/* lin. 9 long. corp. 3V3 lin. 
Long. al. 474 lin. 

Vi Gvmnomus bedeutet »die borstcnlo^e Schulter«. 



89 

Das Männchen gleicht in allen Dingen dem Weibchen, mit Aus- 
nahme einiger sehr geringer Unterschiede. Kopf rothgelb; Stirn breit, 
roth, am Seitenrande und in der Gegend der Ocellen etwas graulich 
bestäubt. Die obere Hälfte des Hinterkopfes grösstentheils grau. Die 
zwei ersten Fühlerglieder fast rostroth, das kleine dritte Glied braun- 
schwarz, mit feiner und sehr langer Borste, deren dichte und zarte 
weissliche Pubescens viel länger als bei allen bekannten Eccoptomera- 
und Oecothea-Arten ist. Am Mundrande ist jederseits eine starke 
Knebelborste. Die sehr breiten Backen sind viel grösser als die kleinen 
runden Augen. Thorax von heller Bestäubung, auf schwärzlichem 
Grunde, aschgrau, mit der Spur von zwei schwärzlicheren, vorn sehr 
abgekürzten Längstriemen; in der Schultergegend sowie an den Näthen 
der Brustseiten ist die Grundfarbe ziemlich ziegelröthlich. Schildchen 
aschgrau, am Rande und der Unterseite graulich-ziegelroth, sonst kahl; 
am Rande vierborstig. Oberhälfte der Brustseiten kahl, die Unterhälfte 
mit ziemlich feiner, dichter, schwarzer Behaarung; über den Vorderhüften 
mit einer starken Borste, ebenso über den Mittelhüften eine Borste. 
'Die Schulterborste fehlend). Der für ein Männchen mehr gestreckte 
Hinterleib ist graulich-ziegelroth bis auf die letzten beiden Ringe, bei 
welchen die ziegelrothe Grundfarbe mehr vorherrscht. Die männlichen 
Genitalien befinden sich unter dem letzten Hinterleibsring am Bauche. 
Die schwarze Behaarung des Hinterleibs ist äusserst grob, rauh, fast 
borstenartig. Die schmalen gelben Hinterrandsäume, welche bei dem 9 
an den zweiten und folgenden Hinterleibsabschnitten vorhanden sind, 
scheinen bei dem cf zu fehlen Beine lehmgelb, fein hell behaart; die 
Füsse gegen das Ende hin etwas gebräunt; Schenkel ziemlich kräftig. 
Die stark gekrümmten Klauen bei den ^ von gewöhnlicher Grösse. 
Die sehr verlängerten Flügel sind besonders schmal, gegen die Basis 
hin noch schmäler, etwas bräunlich getrübt; am Vorderrand weitläufig 
mit groben Borsten besetzt; die hintere Querader ist auflTallend schief. 
Schwinger hell. 



Die Lepidopteren-Zwitter meiner Sammlung. 

Verzeichniss derselben mit kurzer Beschreibung 
und 4 Lichtdrucktafeln 

von 

Max Wiskott- Breslau. 

Die wunderbaren Naturspiele, die wir in den Hermaphroditen 
unter den Insekten beobachten, haben von jeher in hohem Grade die 
Aufmerksamkeit der entomologischen Forscher gefesselt, und obwohl 
man sich heute ebensowenig wie in früheren Zeiten den Vorgang der 
Zwitterbildung in seiner Entstehung und Entwickelung erklären kann, 
bleibt man eifrig bemüht, diesem geheimnissvollen Treiben der Natur 
nachzuspüren und notirt aufmerksam, wo und in welchem Gewände ein 
Zwitter erschienen und wo er für die wissenschaftliche Beobachtung 
gewissermassen niedergelegt worden ist. Erklärungsversuche über die 
Entstehung von Hermaphroditen sind oft genug gemacht worden.^) 

Die erste Kunde über das Vorkommen von Schmetterlings- 
Zwittern erhielten wir im Jahre 1761 von J. S. Schäffer- Regensburg. 
Derselbe beschreibt einen Zwitter, und zwar Liparis dispar L. mit der 
Vorbemerkung: »Der wunderbare und vielleicht in der Natur noch nie 
erschienene Eulen-Zwitter«. 

Dieser Publikation folgen dann bald eine Anzahl anderer Autoren, 
aber immer nur mit einzelnen Exemplaren, bis endlich hundert Jahre 
später 1861 der verdienstvolle Forscher Dr. H. Hagen im 22. Bande 



*) »Sie müssen jedoch rein hypothetisch bleiben, so lange wir der nothwendigen 
Vorbedingung zur Lösung des Räthsels ermangeln: einer genügenden Kenntniss nämlich 
des normalen Hergangs bei der Geschlechtsentwickclung des Eikeimcs und der Be- 
dingungen, welche ihr zu Grunde liegen u. s. w.« 

(Dr. A. Speyer, Stettin, Ent. Zeitschrift i86y, Bd. 30, pag. 245 — 255.) 



92 

/ 
der Stettiner entomologischen Zeitung, pag. 259 und in einem Nachtrag 
1863, Bd. 24 derselben Zeitung, pag. 189 ein Verzeichniss mit Litteratur- 
angabe sämmdicher damals bekannten Insekten-Zwitter veröffenüicht, 
nachdem Lefebure vorher eine Liste von nur 51 Hermaphroditen auf- 
gestellt hatte. 

Die von Hagen aufgeführte Zahl von 130 Hermaphroditen er- 
scheint uns heute ausserordentlich klein, namentlich, als sich die- 
selbe nicht auf die Publikation von nur Lepidopteren - Zwittern be- 
zieht, sondern sämmtliche der Insektenwelt angehörende Zwitter umfasst. 
Immerhin kommen bei 130 Hermaphroditen 107 allein auf die Lepi- 
dopteren, und mahnt diese Thatsache gerade uns Lepidopterologen, 
mehr als bisher uns zu bemühen, durch scharfe Beobachtung in der 
Natur, durch Zucht und Experimente, Mithilfe zu leisten, den Schleier 
zu lüften, welcher über der Entstehung dieser abnorm gebildeten Lebe- 
wesen noch gebreitet ist. 

Sicher ist anzunehmen, dass es s. Zt. der Unzugänglichkeit sta- 
tistischen Materials zuzuschreiben, wenn Dr. Hagen nur über eine 
relativ so kleine Anzahl Hermaphroditen publiciren konnte. 

Es mögen schon zu dieser Zeit eine wesentlich grössere Anzahl in 
den Sammlungen vorhanden, aber vergraben gewesen sein. Man hat 
nur 35 Jahre früher die Beweglichkeit der Veröffentlichung nicht ge- 
kannt, der wir uns heute durch eine grössere Zahl wissenschaftHcher 
Journale, entomologischer Zeitungen etc. erfreuen, worin alle möglichen 
abweichenden Formen der Insekten bekannt gemacht, beschrieben und 
benannt werden — letzteres manchmal sehr über Verdienst! 

Eine von einem Berliner Entomologen, Herrn Oskar Schultz, in 
Vorbereitung befindliche Arbeit über sämmtliche bekannten Lepidopteren- 
Zwitter wird uns hofientlich bald dankenswerthe genauere Aufschlüsse 
über die Zahl der nunmehr bekannten Hermaphroditen bringen. — 

Obwohl ich es bei Aufstellung des nachstehenden Verzeichnisses 
nur mit den Zwittern meiner Sammlung zu thun habe, ist das Material 
doch so umfangreich und der mir zur Verfügung gestellte Raum in 
unserer Festzeitschrift so klein, dass ich mich bei der Beschreibung nur 
auf kurze Diagnosen beschränken muse. — Da, wo Hermaphroditen 
meiner Sammlung schon früher eingehend beschrieben oder erwähnt 
wurden, gebe ich an betreffender Stelle die Litteratur an. — 

Man unterscheidet zwischen vollkommenen oder getheilten Zwittern, 
Individuen, bei denen durch die Längsmitte des Körpers eine Halbirung 
des männlichen und weiblichen Falters in allen seinen Merkmalen und 



93 



charakteristischen Eigenschaften des Geschlechts besteht, und in un- 
vollkommene oder gemischte Zwitter, bei denen die Geschlechtstrennung 
nicht so präcise ausgedrückt, auf welchen das Männliche wie Weibliche 
unregelmässig durcheinander vertheilt ist, oder das eine Geschlecht der- 
artig dominirt, dass häufig nur Spuren von dem anderen vorhanden sind. 

Ich besitze aber auch Hermaphroditen, bei denen die Halbirung 
in allen Theilen correct durchgeführt ist und nur die Fühler allein dem 
einen Geschlecht statt beiden angehören, oder sich in der Mitte zwischen 
männlicher und weibHcher Gestaltung befinden, doch werde ich auch diese 
Hermaphroditen consequenter Weise nur als unvollkommene gemischte 
Zwitter autführen und an passender Stelle in meiner Beschreibung 
auch noch auf eine dritte Categorie, die ich einstweilen »Schein-Zwitter« 
nennen möchte, zu sprechen kommen. — Der Kürze wegen ist überall 
statt »vollkommener getheilter« nur vollkommener, statt »unvollkommener 
gemischter« nur unvollkommener Zwitter gesagt. 

Ueber die äusseren Geschlechtstheüe ist nur da Genaueres er- 
wähnt, wo ich deutlich Geschlechtsdifferenzen erkennen konnte; in den 
meisten Fällen sind die Genital-Apparate verkümmert oder sie entziehen 
sich durch die darüber hegende Behaarung der Beobachtung. Die Be- 
schaffenheit der äusseren Genitalien lässt sich aber nur an frischen 
Lepidopteren ohne Verletzung der fraglichen Theile oder des ganzen 
Thieres genügend ermitteln, — wer wollte bei so kostbaren Objecten 
an dem getrockneten Falter derartige Untersuchungen anstellen.? 

Endlich sind die Flügelgrössen nur da gemessen, wo wesentliche 
Differenzen vorhanden; da, wo die Zahlen fehlen, sind die Flügel beider 
Seiten gleich gross. 

Es erübrigt sich nur, noch etwas über die Herstellung der Licht- 
drucktafeln zu sagen. — Den photographischen Aufnahmen ist alle nur 
mögliche Aufmerksamkeit gewidmet worden; trotzdem und obwohl nur 
nach den neuesten Erfahrungen und mit den vollkommensten Instru- 
menten orthochromatisch gearbeitet wurde, ist die Wiedergabe mancher 
Thiere nicht durchweg gelungen. 

Dies bezieht sich speciell auf alle in roth angelegten Zeichnungs- 
stellen, da solche bei der photographischen Reproduction dunkel resp. 
schwarz zur Erscheinung gelangen und dadurch mit der natürlichen 
dunklen Zeichnung zusammenfliessen. 

Nach dieser Richtung ersetzt auch heute die Photographie noch 
nicht entfernt die buntfarbige Wiedergabe; auf der anderen Seite 



94 

schützt sie aber gegen Verzeichnungen. Sie arbeitet naturgetreu und 
ohne Fehler, namentlich zur Beurtheilung von schwer wiederzugebenden 
Einzelheiten, wie Gestalt, Stärke und Beschaffenheit von Fühlern, 
Flügelgeäder und Hinterleibsbildung etc. etc. 

Eine unerlässliche Eigenschaft, die zur Beurtheilung von Herma- 
phroditen in erster Reihe von Wichtigkeit ist. 



1. Pama8»ia8 deUtis Esp. Tafel I, No. 15. 
Vollkommener Zwitter. 

Links cf, rechts 9- 

Linke Seite typisch männliche Zeichnung; Hinterflügel weiss be- 
schuppt bis zum Aussenrand ; rechte Seite typisch weiblich; Aussenrand 
beider Flügel mit breiter glasiger Zackenbinde, mit je einem rothen 
Fleck in den Vorderflügeln und weissgekörnten Augen auf beiden 
Hinterflügeln; Hinterleib mit Tasche, aber einer linksseitigen deutlichen 
Afterklappe. 

Links 35 mm, rechts 33 mm. 

Gefangen Oestliche Schweiz. 

2. PamnssiMs deUtis Esp. 
Vollkommener Zwitter. 
Links 9» rechts ^f. 

Wie vorstehender Hermaphrodit, nur in umgekehrter Geschlechts- 
Anordnung; Tasche am Hinterleib ebenfalls vorhanden, am weiblichen 
Vorderflügel zwei rothe Flecke und weissgekörnte Augen im Hinter- 
flügel ; im männlichen Vorderflügel einen rothen Fleck und ungekörnte 
Augen im Hinterflügel. 

Gefangen bei Bozen in Tyrol. 

3. Pamdssitis delitis Esp. 
Unvollkommener Zwitter. 

Linke Seite und Leib männlich, mit ungekörnten Augen; rechter 
Vorderflügel weiblich gefärbt und gezeichnet, mit breiter bis an den 
Innenrand reichender glasigen Zackenbinde und scharf markirtem 
schwarzen Fleck zwischen Rippe 1 und 2; rechter Hinterflügel in der 
Hauptsache männlich mit schwachgekörnten Augen; am Aussenrande un- 
regelmässig eingestreute schwarze Beschuppung. 

Gefangen Tyrol. 



95 

4. JPteres napi L. ab. bryoniae O. 

Unvollkommener Zwitter. 

Rechte Seite und linker Hinterflügel männlich, linker Vorderflügel 
am Vorder- und Innenrand stark mit weiblicher Zeichnung gemischt. 
Gefangen Glatzer Gebirge, Schlesien. 

ß. JPieres napi L. ab. bryoniae O. Tafel I, No. 1. 
Unvollkommener Zwitter. 

Rechte Seite und linker Vorderflügel weiblich, linker Hinterflügel 
männlich gezeichnet. 

Gefangen Glatzer Gebirge, Schlesien. 

6. Fieres daplM/tce L. Tafel I, No. 3. 
Vollkommener Zwitter. 

Links cT, rechts 9- 

In Zeichnung und Flügelschnitt der Ober- und Unterseite; ebenso 
Hinterleib. 

Gefangen bei Berlin. 

7. Anthocharis ca/rda/mAnes L. 

Unvollkommener Zwitter. 

Zumeist weiblich; im linken Vorderflügel zwei grellrothe männ- 
liche Wische; rechter Vorderflügel nur unterseitig mit breitem, grell- 
rothem, durchscheinendem Fleck. 

Gefangen Nassau. 

8. Anthocha/ris ca/rdam/t/nes L. 

Unvollkommener Zwitter. 

Dem vorigen ähnlich; in Gestalt weiblich mit in beiden Vorder- 
flügeln schmalen grellrothen Strahlen gezeichnet 

9. Anthocha/ris carda/nvtnes L, Tafel I, No. 4. 
Unvollkommener Zwitter. 

In Gestalt und Zeichnung männlich, nur im rechten Vorderflügel 
starke weibliche Zeichnung durch Verdrängung des männlichen rothen 
Fleckes, im linken Vorderflügel desgleichen, nur weniger. 

Gefangen Graz. 



96 



10. Anthocha/ris carda/minea L. 

Unvollkommener Zwitter. 

Weiblich. Rechter Vorderflügel auf der Unterseite mit schwachen 
orangen Strichen gezeichnet. 
Gefangen bei Breslau. 

11. Anthocharis curdamdnes L. 

Unvollkommener Zwitter. 

Flügel weiblich wie das vorherige Stück unterseits mit etwas 
stärkerer männhcher Zeichnung gemischt. 
Gefangen Göttingen. 

12. Zegris eupheme Esp. var. m/nesto Men. Tafel 1, No. 9. 
Vollkommener Zwitter. 

Links ö", rechts 9- 

Der zwitterhafte Charakter ist in allen Merkmalen vollkommen 
durchgeführt. 

Links 21 mm, rechts 22 mm. 
Gefangen Amasia. 

13. Leucophasia sinapis L. Tafel I, No. 2. 
Vollkommener Zwitter. 

Links cT, rechts 9- 

In vollständiger Theilung in allen charakteristischen Merkmalen 
links männlich, rechts weiblich. 
Gefangen Ungarn. 

14. CoUas palaeno L. var. eu/ropome Esp. 
Unvollkommener Zwitter. 

In Gestalt und Färbung weiblich. Am Innenrand und am schwarzen 
Mittelfleck des linken Vorderflügels hoch - citronengelbe männliche 
Zeichnung. 

Gefangen Wölfelsgrund, Grafschaft Glatz. 

15. Colids Marco-Polo Grum, 
Unvollkommener Zwitter. 

In Hügelschnitt und Färbung männlich mit orange-gelber weib- 
licher Färbung schwach vermischt, die sich aber auf dem rechten 
Vorderflügel durch drei breite intensiv roth gefärbte Strahlen sehr deut- 
lich abhebt. Leib und Genitalapparat männhch. 

Gefangen Nordöstlicher Hindukusch, Asien. 



97 _ 

16. Colias hyale L. var. simoda Stgr. 
Unvollkommener Zwitter. 

Rechte Seite und linker Hinterflügel männlich; linker Vorderflügel 
weiblich; Unterseite entsprechend. 
Gefangen Korea. 



17. CoMas erate Esp. — ab. pallida Stgr. Tafel I, No. G. 

Vollkommener Zwitter. 

Rechts cf, Col. erate Esp., — links 9» Col. aö. pallida Stgr. 

In diesem Hermaphroditen vereinigt sich die Stammform mit der 
weissen Form, so zwar, dass die rechte Seite männlich und die linke 
weiblich, die der weissen pallida ist. In dem rechten Hinterflügel 
befinden sich Andeutungen weiblicher weisslich gefärbter Schuppen. 
Linker Fühler kürzer und schwächer wie der rechte; der Hermaphrodi- 
tismus auch durch getheilten Genitalapparat vollständig vorhanden. 

Kurz beschrieben von Grumm - Grshimailo in Romanoff, Mein. s. 1. Lepidopt. 
I. Bd., pag. 173. 

Gefangen bei Sarepta. 



IS. Colias mymiidone Esp. — ah. alba. Tafel I, No. 5. 

Unvollkommener Zwitter. 

Auch hier vereinigt sich die Stammform myrmidone mit der weib- 
lichen Lokalform ab. alba. Linker Vorderflügel männHch, die übrigen 
drei Flügel weiblich, jedoch mit intensiv orangerothen, von der Basis 
bis zum Aussenrand gehenden Strahlen und Flecken auf dem gelblich- 
weissen Grunde. Unterseite, linker Vorderflügel myrmidone (/, die 
übrigen drei ab. alba ohne männliche Zeichnung. Leib männlich. 

Gefangen bei Wien. 



19. Rhodocera rhatnfH L. 

Unvollkommener Zwitter. 

Rechter Vorderflügel männlich, Hinterflügel weiblich, linker Vorder- 
flügel männlich, mit breiten weiblichen weissen Strahlen und Punkten 
durchsetzt; linker Hinterflügel umgekehrt weiblich mit männlich gelben 
Strahlen vermischt; Hinterleib weiblich. 

Gefangen Kärnten. 



20. JRhodocera rhatnni L. Tafel I, No. 8. 
Unvollkommener Zwitter. 

Linke Seite im Flügelschnitt weiblich, in Färbung jedoch typisch 
männlich; rechte Seite weiblich mit breiter citronengelb männlicher 
Zeichnung am Vorder- und Innenrande und einzelnen gelben männlichen 
Strahlen und Punkten über Vorder- und Hinterflügel. I^eib weiblich. 

Gefangen Rothenburg i. Lausitz. 

21. Rhodocera rharmvi L. 

Unvollkommener Zwitter. 

Rechtsseitig cT, linksseitig 9- 

Beinah rein getheilt; nur an der Spitze des linken Vorderflügels 
wenig männlich gelbe Zeichnung. Unterseits ist die Hnke Flügelseite 
dagegen nicht mehr rein weiblich getärbt, sondern sehr stark, auf dem 
Hinterflügel sogar überwiegend mit männlicher Färbung vermischt. 
Leib nach Gestalt männHch. 

Gefangen bei Nassadel in Schlesien. 

22. Rhodocera rhamni L. 

Unvollkommener Zwitter. 

Rechter Vorderflügel, linker Hinterflügel weiblich, rechter Hinter- 
flügel männHch, linker Vorderflügel weiblich mit breitem männlichen 
citronengelben Strahlen und Punkten. Unterseite dieses Flügels ent- 
sprechend gezeichnet. Leib in Gestalt männlich. 

Gefangen bei Meissen in Sachsen. 

23. JRhodocera rhamnd L. 

Unvollkommener Zwitter. 

Sehr kleines Exemplar, Flügelspannung 43 mm; im Flügelschnitt, 
Grundton der Färbung männlich, sehr intensiv citronengelb ; der rechte 
Flügel normal männlich, alle übrigen, besonders linker Hinterflügel mit 
sehr viel weiblicher, weisser Zeichnung, in Strahlen, Wischen und Punkten 
vermischt. Das Gleiche auf der Unterseite. Leib männlich. 

Gefahgen bei Homburg-Nassau. 

24. JRhodocera Cleopatra L. 

Unvollkommener Zwitter. 

Beide Vorderflügel vorwiegend männlich nur mit wenig weiblicher 
Färbung. Die Hinterflügel vorwiegend weiblich mit strahlenförmiger 



99 • 

nach der Mitte sich hinziehender männlicher Färbung intensiv citronen- 
gelb vermischt Unterseite der Hinterflügel dagegen in der weiblichen 
Färbung mit wesentlich stärker auftretender männlicher Zeichnung durch- 
setzt, so zwar, dass der rechte Hinterflügel mehr als zwei Drittel männ- 
lich gefärbt ist, ohne Spuren weiblicher Zeichnung. Die Färbungs- 
difl'erenzen der beiden Geschlechter treten also auf Ober- und Unterseite 
ganz verschieden und unabhängig von einander auf. Leib nach Gestalt 
anscheinend weiblich. 

Gezogen Dalmatien. 



2S. JRhodocera Cleopatra L. Tafel I, No. 11. 

Unvollkommener Zwitter. 

Sämmtliche FJügel im bunten Durcheinander des weiblichen und 
männhchen Colorits gemischt. Auf dem hellen Grunde der weiblichen 
Färbung heben sich breite orangerothe Strahlen und intensiv citronen- 
gelbe Flecke und Punkte der männlichen Färbung scharf ab. Ebenso 
sind die Färbungsunterschiede auf den Hinterflügeln sehr grell. Rechter 
Fühler kürzer wie der linke. Leib männlich. 

Gezogen Dalmatien. 



26. JRhodocera Cleopatra L. Tafel I, No. 13. 

Unvollkommener Zwitter. 

Rechte Seite weiblich bis auf einen orangerothen Strich im Vorder- 
flügel und etwas citronengelbe männliche Färbung im Hinterflügel; linker 
Hinterflügel ähnlich gezeichnet; linker Vorderflügel dagegen in Färbung 
und Zeichnung vorwiegend männlich mit einem breiten weissen Fleck 
in der Mitte des Flügels, der sich bis an den Aussenrand erstreckt, mit 
Rippe 2 beginnend und ebenso an der Längsseite der Rippe 5 
endigend. Die Färbungsverschiedenheiten der beiden Geschlechter sind 
auf der Unterseite ebenfalls sehr stark vorhanden nur mit dem Unter- 
schiede, dass die Vorderflügel an den gleichen Stellen wie auf der 
Oberseite die Differenzen aufweisen, während bei den HinterfKigeln die 
Vermischung beider Färbungen zumeist an ganz der Oberseite entgegen- 
gesetzten Stellen sich vorfindet. Leib weiblich. 

Rechts 35 mm, links 34 mm. 

Gezogen Dalmatien. 



100 



27. JRhodocera Cleopatra L. 

Unvollkommener Zwitter. 

Rechte Seite rein weiblich; die linke Seite vorwiegend männlich, 
im Hinterflügel und im Vorderflügel in männlicher und weiblicher Färbung 
gemischt. Gestalt des Leibes männlich. 

Rechts 29 mm, links 27 mm. 

Gefangen Griechenland. 



28. JRhodocera Cleopatra L. 

Unvollkommener Zwitter. 

Beide Vorderflügel männlich mit wenigen winzig kleinen, weissen 
weiblichen Hecken gesprenkelt. Hinterflügel dagegen stärker männlich 
und weiblich gemischt. Leib männlich. 

Gefangen Toskana. 



29. Thecla ilids Esp. 
• Unvollkommener Zwitter. 

Unregelmässig in männlicher und weiblicher Zeichnung gemischt. 
Leib weiblich. 

Gezogen Parchwitz, Schlesien. 



30. Thecla ilicls Esp. 
Unvollkommener Zwitter. 

In Färbung vorwiegend männlich mit grossem rothgelben weiblichen 
Fleck auf dem linken Vorderflügel. Leib in Gestalt männlich. 

Fundort unbekannt; aus der Karstanjen'schen Sammlung in Leipzig. 



31. Polyommatus v^trgaureae L. Tafel III, No. 1. 
Vollkommener Zwitter. 
Links 9> rechts (^. 

Ober- und Unterseite typisch gezeichnet und getärbt. 
Rechts 16 mm, links 14 mm. 
Gefangen bei Berlin. 

(Leider ist die Wiedergabe dieses interessanten Hermaphroditen 
auf der Lichtdrucktafel missglückt aus im Eingang bemerkten Gründen). 



101 



32. Polymnmatas hippothoe L. var. Eurybia O. 

Unvollkommener Zwitter. 

Linke Seite und rechter Vorderflügel weiblich. Rechter Hinter- 
flügel Färbung und Zeichnung vorwiegend männlich mit dunkler 
weiblicher strahlenförmiger Zeichnung vermischt. Unterseite weiblich. 
Gestalt des Leibes weiblich. 

Von mir gefangen Saas-Fee, Ct. Wallis, Schweiz. 

33. Polyanvmatus amphidamas Esp. Tafel II, No. 4. 
Vollkommener Zwitter. 

Links 9» .rechts (^. 

Die Verschiedenheit der Geschlechter ist durch den bläulichen 
Schimmer der männlichen Seite um so auffallender. An den Fühlern 
Differenzen nicht bemerkbar. Gestalt des Leibes weiblich. 

Rechts II mm, links \2 mm. 

Gezogen Sachsen. 

34. I/ycaena aegon S. V. 

Vollkommener Zwitter. 
Links 9> rechts cf. 

Die zwitterhalte Gestaltung in allen charakteristischen Merkmalen 
vollkommen durchgeführt, nur Genitalapparat verkümmert. 
Rechts lo mm, links \2 mm. 
Gefangen am Albula-Pass, Schweiz. 

35. I/ycaena aegon S. V. Tafel III, No. 16. 
Vollkommener Zwitter. 

Links cf, rechts 9- 

In Färbung und Gestalt vorstehendem Hermaphroditen gleich, nur 
in umgekehrter Anordnung der Geschlechter. 
Rechts 12 mm, links lO mm. 
Gefangen Oberbayern. 

36. Lycaena hyrcana Ld. Tafel III, No. 19. 
Vollkommener Zwitter. 

Links 9r rechts (^f. 

Rechts 12 mm, links lo mm. 

Gefangen Nord-Pcrsien. 



102 



37. I/ycaena icartis Rott. ah. icarinus Sc. 

Unvollkommener Zwitter. 

In Färbung vorwiegend männlich. Sämmtliche Flügel, am stärksten 
rechter Vorderflügel mit brauner weiblicher Zeichnung unregelmässig 
vermischt. 

Rechts 15 mm, links 14 mm. 

Gefangen bei Berlin. 

38. I/ycaena eu/tnedon Esp. — ah. Fylgia Spangb. 
Tafel III, No. 20. 

Vollkommener Zwitter. 

Links 9> rechts cf. 

Oberseite in Färbung typisch. Unterseite auf der weiblichen Hälfte 
mit grösseren röthlichen Randflecken, auf der männHchen mit wesentlich 
kleineren Punkten, die Varietät ab. Fylgia Spangb. vorstellend. 

Rechts 12 mm, links 15 mm. 

Gefangen Schakuh-Persien. 

39. I/ycaena atnanda Sehn. 
Unvollkommener Zwitter. 

In Gestalt und Färbung weiblich. Linke Seite mit strahlenförmiger 
blauer schillernder männlicher Zeichnung. 
Gefangen bei Berlin. 

40. I/ycaena a/manda Sehn. Tafel II, No. 2. 
Unvollkommener Zwitter. 

In Gestalt und Färbung weiblich. Sehr stark, namentlich auf den 
Hinterflügeln, mit intensiv blau schillernder männlicher Zeichuung 
vermischt. 

Gefangen bei Berlin. 

41. I/ycaena escheri Hb. Tafel III, No. 4. 
Unvollkommener Zwitter. 

Beide Vorder- und linker Hinterflügel männlich. Rechter Hinter- 
flügel weiblich mit zwei blaugeschuppten Streifen. Unterseite männlich. 
Hinterleib in Gestalt männlich mit deutlichen Afterklappen jedoch kurz 
und plump. 

Publiziert, eingehend beschrieben und ab<jebildet von E. Haase in der Entom. 
Zeitung »Iris« Dresden Bd. III i88t) pag. 38. 

Gefangen bei Granada. 



103 

42. I/ycaena hellwtgus Rtb. 
Unvollkommener Zwitter. 

Gestalt und Färbung weiblich. Rechtsseitig im Vorder- und Hinter- 
flügel mit strahlentörmig blauschillernder männlicher Färbung gemischt. 
Gefangen bei Amasia, Klein-Asien. 



43. Ijyeaena hellargus Rtb. 

Unvollkommener Zwitter. 

In Gestalt und Färbung weiblich; über sämmtliche Flügel mit blau- 
gefärbten männlich schillernden Strahlen und Punkten unregelmässig 
gemischt. 

Gefangen bei Amasia, Klein-Asien. 



4A. I4fcaena bellargtis Rtb. Tafel III, No. 17. 
Vollkommener Zwitter. 

Links cf, rechts 9- 

Den Geschlechtern entsprechend typisch ober- und unterseitig in 
Färbung und Zeichnung. 

Gefangen bei Interlaken, Schweiz. 



4S. I/ycnena corydan Hb. 

Unvollkommener Zwitter. 

Gestalt und Färbung weiblich. Durch den rechten Hinterflügel 
einige sehr stark blau schimmernde männliche Strahlen bis zum 
Aussenrand. 

Von mir gefangen Engadin, Schweiz. 



46. Lycaena corydon Hb. 

Unvollkommener Zwitter. 

Gestalt und Färbung weiblich. Rechter Hinterflügel vom Innen- 
rande über die grössere Hälfte in geschlossener blauschillcrnder männ- 
licher Färbung. 

Gefangen PViedland in Schlesien. 



104 

47. Lycaena meledger Esp, Tafel 111. No. 3. 
Vollkommener Zwitter. 

Links cf, rechs 9- 

Auf der Oberseite in Färbung und Zeichnung den Geschlechtern 
entsprechend. Auf der Unterseite der weiblichen Flügelhälfte in Färbung 
heller als weiblich normal, jedoch dunkler als typische männliche 
Färbung. 

Gefangen Ungarn. 

48. I/ycaena damon Schiff. 
Unvollkommener Zwitter. 

Gestalt und Färbung weiblich. An der Spitze des linken Vorder- 
flügels einen 5 mm langen männlichen blau schillernden Wisch. 
Gefangen bei Mailand. 

49. Apatura ilia Schiff. — aft. clytie Schiff. Tafel II, No. 9. 
Unvollkommener Zwitter. 

Dieses höchst merkwürdige Geschöpf vereinigt links die Stamm- 
form i/ia cf rnit rechts ab. clytie 9- Ueber das weibliche Colorit 
in hell-braunrother Färbung ziehen sich von der Basis des Vorder- 
und Hinterflügels, die Hälften derselben einnehmend, männlich gefärbte 
blau schillernde Streifen und Strahlen in solcher Breite, dass der Vorder- 
flügel vom Innenrand und der Hinterflügel vom Aussenrand bis ungefähr 
zur Mitte nicht mehr weiblich, sondern männlich und mit Schiller 
bedeckt ist. Die Farbentrennung ist so haarscharf, dass die breite Mittel- 
binde im männlichen Theil schneeweiss und im weiblichen Theile rost- 
gelb ohne jeden vermittelnden Uebergang an einander schliesst. Leib 
und Fühler männlich. 

Gefangen bei Pforzheim i/Baden. 

50. Apatura ilia ab. clytie Schiff. 
Vollkommener Zwitter. 

Links 9» rechts c^ , 

Die weibliche Seite in sehr heller gelbbrauner F'ärbung und wesent- 
lich grösser als die männliche. Die geschlechtliche Spaltung am Hinter- 
leib nur unvollkommen ausgeprägt. 

Rechts 31 mm, Hnks 35 mm. 

Gefangen bei Jauer, Schlesien. 



105 



51. Apatwra Uta ah, cVytie SchitT. 

Unvollkommener Zwitter. 

In Färbung und Flügelschnitt weiblich. Alle Flügel gleichmässig 
mit blau schillernden, intensiv leuchtenden Strahlen und Punkten männ- 
licher Färbung bedeckt. Unterseite weiblich gefärbt. Leib sehr stark 
und dick mit Endspitze nach rechts verkrümmt. Fühler männlich. 

Gezogen Grunewald bei Berlin. 



52. Apatv/ra ilia ah. clytie Schift. 

Unvollkommener Zwitter. 

Im Flügelschnitt männlich und in Färbung weiblich mit männlicher 
blauschillernder Färbung auf dem weiblichen Flügelgrunde. Leib weib- 
lich, jedoch links schlank, rechts dick und gerundet. 

Gefangen Bayern. 



53. U/menMis populi L. 

Vollkommener Zwitter. 

Links 9» rechts cf. 

Links die typisch weibliche Zeichnung mit grossen weissen Flecken 
und breiter weisser Binde. Rechts sämmtliche Flecken ebenso Binde 
kleiner und verloschener. Grössendifferenz der Flügel sehr bedeutend, 
F'ühler gleichstark. (lenital- Apparat getheilt, rechts mit Afterklappe 
links weiblich. 

Rechts 37 mm, links 42 mm. 

Gefangen bei Wien. 



54. Llmenitts populi L. — ah. tremulae Esp 

Vollkommener Zwitter. 

Links cf, rechts 9- 

Links die Form tremulae mit nur wenigen w^eissen Fleckchen in 
der linken Vorderflügelspitze, rechts typisch weiblich gezeichnet und 
gefärbt mit breiter weisser Binde. Das ganze Colorit der weiblichen 
Seite überhaupt sehr bunt. Hinterleib nach rechts verzogen. Genital- 
apparat getheilt, der Geschlechtsanordnung der Flügelhälftcn entsprechend. 

Rechts 39 mm, Hnks 37 mm. 

Gefangen bei Chemnitz i/Sachsen. 



106 

SS. lAmenitis populi L. -^ «&• trem/ulae Esp. Tafel II, No. 6. 

Vollkommener Zwitter. 

Links 9> rechts c?. 

Die männliche Seite ab. tremulae. Im Uebrigen ist die photo- 
graphische Wiedergabe im Lichtdruck so scharf und correct, dass sich 
weitere Beschreibung erübrigt. 

Rechts 39 mm, links 42 mm. 

Gefangen Siselen, Schweiz. 



S6. Argywn/is selene Schiff. 

Vollkommener Zwitter. 

Links cf, rechts 9- 

In Flügelschnitt, Färbung und Zeichnung getheilt, von denen sich 
letztere auf der weiblichen Seite durch stärkere und grössere Punkte und 
kräftigere Randbinde ausdrückt. Hinterleib ziemlich stark, mehr weiblich, 
doch links schlanker und dünner als rechts und nach rechts gebogen. 

Rechts 21 mm, links 17 mm. 

Gefangen Sachsen. 



S7. Argyti/nds paphia L. 

Vollkommener Zwitter. 

Links 9j rechts cf. 

Die Halbierung in beiden Geschlechtern vollkommen durchgeführt, 
in Flügelschnitt abw^eichender Grösse, Färbung und Zeichnung. Genital- 
apparat rechts mit deutlicher Haftzange, links verkümmert. 

Rechts 31 mm, links 34 mm. 

Gefangen Nassau. 



S8. Argynvnis paphia L. 

Vollkommener Zwitter. 
Links 9) rechts cf. 

In Gestalt, Färbung und Geschlechtshalbierung wie vorstehender 
Hermaphrodit. 

Rechts 32 mm, links 33 mm. 
Gefangen bei Saarburg. 



107 



59. ArgynMs paphia L. 

Vollkommener Zwitter. 

Links cT, rechts 9- 

Die geschlechtliche Halbierung vollkommen durchgeführt. 

Rechts 33 mm, links 30 mm. 

Gefangen Sachsen. 

60. Argyn/n4& paphia L. 

Vollkommener Zwitter. 

Links c?, rechts 9- 

In allen Theilen wie vorstehender Hermaphrodit namentlich auch 
sehr prägnant in der scharfen Theilung beider Geschlechter im Genital- 
apparat. 

Rechts 33 mm, links 30 mm. 

Gezogen bei ßerlin. 

61. Argyn/ifUa paphia L. 

Unvollkommener Zwitter. 

In Flügelschnitt, Zeichnung und Färbung vorwiegend weiblich, nur 
auf der rechten Seite im Vorderrande beider Flügel mit intensiv orange- 
rother männlicher Färbung stark vermischt. Die rechte Unterseite 
im Vorderflügel vollkommen männlich mit kleiner und schwächer 
veranlagten Flecken und rötherer Färbung, im Hinterflügel ebenfalls 
männlich gefärbt, jedoch nur soiveit, als sich das Colorit mit der ober- 
seits sichtbaren männlichen Färbung deckt. Leib in Gestalt weiblich, 
aber mit rechtsseitiger Greifzange. 

Dresden. 

(Röber. Corrcspondenzblatt der entom. Zeitung »Iris« Bd. 1, pag. 3). 

62. Argymfiis paphia L. — ab. valesina Esp. Tafel II, No. 8. 
Vollkommener Zwitter. 

Links ab. valesina 9. rechts paphia ^f. 

Von der Basis der weiblichen Flügelseite einige wenig männlich 
gefärbte orange Strahlen nach der Mitte zu verlaufend. Thorax und 
Hinterleib längsseitig scharf getrennt in rother und bronzegrüner Färbung. 
Genitalapparat rechts Haftzange, links verkümmert. 

Gefangen Ct. Wallis, Schweiz. 

(Die photographischc Aufnahme nicht gelungen.) 



108 



63. Argyn/nis paphia L. — ah. valesina Esp. 
Unvollkommener Zwitter. 

Linksseitig die Form valesina. Rechtsseitig nur Vorderflügel in Schnitt 
Färbung und Zeichung typisch Arg. paphia (/. Rechter Hinterflügel in 
Gestalt. Grösse und Grundton der Färbung dem linksseitigen Hinter- 
flügel also der va/esina-Form entsprechend, jedoch durchsetzt mit breiter 
in einzelne Strahlen auslaufender orangerother männlicher Färbvmg, 
welche sich auch schwach auf der Unterseite abhebt. Leib mit scharf 
getheilter Färbung. Rechts paphia cf , links ab, valesina 9 . An der Spitze 
rechts Haarbüschel, linke Seite verkümmert. 

Gefangen bei Berlin. 

64. Satyma hennione L. Tafel II, No. 7. 
Vollkommener Zwitter. 

Links cT, rechts 9- 

Zeichnung, Färbung und Flügelschnitt ober- und unterseitig beiden 
Geschlechtern entsprechend. Rechter Fühler kürzer und schwächer wie 
linker. Genitalapparat, links Afterklappe, rechts verkümmert. 

Rechts 43 mm, Hnks 42 mm. 

Gefangen bei Brunn. 

65. THphysa phryne Fall. Tafel I, No. 14. 
Unvollkommener Zwitter. 

Rechte Seite weiblich, linker Vorderflügel männlich in Färbung 
und Gestalt, mit einem in der Nähe des Innenrandes befindlichen kurzen 
weissen Striche. Linker Hintcrflügel weiblich mit einigen graubraunen 
männlich gefärbten starken Strahlen und Punkten durchsetzt. Unterseite 
weibHch gefärbt. Fühler männlich in Gestalt und Färbung. Leib in 
Gestalt weiblich, in Färbung männlich. Endspitze nach rechts verkrümmt. 

Rechts 17 mm, links 18 mm. 

Gefangen bei Sarepta. 

Publicirt Gr. Grshimailo »Romanoff« Mem. s. 1. Lcpidopt. Bd. I, pag. 172. 

66* Deilephila elpenor L. Tafel III, No. 2. 
Vcllkommener Zwitter. 
Links cf, rechts 9- 

Färbung der Flügel verschieden. Linke männliche Seite stark 
rosenroth, rechte weibliche Seite im Vorderflügcl olivgrün und maitroth. 



109 

Hinterflügel albinistisch nach dem Aussenrand zu. Flügelschnitt ungleich, 
auf der männlichen Seite länger und schlanker. Fühler links männlich 
rechts weiblich. Gestah des Hinterleibes weiblich, am Ende jedoch 
krüppelhaft entwickelt und verklebt. 

Rechts 27 mm, links 29 mm. 

Gezogen Berlin. 



67. Snherinthus MUae L. 

Vollkommener Zwitter. 

Links 9» rechts J*. 

Färbung rechts olivgrün mit dunkler Mittelbinde. Links heller 
und gelbgrüner mit entsprechend hellerer Mittelbinde. Mit diesem Colorit 
analog sind die Schulterdecken gefärbt und ebenso die Unterseite der 
Flügel. Fühler rechts cf, links 9- Hinterleib männlich. 

Gefangen bei Berlin. 



68. SmerifUhus ocellata L. Tafel III, No. 5. 
Vollkommener Zwitter. 

Links cT, rechts 9- 

Links dunkler und rothbrauner gefärbt gegen die rechte weibliche 
blassere Hälfte. Fühler links männlich, rechts weiblich. Längs des 
Hinterleibes eine sich auffallend scharf markierende Theilungslinie, welche 
die Färbungsdifferenzen der Flügel exact wiedergiebt. Gestalt des 
Hinterleibes links schlank, rechts rund und gewölbt, mit der Endspitze 
scharf nach links verkrümmt. Von den äusseren Sexual-Organen ist 
nur die eine linke etwas abstehende Afterklappe deutlich, die weibliche 
Seite verkümmert. 

Rechts 35 mm, links 33 mm. 

Gezogen Bremen. 

69. SmerinthMs ocellata ab. htbr. hybridtis Westw. 
Tafel III, No. 8. 

Vollkommener Zwitter. 

Links 9» rechts cf. 

Rechte Seite in Färbung und Zeichnung mehr zu S. oceilata linke 
weibliche zu S. populi neigend. Unterseite entsprechend. Augenfleck 
rechts grösser mit breiter schwarzer Umrandung, linker kleiner und ver- 



110 



loschener. Fühler rechts* cf, links 9- Hinterleib eierlos und ver- 
quetscht, jedoch links deutlich stärker und mit der Endspitze nach 
rechts verrundet mit sehr deutlich entwickelter rechter Haftzange. 

Rechts 36 mm. links 34 mm. 

Gezogen aus Sm. oceUata (^ und Sm. popiili 9 ii^ Wiesbaden. 



70. ^merinthus popuU L. Tafel III, No. 11. 

Vollkommener Zwitter. 

Links cf, rechts 9- 

In Färbung gleichmässig, jedoch Hnke Mittelbinde dunkler. Fühler 
links cT, rechts 9- Hinterleib stark und lang mit Theilungslinie bis an die 
Endspitze, auf der männlichen Seite schlanker und nach links ver- 
krümmt. 

Rechts 40 mm, links 37 mm. 

Gezogen BerUn. 



71. Smerinthus papuH L. 

Vollkommener Zwitter. 

Links cf, rechts 9- 

Rechte weibliche Seite etwas röther im Colorit wie die andere. 
Fühler links cf, rechts 9» Hinterleib in Gestalt und Grösse weiblich, 
denselben durch eine Theilungslinie sehr scharf in eine graue und rötli- 
liche Färbung der Länge nach trennend. 

Rechts 38 mm, links 35 mm. 

Gezogen Berlin. 

72. SmerinthtM papull L. 

Vollkommener Zwitter. 

Links (j", rechts 9- 

Unsymmetrisch gefärbt und gezeichnet im linken Vorderflügel. Von 
Rippe 2 bis zum Aussen- und Vorderrand mattbraun-grau, die Mittel- 
binde in diesem Theil des Flügels sehr verloschen, dagegen von 
Rippe 2 bis zum Innenrande stark schwarzbraun. Die übrigen 3 Flügel 
typisch dunkelgraubraun mit rosigem Incarnat und scharf ausgesprochener 
Zeichnung. Linker Fühler männlich, rechter weiblich. Hinterleib in 
Gestalt männlich ohne wesentlich erkennbare Geschlechtsdifferenzen. 

Gezogen Breslau. 



111 



73. SmeHnthus papuli L. 

Vollkommener Zwitter. 

Links cT» rechts 9- 

Weder in Färbung noch Flügelschnitt noch Grösse wesentliche Ver- 
schiedenheiten, bis auf die Fühler, die jedoch sehr ausgeprägt links cf, 
rechts 9 gestaltet sind. Hinterleib nach Form männlich mit schwach 
erkennbarer längsseitiger Theilungslinie. 

Gezogen Hamburg. 

74. ^merinthus papuU L. 

Vollkommener Zwitter. 

Links 9> rechts (/. 

In Zeichnung und Färbung rechts dunkler und schärfer wie links, 
welche Differenzen sich auch auf den Schulterdecken markiren. Fühler 
rechts cf, links 9- Hinterleib links stärker und runder wie die rechte 
schlankere Seite. 

Rechts 36, links 39 mm. 

Gezogen Hannover. 

75. SmertfUh/iM populi L. 

Unvollkommener Zwitter. 

Obwohl nach Färbung, Zeichnung und Flügelschnitt dieser Herma- 
phrodit deutlich erkennbar links weiblich und rechts männlich gebildet ist, 
entspricht der linke Fühler nicht der zwitterhaften Halbirung, denn der- 
selbe ist beinahe so stark wie der typisch ausgebildete männliche rechte 
Fühler und mit schwachen, wesentlich kürzeren, aber deutlich erkennbaren 
Zähnen besetzt. Leib weiblich mit Theillinie conform der Flügelfärbung, 
links röthlich und rechts grau. Genitalapparat weiblich. 

Rechts 36 mm, links 38 mm. 

Gezogen Hamburg. 

76. Trochiltwm apifarme L. Tafel III, No. 14. 
Vollkommener Zwitter. 

Links 9» rechts cf. 

Rechte Flügelseite schlanker und kleiner. Rechter Fühler männlich, 
linker weiblich. Leib in Gestalt weiblich, linksseitig auffallend dick und 
rund, rechts schlank mit Afterbüschel und nach der männlichen Seite 
verkrümmt. 

Rechts 16, links 17 mm. 

Gezogen Hannover. 



112 



77. Trochiliu/m aptfarme L. 

Vollkommener Zwitter. 
Links 9> r^'Chts c?. 

In Gestalt, Geschlechtshalbirung und Grösse dem vorher be- 
schriebenen Hermaphroditen gleich. 
Gefangen Sachsen. 

78. Ina ampelophaga Hb. Tafel II, No. 1. 
Vollkommener Zwitter. 

Links cf, rechts 9- 

Flügel und Fühler in beiden Geschlechtern scharf getrennt 
Aeussere Form des Leibes männlich. 
Rechts 12 mm, links ii mm. 
Gezogen Ungarn. 

79. Ina ampelophaga Hb. 

Vollkommener Zwitter. 

Links 9» rechts cf. 

Linker Fühler weiblich, rechter männlich, jedoch mit etwas 
kürzeren Kammzähnen als normal. Hinterleib weiblich, sehr stark nach 
rechts verkrümmt. Flügelgrössen ohne Unterschied. 

Gefangen bei Pest. 

80. Arctia villica L. 

Unvollkommener Zwitter. 

Nach Gestalt, Flügelschnitt und Bildung des Hinterleibes männlich 
mit rechtsseitig ausgesprochen weiblich geformtem Fühler; linker Fühler 
männlich. 

Gezogen Magdeburg. 

81. Arctia pwrpurata L. 

Unvollkommener Zwitter. 

Gleiche Flügelgrössen. Die Färbungsanlage männlich und weiblich 
gemischt, in hellerem und dunklerem Ockergelb der Vorderflügel und 
intensiv feurigerem und blasserem Carminroth der Hinterflügel; letzteres 
ober- und unterseitig. Rechter F'ühler männlich, linker weiblich. Leib 
nach Gestalt weiblich, jedoch linksseitig schlanker, weniger dick ge- 
rundet wie rechts. 

Gezogen Loschwitz in Sachsen. 



113 



82. ArcHa easta Esp. Tafel Hl, No. 7; ' . 

Unvollkommener Zwitter. 

Links cTj rechts 9- 

Linke Seite weiblicher Flügelform, wesentlich kleiner als die 
männliche rechte. Linker Vorderflügel mit blass-rosenrothem Incarnat; 
Hinterflügel intensiv carminroth, ebenso auf der unteren Seite. Die 
rechte Flügelseite in Grösse, Färbung und Zeichnung typisch männlich, 
Thoraxdecken links röthlich, rechts bräunlich. Hinterleib links mit 
schwachröthlichem Anfluge; sonst in Gestalt männlich, jedoch After- 
büschel links kürzer wie rechts. — Diese bisher beschriebenen Ge- 
schlechtsunterschiede würden diesen Zwitter für einen getheilten, also 
vollkommenen characterisiren, wenn der gleiche Unterschied in den 
Fühlern vorhanden wäre. Dieselben sind aber beide männlich; aller- 
dings auf der weiblichen Hälfte etwas schwächer gezähnt und um ein 
Drittel kürzer. 

Gezogen Prag. 



S3. Psilv/ra manacha L. Tafel IV, No. 20. 

Vollkommener Zwitter. 

Links Ps. monacha L. typ., rechts ab. eremita O. 

Hier vereinigt sich die helle mit der schwarzen Form, indem die 
rechte männliche Seite ab. eremita O. und die linke weibliche die 
normale w^eisse Flügelfärbung der typischen juonacha L. darstellt. In dem 
schwarzen eremita Hinterflügel sind winzig kleine weisse Schuppen ein- 
gestreut. Die weissliche Färbung der weiblichen Seite ist ausserordent- 
lich hell. Analog der Oberseite ist die Unterseite in Färbung scharf 
geschieden. Die Geschlechtsdiflerenzen auf dem Körper sind ebenfalls 
sehr ausgesprochen; längs der Mitte über dem Thorax und dem ganzen 
Hinterleibe durch scharfe Abgrenzung von einander geschieden, und 
zwar: halber Thorax, Flügeldecke und Hinterleib rechts tief schwarz- 
grau, links Thorax und Flügeldecke weiss, Hinterleib links rosa gefärbt. 
Leib schlank, eierlos, ohne Legestachel. Kopf mit wci.sscr Stirn; Fühler 
links männlich, rechts weiblich, also auffallender Weise entgegengesetzt 
gestellt zur übrigen Geschlechtsvertheihmg. 

Rechts 23 mm, links i'] mm. 

Gefangen bei Aschersleben. 

8 



114 



84. Ocneria Mspar L. Tafel IV, No. 1. 

Vollkommener Zwitter. 

Links 9i rechts cf. 

In Flügelform, Zeichnung, Fühleranordnung vollkommen getheiJL 
Thorax von der Mitte links weisslich, rechts dunkel schwarzgrau be- 
haart. Theillinie über den Hinterleib undeutlich, jedoch vorhanden. 
Derselbe nach Gestalt weiblich, rechte Seite aber schlanker. 

Rechts 24 mm, links 30 mm. 

Gezogen Berlin. 

Bereits abgebildet und kurz beschrieben von H. Tieffenbach in der Bcrl. Entom. 
Zeitschr. 1865, pag. 413, Tafel III, Figur 8. 



85. Ocneria dispar L. Tafel IV, No. 2. 
Vollkommener Zwitter. 

Links cf, rechts 9- 

In der Geschlechtshalbierung dem vorherigen Os. dispar hermaphr. 
gerade entgegengesetzt. Aeussere Gestalt des Hinterleibes männlich. 
Sexualorgane verkümmert. 

Rechts 21 mm, links 29 mm. 

Gezogen Berlin. 



86. Ocneria dAspar L. 

Vollkommener Zwitter. 

Links cT, rechts 9- 

In der GeschlechtsverÜieilung vorstehendem Oc. dispar hermaphr. 
gleich. In Färbung und Zeichnung sehr hell und eintönig. 
Rechts 32 mm, links 23 mm. 
Gefangen bei Wiesbaden. 



87. Ocneria dispar L. Tatel IV, No. 3. 

Unvollkommener Zwitter. 

In Gestalt, Grundton und Färbung der Zeichnungsanordnung vor- 
wiegend männlich mit weisser in Flecken und Strahlen bestehender 
weiblicher Färbung unregelmässig gemischt. Auf hellbraunem Grunde 
der Hinterflügel ebenso unregelmässig vertheilte dunkelbraune Strahlen; 



115 



die Kränzen zum grösseren Theile weiss, zum kleineren Theile nach 
dem Innenrande zu dunkelbraun. Die Spitzen der Vorderflügel auf der 
Unterseite mit unsimetrischer weiss-weiblicher Strahlenzeichnung. 
Thorax und Hinterleib männlich. — — 

Soweit würde sich dieser Zwitter von den nachfolgenden zu be- 
sprechenden ocneria dispar (Tafel IV, No. 4 — 18) im wesentlichen nicht 
unterscheiden, wenn ausser dessen bereits beschriebener unharmonischen 
Färbung nicht eben noch anderweitige Merkmale der secundären sexuellen 
Charactere vorhanden wären, welche auf eine zwitteriche Beschaffen- 
heit des Individium, bestimmt hindeuten! 

Während der linke Fühler typisch männlich, ist der rechte Fühler 
nach der nach der Stirn zu liegenden Seite in etwa zwei Drittel der 
Länge von der Wurzel ab mit rein weiblichen kurzen Zähnen versehen, 
die dunkler sind, als die männlich gefärbten des Restes dieser Zahnreihe 
und der anderen nach hinten liegenden Reihe. 

Ausserdem erreichen auch diese längeren Zähne keineswegs die 
Länge der männlichen, sind dünner bew^impert als diese und auch etwas 
weniger zahlreich; endlich aber ist die Farbe des Fühlerschaftes schwarz 
nicht braungrau, also anolog der Färbung des weiblichen Fühlers der 



typischen Form. 

Gezogen Breslau 1896. 



JVo. 88-104. OcneHa dispar L. Tafel IV, No. 4—18. 

Unvollkommene Zwitter (Scheinzwitter?). 

Von 1 7 Exemplaren dieser Suite sind 1 5 abgebildet. 

Die Wiedergabe ist so vollkommen, dass es sich erübrigt, auf eine 
nähere Beschreibung der einzelnen Stücke einzugehen. 

Die männliche Grundfärbung und Zeichnung ist mehr oder weniger 
durch hellere weibliche weissliche Zeichnung manchmal in der wunder- 
lichsten Weise durchsetzt und vermischt. Im Uebrigen zeigen sämmt- 
liche Individuen keine von einander abweichende characteristische 
sexuelle Unterschiede. 

Sie sind sämmtlich männlich in Gestalt, Flügelschnitt und Geschlecht. 
Nirgends findet man an den Fühlern und Geschlechtsorganen, auch nur 
in verkümmerter Form Merkmale des weiblichen Geschlechts. 



116 



Ausser diesen Exemplaren aus meiner Sammlung ist mir eine 
grössere Zahl solcher männlicher, in der Zeichnung mit weiblicher Färbung 
gemischter Formen von Oc. dispar bekannt, denn dieses Vorkommen ist 
an sich nicht selten. Niemals ist es mir aber gelungen, umgekehrt 
weibliche Exemplare zu finden mit analog männlicher Zeichnung vermischt, 
oder solche, welche sonst zwittriche Merkmale an den Fühlern und 
Geschlechtsorganen aufgeiviesen hätten, wie dies bei anderen unvoll- 
kommenen Zwittern z. ß. Rhodoc. rhamni, Rhodoc. cleopatra, Saturn, 
pavonia, Aglia tau und Andern zu beobachten ist. 

Diese Thatsache erweckte in mir den Zweifel, ob wir es bei vor- 
liegender Form überhaupt mit wirklich zwitterhaften Geschöpfen oder 
nur mit Scheinzw^ttern zu thun haben, wenngleich auch bei allen mir 
bekannten früheren Publikationen (z. B. Stett. Ztschrft. Bd. 22 Dr. Hagen 
Insectenzwitter pag. 259) diese männlich mit weiblicher Zeichnung ge- 
mischten Oc. dispar ^f (^ stets als Zwitter aufgeführt wurden. 

Dieser Zweifel wurde bestärkt, nachdem sich mein Freund 
Dr. Standfuss in seinem neuen bahnbrechenden und unschätzbaren 
Werke »Handbuch der palaearct. Gross-Schmetterlinge etc.« ebenfalls 
zweifelnd über die Zwitterqualität solcher dispar (^ <^ ausgesprochen, 
bei Erwähnung seiner Ps. monacha-Zwchi u. s. w. pag. 308. 

Kurze Zeit darauf, nachdem ich dasselbe gelesen, erhielt ich den hier 
vorstehend unter No. 86 beschriebenen unvollkommenen Oc, dispar- 
Zwitter, aus dessen Fühlergestaltung unbedingt hervorgeht, dass ausser 
der unharmonischen Zeichnungsanlage der Flügel noch secundäre sexuelle 
Merkmale, die auf eine zwittriche Beschaffenheit schliessen lassen, vor- 
handen sind. 

Bei einem Individuum ist demnach constatiert, dass unter solchen 
Oc. dispar (^ (^ sicher zwittriche F'ormen auftreten, doch ist dies an sich 
allein nichts beweisend, verdient aber die höchste Beachtung — es müsste 
eben mehr Material ähnlicher Beschaffenheit vorliegen. 

Erst die Zucht, bei 7v elcher solch ungleich gezeichnete Oc. dispar (/ c5 
zur Copulation benutzt werden, wird Klarheit schaffen. 

Dr. Standfuss, dem der unter No. 86 beschriebene Oc. dispar. Zwitter 
zur Begutachtung vorgelegen, schreibt mir darüber Nachstehendes, was 
ich wörtlich zur Bcurtheilung der Frage über die wirkliche oder schein- 
bare zwittriche Beschaffenheit solcher männlicher Oc. disparhicr folgen lasse. 
»Bei Rhodoc. rhamni, Rhodoc. cleopatra, Sat. pavonia und 
andern hochgradig dimorphen- Arien befinden sich unter den 
Hermaphroditen doch ebensowohl Individuen, die überwiegend 



117 



männlich sind und nur im geringen Maasse eingesprengte weib- 
liche Charactere besitzen, als es andererseits Stücke giebt, welche 
überwiegend weiblich sind und in untergeordnetem Maasse männ- 
liche Merkmale aufweisen. 

Jene wie diese Individuen (von Rhodoc. Cleopatra, Sat. 
pavonia etc.) zeigen aber stets ganz abgesehen von der Färbung 
auch noch anderweitig zwittriche Charactere in den secundär 
sexuellen Merkmalen: Verkümmerung der männlichen Greit- 
zangen, Unterschiede in der Schuppenform (Rhodoc, cleopatra) 
etc. etc. und es werden diese Individuen doch wohl steril 
sein, also auch bezüglich der primären Geschlechtscharactere 
abnorm gebildet, d. h. bezüglich der Hoden und Ovarien wie 
der Geschlechtsproducte etc. 

Dagegen halte ich jene fraglichen Individuen von Oc. dispar 
cT cT ß^^ fortpflanzungsfähig und zwar in normaler Höhe. 

Würden diese fraglichen Oc. dispar (^ cf eine ganz geringe 
Fertilität constant zeigen oder durchaus steril sein, oder wenn 
die Nachkommenschaft derselben öfter typisch zwittriche Individuen 
aufweisen (also nicht etwa dergleichen fragliche männliche 
Individuen) dann wäre meine in meinem Buche ausgesprochene 
Vermuthung als eine irrige dargethan (Stfss. Hdbch. pag. 308). 
Solange dergleichen Thatsachen nicht experimentell eruirt 
sind^) halte ich diese fraglichen Oc. dispar mit Wahrschein- 
lichkeit für männliche Individuen, welche regressive und 
progressive Charactere des männlichen Typus unhar- 
monisch gemischt aufweisen.« 
Soweit mein Freund Dr. Standfuss, dessen Ansichten ich mich voll 
und ganz anschliesse und aus welchem Grunde ich für diese unter No. 
87 — 103 abgebildeten Oc. dispar ^f J" den Namen »Scheinzwitter« hier 
annehmen möchte, so lange, bis durch eingehende Zuchtversuche im 
vorstehend besprochenen Sinne nicht Klarheit geschaffen ist. 

lOS. Bombyx alptcola Stgr. Tafel I, Nr. 19. 
Unvollkommener Zwitter. 

Rechter Vorderflügel, halber Thorax und rechter Fühler männlich. 
Alle übrigen Flügel, linker P'ühler und Leib weiblich. 

Grösse des rechten Vorderflügels 10 mm, des linken 15 mm. 
Gezogen Wismar. 



') und hierzu möchte ich meine entomologischen Freunde recht dringend auffordern. 

Anmerkung des Verfassers, 



118 



106. Bombyx francondca Esp. Tafel IV, No. 19. 
Vollkommener Zwitter. 

Links 9» rechts cf. 

Die zwittriche Beschaffenheit scharf ausgeprägt in Grösse, Gestalt 
und Färbung der Flügel. Rechter Fühler männlich, linker weiblich. 
Rechte Thoraxhälfte männlich gelbgrau, linke rothbraun gezeichnet und 
durch die Mitte getrennt. Hinterleib rothbraun und äusserlich w^eiblich 
gebildet; rechts schlank, links stärker und gerundet, nach rechts ver- 
krümmt. 

Rechts 12 mm, links i6 mm. 

Gezogen Nizza. 

107. Bombyx castrensis L. Tafel III, No. 12. 
Vollkommener Zwitter. 

Links 9» rechts cf. 

Ober- und unterseitig scharf getrennt. Der Unterschied der Flügd- 
grössen sehr bedeutend. Männliche Seite im Vorderflügel hell ocker- 
gelb, Linke Seite tief braunroth mit schwacher Bindenanlage. Die 
Färbungsdifferenzen auf Vorder- und Hinterleib dieses Zwitters ober- 
und unterseits sehr contrastirend, genau durch die Längsmitte gehend, 
von der Stirn anfangend bis an die Endspitze des Hinterleibes. Nament- 
lich scheidet sich auf der Unterseite die helle von der dunklen Färbung 
ausserordentlich scharf. Füsse rechts braun, links hell ockergelb. Genital- 
apparat ebenso deuthch halbirt mit rechtem, sehr abstehenden, hell ge- 
färbten Afterbüschel. Fühler rechts männlich hell ockergelb, links 
weibhch braunroth. 

Rechts II mm, links 15 mm. 

Gezogen Berlin. 

108. Bombyx casi/rensis L. 

Unvollkommener Zwitter. 

Nach Flügelform männlich; Färbung männlich und weiblich ge- 
mischt. Hinterleib nach Gestalt und Stärke weiblich mit rechtsseitigem 
Afterbüschel. Ueber die Längsmitte eine bürstenartige Wulst. Die Be- 
haarung links glatt und anliegend, rechts rauh und abstehend, zwar 
schwach, aber merklich von einander abw^eichend rothbraun und gelb- 
braun verschieden gefärbt. Dieselben Färbungsdifferenzen der Mitte 
entlang auch auf der Unterseite. Füsse links braun, rechts hell ocker- 
gelb. Fühler rechts männlich, links w^eiblich in Färbung und Gestalt 

Gezogen Pest 



119 



109* Bambyoc eastrensis L. var. veneta Stdfss. 
Tafel IV, No. 21. 

Vollkommener Zwitter. 
Links cf, rechts 9- 

Zeichnung; Färbung, Flügelgrössen, Fühler links c?, rechts 9- 
Leib nach Gestalt männlich. 

Rechts i8 mm, links 15 mm. 
Gezogen Monte Rotondo bei Rom. 

HO. BonUyyx lanestris L. Tafel III, No. G. 

Vollkommener Zwitter. 

Links <j^, rechts 9- 

In Zeichnung und Färbung den Geschlechtern entsprechend. 
Thorax und Hinterleib längsseitig in die hellere und dunklere männliche 
und weibliche Färbung getrennt. Letzterer nach Gestalt weiblich. 
Fühler links männlich, rechts weiblich. 

Rechts 20 mm, links 16 mm. 

Gezogen Wiesbaden. 

111. Bombyx qtiereus L. 

Unvollkommener Zwitter. 

Dem Flügelschnitt nach männlich, in Färbung weiblich auf der 
Oberseite. Unterseits dagegen in männlicher und weiblicher Färbung 
unregelmässig gemischt. Gestaltung des Leibes wie ebenso der Fühler 
weder männlich noch weiblich, zwischen beiden die Mitte haltend und 
deshalb die Kammzähne um die Hälfte kürzer als normal. 

Gezogen Freiburg in Schlesien. 

112. Bonibyx qtiercus L. 

Unvollkommener Zwitter. 

Alle charakteristischen Geschlechtsmerkmale stehen iu der Mitte 
zwischen cf und 9 > ^^^ da sind die Fühler, Gestalt des Leibes und die 
Flügelform. Die Färbung oberseits vorherrschend weiblich mit im 
linken Hinter- und rechten Vorderflügel intensiv dunkelbraun männlicher 
strahlenförmiger Zeichnung; die Färbung der entsprechenden andern 
beiden Flügel nur weiblich. Unterseits dagegen F'ärbung sämmtlicher 
Flügel unregelmässig weiblich und männHch vermischt, 

Gezogen Hannover, 



120 



US. LaMocampa atbama^culata Brem. Tafel III, No. 9. 

Vollkommener Zwitter. 

Links cf, rechts 9- 

In Zeichnung, Färbung und Fliigelschnitt. Fühler links (j^, rechts $. 
Hinterleib mit deutlicher Trennungsnaht, links schlank und dünn, rechts 
dick und ausgebaucht. Endspitze mit Afterbüschel. Füsse rechts dunkler 
wie links. 

Rechts 21 mm, links 17 mm. 

Amur. 



114. Lasioca/mpa quercifolia L. 

Vollkommener Zwitter. 

Links cf, rechts 9- 

Flügelgrössen sehr verschieden. In Gestalt den Geschlechtern ent- 
sprechend. Färbung gleichmässig, jedoch weibliche Seite mit schärfer 
markirten Binden. Fühler gleich lang, der männliche dicker. Hinterleib 
links schlank und dünn, rechts dick und gewölbt. Endspitze nach links 
verkrümmt. 

Rechts 32 mm, Hnks 26 mm. 

Gezogen Offenbach. 

US. Lasiocampa iHdfoUa L. 

Unvollkommener Zwitter. 

Links cf, rechts 9- 

In Färbung bieten beide Flügelhälften keine Unterschiede, nur ist 
die linke männliche Seite in Grösse und Flügelform kleiner und nach 
der Spitze des Vorderflügels abgerundeter. Die Fühler stehen, was die 
Stärke des Schaftes und der Zähne anlangt, in der Mitte zw-ischen 0" 
und 9 • Linker Fühler wesenüich kürzer, anscheinend verkümmert. Das 
Hauptmerkmal des zwitterhaften Charakters liegt in der Gestaltung des 
Hinterleibes. Derselbe ist mehr weiblicher Form mit einer Theilungs- 
borstennaht längs desselben, die sich unterseits ebenso nach links ver- 
krümmt wie der Leib und der After sich nach der männlichen Seite 
gebogen. Entsprechend ist links die wollige, wulstige und abstehende. 
Behaarung der männlichen Längsseite, während die rechte weibliche 
Körperseite glatt behaart und in der Form dicker und ausgebaucht ist. 

Rechts 20 mm, links 17 mm. 

Gezogen Sachsen. 



121 



116. JLastoca/mpa pini L. 

Vollkommener Zwitter. 

Links 9» rechts cf. 

Männliche Seite scharte dunkelblaugraue Zeichnung mit zur Hälfte 
getärbter rostbrauner Vorderflügelspitze. Linke weibliche Seite sehr 
hell, fahlrothbraun mit verloschenen Binden und einigen dunkelbraunen 
Strahlen von der Vorderflügelwurzel. Gleiche Färbungsdifferenzen von 
der Mitte des Thorax bis zur Hinterleibsspitze in längsseitiger Trennung. 
Flügelunterseiten links weiblich, rechts männlich und weiblich vermischt. 
Fühler rechts männlich, links weiblich. Hinterleib nach Gestalt männlich, 
aber ohne Afterbüschel. 

Rechts 28 mm, links 34 mm. 

Gezogen Stuttgart. 



117. LaMocampa pini L. 

Unvollkommener Zwitter. 

Flügelform links männlich, rechts weiblich. Links wesentlich 
dunkler wie rechts, mit anders geformter breiter scharf ausgeprägter 
dunkler Binde. Unterseite links männlich, rechts weiblich. Franzen 
links gelbgrau gescheckt, rechts eintönig braun. Fühler weder männlich 
noch weiblich gestaltet, in der Mitte stehend mit sehr kurzen aber deut- 
lichen Kammzähnen. Thorax einfarbig braun. Hinterleib schwach und 
kurz, mit einer vom Thorax die ganze Breite des Leibes einnehmenden, 
links jedoch nach der Endspitze schmäler werdenden dunkel gefärbten 
bürstenartigen Wulst, welche die rechte Seite, soweit wie dieselbe davon 
frei ist, in der Färbung hellgelbgrau erscheinen lässt. Endspitze mit 
stark abstehendem Afterbüschel links. 

Rechts 29 mm, links 24 mm. 

Gezogen Danzig. 



118. LnHocemipa pin4 L. 

Vollkommener Zwitter. 

Links cT, rechts 9- 

Links. Männlich geformter Vorderflügei mit sehr grell gezeichneter 
braunrother Binde auf dunkelblaugrauem Grunde. Unterseite typisch 
gefärbt. Rechts. Weibliche Seite im Vorderflügei gelbgrau mit schwächer 
veranlagter Binde und dunkelbrauner männlicher Zeichnung durchsetzt. 



122 



Hinterflügel vom Innenrande bis Rippe 6 dunkelbraun. Rest fahlgrau. 
Unterseite hell- und dunkelgraubraun strahlenförmig vermischt. Hinter- 
leib kräftig, weiblich. 

Rechts 34 mm, links 28 mm. 

Gezogen Liegnitz. 



119. Lasiocampa pini L. 

Vollkommener Zwitter. 

Links cf, rechts 9- 

Die männliche Seite schärfer und dunkler gefärbt, mit sehr ab- 
stechender, nach dem Aussenrand zu verdunkelter Mittelbinde. Weib- 
liche Seite heller und fahler mit verloschener Binde. Fühler rechts cf, 
links 9- Leib kurz und wenig stark, mit schwach angelegter längs- 
seitiger Trennungsnaht. Endspitze linksseitig verkrümmt, mit After- 
büschel. 

Rechts 38 mm, links 33 mm. 

Gefangen bei Berlin. 



120. Lasiocampa pini L. 

Vollkommener Zwitter. 

Links (^, rechts 9- 

In Gestalt und Färbung vorstehendem Hermaphroditen gleich, nur 
die Binde auf der weiblichen Seite weniger verloschen. Fühler links 
cf, rechts 9- Hinterleib dagegen der Form nach weibUch, lang 
und dick. 

Rechts 38 mm, Hnks 33 mm. 

Gefangen bei Berlin. 



121. Lasiocampa pini L. 

Unvollkommener Zwitter. 

Sämmtliche Flügel weder in Grösse noch Gestalt verschieden, oben 
und unten männlich gefärbt mit gleichmässig veranlagten und gefärbten 
Binden. Fühler rechts 9» ^^^s cf. Hinterleib dagegen ausgesprochen 
weiblich. 

Gezogen Breslau. 



123 



122. LaMocampa ptfU L. var. tnonta/na. 

Unvollkommener Zwitter.* 

In Gestalt, Fühler und Leibesform weiblich, jedoch in Zeichnung 
und Färbung weiblich und männlich vermischt. Auf fahlrostgelbem 
weibHchen Grunde heben sich männlich gefärbte Strahlen, Punkte und 
Wische in dunkelbrauner, blauer, grauer, rothbrauner Zeichnung ganz 
unregelmässig durchmischt sehr scharf ab. Während auf dem rechten 
V'orderflügel die eingesprengten männlichen Zeichnungselemente bis an 
den Vorder- und Aussenrand gehen, befinden sich dieselben auf der 
andern Seite, nur vom Innenrand bis zur Mitte des Flügels und lassen 
den übrigen Teil desselben vollkommen frei. 

Gezogen Bayern. 

123. Lasioca/mpa fcLsdatella Men. ctb. Excellena. Butl. 
Vollkommener Zwitter. 

Links 9i rechts (^. 

Färbung beider Flügelhälften ziemlich gleich. Linker Fühler 9> 
rechter cT. Längsseitig durch die Mitte des Hinterleibes eine bürsten- 
artige Scheidungsnaht, die auch auf der Unterseite vorhanden, aber dort 
nicht genau in die Mitte verläuft, sondern nach der männlichen Seite 
so weit vorrückt, als die weibliche Leibesseite stärker und runder mehr 
Platz beansprucht. Genitalapparat undeutlich erkennbar. In den Greif- 
zangen verkümmert. 

Rechts 40 mm, links 42 mm. 

Gezogen Halle a. d. Saale. 

124. Lasiocampa fasdatella L. iib. Excellena Butl. 
Unvollkommener Zwitter, etwas verkrüppelt. 

Flügelschnitt weiblich; Fühler männlich. Färbung der Vorderflügel 
weiblich, jedoch mit mehr oder weniger hochrothem männlichen Colorit 
vermischt, das auf dem rechten Vorderflügel sehr grell von der Basis 
bis zur Flügelspitze am Ausscnrande hin sich mehr als über ein Drittel 
derselben erstreckt. Hinterflügel rechts weiblich, links männlich gefärbt. 

Unterseits sämmtliche Flügel, am meisten der weibliche Hinter- 
flügel stark mit männlicher Färbung unregelmässig vermischt. Thorax 
und die Hälfte des daran stossenden Hinterleibes männlich braunroth, 
das übrige blasser. Gestalt des Leibes weiblich. 

Rechts 33 mm, links 40 mm. 

Gezogen Sachsen. 



124 



125. EndronUs versicolora L. 

Unvollkommener Zwitter. 

Ein in allen Theilen männliches Exemplar mit einem weiblichen 
Fühler auf der rechten Seite. 
Gezogen Zürich. 

126. Satv/rrvia pyri Schiff. 
Vollkommener Zwitter. 

Links 9» rechts cf. 

Die rechte männliche Seite in Färbung etwas dunkler und schärfer 
gezeichnet. Rechter Fühler männlich, linker weiblich. Hinterleib nach 
Gestalt weiblich, aber kurz und eingefallen. 

Rechts 62 mm, links 67 mm. 

Gezogen Wien. 

127. 8aturn4a hybr. var. emdliae Stdfs. Tafel III, No. 18. 
Vollkommener Zwitter. 

Links cT, rechts 9- 

Färbung und Zeichnung der Flügel mit all den characteristischen 
Merkmalen dieser prachtvollen Hybridenform und sexuellen Unterschieden 
zwischen cf und 9- " Fühler rechts weiblich, links männlich. Leib 
schwächer als ein weiblicher, doch stärker als beim Mann, am Ende breit. 

Rechts 47 mm, links 42 mm. 

Gezogen Wiesbaden. 

128. SaturtUa spirU Schiff. Tafel III, No. 13. 
Vollkommener Zwitter. 

Links 9» rechts cf. 

Flügelgrössen auffallend verschieden. In Färbung links etwas 
lichter, rechts mit röthlichem Anflug. Fühler rechts männlich, links 
weiblich. Die Hinterleibshälften in F'orm und Farbe nach dem Ge- 
schlechte verschieden, desgleichen die Behaarung. 

Rechts 26 mm, links 33 mm. 

Gezogen Brunn. 

129. 130. 131. 132. Satumia pavonia L. 

4 unvollkommene Zwitter. 

In Färbung, Zeichnung und Flügelschnitt mehr oder weniger männ- 
lich und weiblich veranlagt, gezogen in Wiesbaden. Sehr eingehend 



125 

unter dem Titel »Eine Zwitteriamilie von Saturnia pavonia L.« beschrieben 
von Dr. A. Speyer in der Stettiner entomolog. Zeitung 1881, Bd. 42, 
pag. 477. — Die von demselben Autor in gleicher Arbeit besprochenen 
von ihm untersuchten nicht ausgekommenen 4 Puppen in ebenfalls 
zwitterhafter Beschaffenheit befinden sich gleichfalls in meiner Sammlung, 



133. Saturnia pavonia L. 

Unvollkommener Zwitter. 

In Färbung vorwiegend weiblich. In den Hinterflügeln einige 
rothgelbe männliche Strahlen und Wische. Fühler die Mitte haltend 
zwischen beiden Geschlechtern mit wesentlich kürzeren Kammzähnen. 
Hinterleib weiblich jedoch spitz und dünn. 

Gezogen Prag. 



134. Saturnia pavonia L. Tafel III, No. 15. 

Vollkommener Zwitter. 

Links c?, rechts 9- 

Flügelform links männlich. Färbung des Vorderflügels weniger roth 
wie bei typischen Stücken, jedoch lebhafter als die weibliche F'ärbung. 
Hinterflügel feurig gelbroth. Rechte Seite in Form, Zeichnung und 
Färbung weiblich. Linker Fühler männlich, rechter weiblich. Linke 
Schulterdecke wie ebenso die ganze linke Leibeshälfte dunkler wie 
rechts, durch borstige Trennungsnaht der Länge nach getheilt. Die 
weibliche Hinterleibsseite stärker, gerundeter und glatter behaart. 

Rechts 33 mm, links 31 mm. 

Gezogen Melle, Provinz Hannover. 



135. Aglia tau L. 

Vollkommener Zwitter. 

Links cf, rechts 9- 

Die Halbirung der Geschlechter in allen Theilen durchgeführt. 
Links Flügelschnitt, Färbung, Fühler männlich, rechts weiblich. Hinler- 
leib kurz und schwach mit linksseitigem Afterbüschel. 

Rechts 36 mm, links 31 mm. 

Fundort unbekannt aus Coli. Kaden. 



126 



136. AgUa tau L. Tafel II, No. 10. 
Unvollkommener Zwitter. 

Flügelschnitt, Grösse, Grundtärbung weiblich. In den Vorderflügeln 
unregelmässig mit orangegelber männlicher Färbung schwach vermischt 
Hinterflügel vom Vorderrande bis zum Augenfleck und auf der linken 
Seite darüber hinaus durch intensiv rothe Färbung männlich. Das 
gleiche Colorit in einzelnen Punkten und Fleckchen unregelmässig am 
Aussenrand. Fühler weiblich. Die Spitze des linken aber einseitig mit 
deutlich gestalteten männlichen Kammzähnen besetzt. Leib nach Gestalt 
weiblich, sehr kurz und vertrocknet. 

Gefangen bei Wiesbaden. 

137. 138. 139. 140. Afflia tau L. — ab: fere tvtgra; 
ab: rUgerri/ma (ab. lugens Stdfss.^. 

Unvollkommene Zwitter von Dr. Standfuss i886 in Zürich ge- 
zogen und von demselben im gleichen Jahre in der Stettiner entomolog. 
Ztg. Bd. 47, pag. 320 — 322 sehr eingehend und ausführlich beschrieben. 

1. Ein Weib in der Färbung ab. nigerrima mit männlichem Flügel- 
schnitt. Die Hügel breiter und nicht so ausgeschweift als beim normalen 

Weibe. Hinterleib weiblich, jedoch eierlos und völlig verkümmert. 

\ 

2. Zwittriche Combination eines normalen Mannes der typischen 
Art, mit einem ab. n ige r r ima-V^^ eihe:, so zwar, dass die Vorderflügel und 
der rechte Hinterflügel einem normalen Manne, der linke Hinterflügel 
einem schwarzen Weibe angehören. Im linken Vorderflügel parallel mit 
dem Costalrand den Augenfleck streifend ein 2 mm breiter schwarz ge- 
färbter Strahl von der Flügelwurzel bis zum Aussenrande. Fühler rechts 
männlich, ebenso die Füsse und die rechte Schulterdecke männlich ge 
färbt. Fühler links nur mit einer Reihe nach oben stehender Kamm 
Zähne besetzt. Hinterleib wesentlich stärker als ein normaler mann 
lieber, mit rechtsseitiger deutlicher männlicher Haftzange; solche auf dei 
linken Seite stark verkümmert, mit der Endspitze nach rechts gebogen 
Längsseitig auf der Unterseite sehr hervortretend und auf der oberen 
Seite des Leibes schwach, aber sichtbar angedeutet eine TrennungsnahL 

3. Zwittriche Combination eines schwarzen Mannes mit einem nor- 
malen lichten Weibe. Links Flügelschnitt, Färbung oben und unten die 
schwarze Form. Der nach oben männliche Fühler nach dem Hinter- 
rande weiblich nur mit Spuren ganz kurzer Kammzähne. Rechter Fühler 



127 

am Vorderrand ganz ohne Kammzähne, nach hinten mit mehr oder 
weniger und überall verkürzter, stellenweis fehlender Zähne. Rechts 
Schulterdecke hell. Die Flügel beide schmäler und der Vorderflügel 
nach der Spitze stärker ausgeschweift, sowie dies beim Weib normal 
ist. Im Uebrigen die Färbung unregelmässig zwischen einem normalen 
lichten und einem schwarzen Weibe gemischt. Leib männlich gestaltet. 
Rechts 30 mm, links 28 mm. 

4. In allen Theilen ein normaler Mann der Form ab, fere nigra, 
nur unterseits an dem Dorsalrande des rechten Hinterflügels lichte 
weibliche Zeichnung unregelmässig eingesprengt. 

14,1. AgUa ta/u L. oft. ndgerrima, (ab. Itigens Stdfss.>. 
Tafel II, No. 11. 

Vollkommener Zwitter. 

Links cT, rechts 9- 

Die Gesehlechtshalbierung in allen characteristischen Merkmalen 
vorhanden und streng durchgeführt. 

Rechts 31 mm, links 28 mm. 

Gezogen Bremen. 

142. Ha/rpya ermdnea Esp. Tafel I, No. 20. 
Vollkommener Zwitter. 

Links 9» rechts cf. 

Auch hier erübrigt sich eine nähere Beschreibung, da der Herma- 
phrodit in allen characteristischen Theilen auf einem Individuum streng 
in beide Geschlechter getheilt ist. 

Rechts 25 mm, links 32 mm. 

Gezogen Wiesbaden. 

143. Lophopteryx ca/rmelita Esp. 
Vollkommener Zwitter. 

Links 9» rechts cf. 

In Zeichnung, Färbung und Flügelform. Rechter Fühler männlich 
linker weiblich. Hinterleib mit einseitiger rechter scharf hervortretender 
Haftzange. 

Rumänien. 

144. Cnethocampa processtonea L. Tafel I, No. 1 7. 
Vollkommener Zwitter. 

Links cf, rechts 9- 



128 

In Zeichnung^ Färbung und Flügelgrössen ganz verschieden, der 
männlichen und weiblichen Form entsprechend. Fühler links Mann, 
rechts Weib. Thorax von der Mitte, und Schulterdecke links dunkel 
nach rechts hellgrau. Aeussere Gestalt des Hinterleibes weibHch mit 
rechtsseitigem Afterbüschel. 

Rechts i8 mm, links i4 mm. 

Gezogen Hannover. 

145. Demos coryU L. 

Unvollkommener Zwitter. 

Ein männliches Exemplar mit weiblichem Kopf und Fühlern. 

Beschrieben von Dr. Heylaerts, Tydschr. von Entora. Deel, XVII 1874, pag. 24. 

146. Agrotis segetu/m Schiff. Tafel I, No. 21. 
Vollkommener Zwitter. 

Links cf, rechts 9- 

Linke Seite im Vorder- und Hinterflügel dunkler wie rechts. Eben- 
so linke Schulterdecke und halber Thorax. Fühler links 9> rechts cf. 
Hinterleib von links zwei Drittel über die Breite dunkelgrau, das Uebrige 
weisgrau. Nach Gestaltung männlich aber links runder und dicker. 

Gefangen Nassau. 

147. Ma/mestra leucophaea Viw. 
Unvollkommener Zwitter. 

Flügelschnitt unsymmetrisch, in P'ärbung und Hinterleib weiblich mit 
ungleichen Fühlern, von denen der rechte weiblich, der linke dagegen 
nach dem Vorderrande mit normal langen und starken männlichen 
Zähnen besetzt ist, die am Hinterrande fehlen. 

Rechts i8 mm, links 16,5 mm. 

148. B/uMna tenebrosa Hb. Tafel II, No. 5. 
Vollkommener Zwitter. 

Links cT, rechts 9. 

In Form, Flügelfarbe und Fühler halbirt. Hinterleib mehr weibliche 
Gestaltung, doch beide Afterklappen vorhanden, die linke ohne After- 
büschel. Thorax mit Mittellinie links stärker behaart. 

Rechts 16 mm, links 18 mm. 

Gefangen Wiesbaden. 

Beschrieben von Pagenstecher, Jahrb. d. Nass. Ver. für Naturkunde Jahrg. 35, 
pag. 88 fif. 



129 

149. IHcyla oo. L. Tafel I, No. 18. 
Vollkommener Zwitter. 

Links ab. renago Hw. 9» rechts ab. Dicycla oo h. ^. 

Aut diesem Zwitter sind beide Formen vereinigt links ab. renago, 
rechts die typische ab. Dicycla oo. Am Hinterleib beide Geschlechter 
deutlich erkennbar. Links mit hervorragender Legeröhre, rechts mit 
einer sehr entwickelten Greifzange. Fühler links männlich, rechts weiblich. 

Rechts 14 mm, links 13 mm. 

Gefangen bei Atzwang in Tirol. 

150. Calymia trapezina L. Tafel I, No. 10. 
Vollkommener Zwitter. 

Links 9j rechts cf. 

Die linke Seite sehr hell in Färbung und verloschen gezeichnet. 
Rechts dunkelgraubraun gefärbt mit recht deutlichen Mittelbinden. Die 
gleichen Färbungsdifferenzen über den Thorax, Schulterdecken und 
Hinterleib. Letzterer nach Gestalt kurz und kräftig weiblich, aber mit 
rechtsseitigem Afterbüschel. Fühler links weiblich, rechts männlich. 

Rechts 12 mm, links 12,5 mm. 

Gefangen bei Leipzig. 

151. Selenia lunaria Schiff. 
Unvollkommener Zwitter. 

Die rechte männliche Seite mit breiter nach der Flügelwurzel zu 
verschwommener Binde. Die linke weibliche in Färbung heller und 
mit scharf begrenzter Binde. Thorax und Schulterdecken rechts dunkler 
wie links. Rechter Fühler männlich, aber deutlich kürzer, als bei typischen 
Stücken gezähnt, linker weiblich. Leib nach Gestalt weiblich. 

Die Unterseiten in Färbung entsprechend. 

Gefangen bei Frankfurt a M. 

152. Psodos coradna Esp. 
Vollkommener Zwitter. 

Links cf, rechts 9- 

In Zeichnung, F'ärbung, Flügelgrössen ungleich. Rechte weibliche 
Seite im Vorderflügel hell bleigrau mit scharf sich, abhebenden Binden 
und Mittelpunkt. Linke männliche Seite dunkclblaugrau mit weniger 
auffallender Bindenanlage. Fühler links männlich, rechts weiblich; 

9 



130 



letzterer wesentlich kürzer. Hinterleib mit linksseitiger Greifzange und 
verkümmertem weiblichem, wenigstens undeutlich erkennbarem Genital- 
organ. 

Rechts lo mm, links ii mm. 

Gefangen auf Franzenshöhe in Tirol. 

153. Athroolapha permigeraria Hb. 

Unvollkommener Zwitter. 

Ein nach Flügelschnitt und Färbung weibliches Fxemplar mit 
Fühlern, die weder männlich noch weiblich gebildet, die Mitte zwischen 
beiden Typen halten. Unter sich sind dieselben wiederum ungleich, 
denn der rechte ist wesentlich länger, wohl noch einmal so lang wie 
der linke gefiedert. Leib ausgesprochen weiblich gestaltet, mit hervor- 
tretender Legeröhre. Die Unterseite des Vorder- und des rechten 
Hinterflügels ändert von normaler Färbung ab. Dieselbe ist durch orange- 
rothe sehr abstechende Strahlen durchzogen, welche namentlich auf dem 
Hinterflügel im braunen Fond dem Colorit ein sehr abweichendes Aus- 
sehen geben. Die orangegefärbte Zeichnung verdrängt nicht nur den 
braunen Fond, sondern bedeckt auch vollständig die den Strahlen unter- 
liegende weisse Mittelbinde. Linker Hinterflügel normal gefärbt. 

Gefangen Cuenca, Castilien. 

154. Ematurga atomaria L. Tafel I, No. IG. 
Vollkommener Zwitter. 

Links 9> rechts (^. 

Die zwittriche Halbirung in allen charakteristischen Merkmalen 
scharf ausgesprochen. Linker Vorderflügel wesentlich grösser und im 
Gegensatz zu dem sehr hellen Colorit der rechten Seite wesentlich 
dunkler getärbt. 

Rechts 12 mm, links 14 mm. 

Gefangen bei Düsseldorf. 

Ißß. Bupalus piniaHtis L. 

Unvollkommener Zwitter. 

In Färbung und Zeichnung weiblich. Im Flügelschnitt, Fühlern 
und Hinterleib männlich. Der linke Hinterflügel mit männlicher Färbung 
und zwar vom Vorderrand bis Rippe 4 total schwarz und weniger über 
den übrigen Theil im rostgelben Grunde vertheilter schwarzer Punkte. 
Unterseits fehlt diese männliche Einsprengung ganz. 

Gefangen bei Frankfurt a. M. 



131 

166. Bupalus ptniaritM L. Tafel III, No. 10. 

Vollkommener Zwitter. 

Links $, rechts c?. 

Flügelfärbung auf der männlichen Seite weiss mit breiter schwarzer 
Umrandung; auf der weiblichen fahlrostbraun. Unterseite entsprechend. 
Fühler rechts männlich, links weiblich. Die Färbung des Hinterleibes 
links fahlbraun, rechts weissgrau. 

Rechts i6 mm, links 17 mm. 

Fundort unbekannt. Coli. Kaden. 

157. Asptlates stHgiUaria Hb. Tafel I, No. 12. 
Vollkommener Zwitter. 

Links 9» rechts cT. 

Flügelgrössen sehr verschieden. Färbung sehr licht, Zeichnung 
auf beiden Seiten gleich. Fühler rechts männlich, links weiblich. Hinter- 
leib männlich. 

Rechts 18 mm, links 16 mm. 

Gefangen Pommern. 

158. JPapiUo lycoph/ron Hb. Tafel II, No. 3. 
Vollkommener Zwitter. 

Links cf ^^P' lycophron Hb., rechts 9 ^*- pirithotis Rog. 

Die zwittriche Halbirung vollkommen und zwar zwischen dem 
typisch gefärbten und gezeichneten lycophron (^ und der dunkel ge- 
färbten ab. pirithous Rog. 9- ^"^ ^^^ männUchen hellen Färbung treten 
braune Stellen der weiblichen Farbe auf. — Es erübrigt sich, auf eine 
nähere Beschreibung dieses höchst merkwürdigen Hermaphroditen ein- 
zugehen, da die photographische Abbildung alle charakteristischen 
Merkmale sehr gelreu wiedergiebt. 

Bereits beschrieben von E. G. Honrath in der Berl. entom. Zeitschrift i888, 
32. Bd., pag. 5CK>. Die der Publikation beigefügte schwarze Abbildung ist insofern un- 
richtig, als durch falsche photo graphische Wiedergabe die Tlügelhälftcn verkehrt gedruckt 
sind. Honrath ist dadurch irre geführt worden, die Geschlechtsvertheilung ebenso un- 
richtig in seiner Beschreibung aufzuführen. 

Gefangen San Paolo, Brasilien. 

159. Danais isvnare Cr. 

Unvollkommener Zwitter. 

Linker Vorderflügel nach Gestalt männlich. Rechter Vorderflügel 
w^eiblich, während beide Hinterflügel ihrer Form nach entschieden 
männlichen Typus aufweisen. 



182 



Abgebildet und beschrieben mit sehr eingehender Untersuchung von Dr. Erich 
Haase in dem Correspondenz-Btatt des entom. Vereins »Iris« 1886, pag. 36. 
Rechts 46 mm, links 48 mm. 
Gefangen Ceram ijtdo-austrai, Archip. 

160. Bombyx mori. Tafel I, No. 7. 
Unvollkommener Zwitter. 

Die rechte Seite in Grösse und Fliigelgestalt männlich; die linke 
weiblich. In Zeichnung und Färbung ungleich. Rechts blassgelblich, 
links elfenbeinweiss mit schwächerer Bindenzeichnung als auf der anderen 
Seite. Fühler und Hinterleib männlich, mit Trennungsnaht auf dem- 
selben und auf der weiblichen Seite dicker und gerundeter. 

Rechts 20 mm, links 22 mm. 

Gezogen Wien. 

161. Antheraea pem/yi Guer. 
Vollkommener Zwitter. 

Links cf, rechts 9- 

In Färbung gleich, aber im Hügelschnitt dem Geschlecht ent- 
sprechend verschieden. Fühler rechts männlich, links weiblich. Hinter- 
leib kurz, nach Gestalt weiblich, jedoch eierlos und zusammengetrocknet 
Auf der linken weiblichen Seite, namentlich unten wesentlich stärker 
und runder. 

Gezogen Chemnitz. 



Es lassen sich aus diesem Verzeichniss der Zwitter meiner Samm- 
lung keine genauen Schlüsse ziehen, welche Species am. meisten zur 
Zwitterbildung neigen; eine annähernde Beurtheilung wird sich vielleicht 
anstellen lassen, wenn ein umfassendes und sorgfältig durchgearbeitetes 
Verzeichniss sämmdicher bekannteren Hermaphroditen vorliegt. 

Man wird aber doch aus Obigem ersehen, dass sich die Zwitter- 
bildung bestinmiter Arten von Alters her bemächtigt hat, und dass auch 
hier eine gewisse Regelmässigkeit, resp. Häufigkeit bei Entstehung solch 
abnorm gebildeter Formen, von der schaffenden Natur eingerichtet 
worden ist. 

Stellen wir die Arten der von Dr. Hagen im Jahre 1861 und 63 
in der Stettiner Zeitschrift veröffentlichten Lepidopteren-Zwitter meinem 



133 



Zwitterbestande gegenüber, so waren bei Hagen 53 Arten bei 107 
Exemplaren vertreten und von diesen 53 Species sind 20 ebenfalls in 
meiner Sammlimg enthalten. 

Sie stellen sich nun zu den einzelnen Exemplaren wie folgt: 



In dem Hagcn'schen Verzeichniss : *) 

Argynnis Paphia L. (Stammform) 3 

Argyn.PaphiaL.ab.VaIesina Esp. 2 

Lycaena Alexis Hb 6 

Lycaena Adonis Hb 1 

Lycaena Helle Hb 1 

Pontia Daplidice L 1 

Pontia Cardamincs L 7 

Rhodocera Rhamni L 1 

Smerinthus Populi 1 18 

Saturnia Pyri Schiff. 1 

Saturnia Carpini Schiff. ... 7 

Liparis Dispar L 8 

Endromis Versicolora L. . . . 2 

Gastropacha Quercus 1 3 

Gastropacha Pini L 2 

Gastropacha Castrensis L. . . 3 

Gastropacha Quercifolia L. . . 1 

Limenitis Populi L 1 

Euprepia purpurea L 1 

Fidonia Piniaria L 2 



In meiner Sammlung: 



Lycaena icarus Rott 

Lycaena bellargus Rott. . . 
Polyomatus amphidamas Esp. 

Pieris daplidice L 

Anthocharis cardamines L. . 



Saturnia pavonia L. 
Ocneria dispar L. . 



Bombyx quercus L, . . . 
Lasiocampa pini L. . . . 
Bombyx castrensis L. . . 
Lasiocampa quercifolia L. 



Arctia purpurata L. 
Bupalus piniarius L. 



5 
2 
1 
3 

1 
1 
5 
5 
6 
1 
6 
21 
1 
2 
7 
3 
1 
3 
1 
2 



so dass also Dr» Hagen 



()6 Exempl. und ich 



77 Exempl. 



bei gleicher Artenzahl aufführen kann. 



Es ist hierbei, bis auf vielleicht 2 Zwitter aus der ehemaligen 
Kaden'schen Sammlung, deren Entstehung ich nicht nachweisen kann, 
ausgeschlossen, dass der Autor in der Stettiner Zeitung Stücke aus 
meiner Sammlung, welche vorher in anderen Händen gewesen, auf- 
führen konnte, da meine Hermaphroditen sämmtlich jüngeren Datums 
als die Hagen'schen Publicationen sind. 

Berücksichtigt man also, dass in diesen sämmtlichc seit loo Jahren 
bekannt gewordene Zwitter mit beinahe Ziveidrittel nur 20 Species an- 
gehören in 66 Exemplaren, und dass in meiner Sammlung die gleichen 
20 Arten sogar 77 Exemplare aufweisen, so wird man in der auffallenden 
Wiederkehr einer so grossen Anzahl Hermaphroditen bei bestimmten 



*) In der Reihenfolge und Schreibweise der Hagen'schen Aufstellung. 



134 

Arten sich nicht der Vermuthung entschlagen können, dass diese Arten 
mehr als alle anderen für die Zwitterbildung beschaffen sein müssen. 

Das Exempel ändert sich auch nicht wesentlich, wenn die in 
meinem Verzeichniss aufgeführten und von mir als , Scheinzwitter ' be- 
zeichneten 17 Ocneria dispar L. in Abzug gebracht werden. 

Dr. Hagen führt nun ausser diesen 20 Species noch 33 Arten mit 
41 Exemplaren auf, während in meiner Sammlung sich noch 64 andere 
Arten in 84 Exemplaren befinden. 

Auch diese Zahlen zeigen deutlich, dass eben nur bestimmte 
Spezies und davon wieder gewisse Gruppen mehr als alle Uebrigen zu 
Zwitterbildungen hinneigen, denn während auf die ersten 20 Arten 
bei Hagen aut je eine Art 3,3 und bei mir auf je eine Art 3,8 respect. 
3 Exemplare fallen, stellt sich das Verhältniss bei allen übrigen Species 
bei Hagen nur auf 1,25 und bei mir auf 1,30, also in beiden Fällen 
mehr als um die Hälfte niedriger. 

Es wird sich zeigen, ob man nach Veröffentlichung des Verzeich- 
nisses aller bekannten Hermaphroditen auf gleiche oder annähernde 
Resultate gelangt und wie sich ferner dann auch die seitliche Trennung 
der Geschlechter bei vollkommenen Zwittern wird beurtheilen lassen. 

Bei meinen Hermaphroditen, welche hierbei in Frage kommen, 
sind 36 links männlich und rechts weiblich und 38 umgekehrt links 
weiblich und rechts männlich. Es gehören davon 26 den Rhopaloceren 
13 den Sphingiden, 2^ den Bombyciden, 4 den Noctuen, 4 den Geo- 
metriden an. 

Die unvollkommenen Zwitter vertheilen sich auf: 40 Rhopaloceren, 
I Sphinx, 41 (24) Bombyciden, 2 Noctuen, 3 Geometriden. 



Nachtrag. 

Nachdem vorstehende Arbeit beinahe im Druck vollendet, wurde 
ich von befreundeter Seite darauf aufmerksam gemacht, dass im „Archiv 
für Naturgeschichte — gegründet von A. F. A. Wiegmann Berlin' im 
Jahre 1889 eine Fortsetzung und Ergänzung des Dr. Hagen'schen 
Zwitterverzeichnisses aus der Stettiner Entomol. Ztg. von Ph. Bertkau- 
Bonn veröffentlicht worden sei. Bd. I, pag. 95 — 116. 



135 



Ich bedauere, dass ich nicht früher davon Kenntniss hatte, um an 
der Hand der späteren Zusammenstellung meine Schlussfolgerungen 
gezogen zu haben. An dem Ergcbniss derselben wäre allerdings nicht 
viel geändert worden; meine Ansicht, wonach ganz bestimmte Species 
sich vorherrschend zur Zwitterbildung eignen, ist durch diese Publication 
nicht widerlegt, sondern eher bekräftigt worden. — 

Bertkau vervollständigt das Verzeichniss bis zum Jahre 1889 und 
führt mit den bereits von Hagen publicirten loy Exemplaren nunmehr 
965 Lepidopteren-Zwitter auf, — 16 davon aus meiner Sammlung, wie 
ich nachträglich constatiren konnte. 

Ms sind also damals 148 Hermaphroditen neu hinzu- 
getreten. 

Dieselben vertheilen sich auf 48 Species, wovon 15 Arten die 
gleichen sind, wie diejenigen, welche ich vorher zum Beweise der 
Häufigkeit in der Zwitterbildung bei 20 Arten namhaft gemacht hatte. — 

Sie enthalten an Zwittern: 

Pieris Daplidice 2 Ocn. Dispar 10 

Anth. Cardamines 4 Lasioc. Pini 3 

Khod. Rhamni 6 Bomb. Quercus 4 

Argyn. Paphia 5 Endroni. Versicolora 1 

Lim. Populi 3 Sat. Pavonia 13 

Lyc. Alexis ) 4 Sat. Pyri 1 

Lyc. Icarus / 2 Bup. Piniarius 2 

Sm. Populi 6 

in Summa 66 Hermaphroditen.^) 
Es kommen daher auf solche nunmehr nicht nur 3, wie bei den 
früheren, sondern 4,4 Exemplare für je eine Art, woraus hervorgeht, dass 
auch in der neueren Zeit — in den letzten 25 Jahren bis 1889 — das 
häufige Vorkommen von Zwitterbildungen in bestimmten Familien nicht 
abgenommen, sondern sich sogar vergrössert hat. 

Fassen wir nun das Ergebniss zusammen, soweit als die Zahlen 
aus den beiden Verzeichnissen und aus meiner Sammlung dies aus- 
weisen, so kommen wir zu folgendem Resultate: 
Im Ganzen sind seit 1761 publicirt: 

bei Hagen 107 Hermaphroditen in 53 Arten, 

= Bertkau 148 = = Gl) = 

s Wiskott 161 Hermaphroditen 

ab 16 = = 84 . 

5 bei Bertkau aufgeführt . . . 145 = 

in summa 400 - 



*) Die aus meiner Sammlung von Bertkau angegebenen Zwitter sind, soweit sie zu 
diesen 15 Axitti gehören, hier nicht aufgeführt, da sie in der ersten Aufstclhing auftreten. 



136 



Hiervon entfallen 



^^ ^ 4 . i u , A r ... 66 

I Arten, welche untereinander J 

2Q j clie gleichen sind | " " * „^ 



bei Hagen auf 20 ^ . ^ . , ^ ^ f ... 66 Hermaphroditen, 

= Bertkau s 15 
= Wiskott = 20 



in summa 209 = 

Es bleiben nur iqi Hermaphroditen auf alle anderen Arten übrig, 
und zwar: 

bei Hagen (allein) 53—20 = 3H Arten, 

. Bertkau . 69—15—23») = 31 
= Wiskott = 84—20 = 64 



in summa 128 = 

Demnach enthalten die ersten 20 Species 10,5 Hermaphroditen 
auf je eine Art und die übrigen 128 Species 1,5 Hermaphroditen auf 
je eine Art. 

Ich bemerke, dass diese Zahlen auf absolute Genauigkeit keinen 
Anspruch machen können, annähernd sind sie jedoch richtig und betone 
nochmals, dass die daraus gezogenen Schlussfolgerungen vielleicht voll- 
kommen hinfällig werden, sobald ein Gesammt-Verzeichniss der Zwitter 
bekannt sein wird. 

Bis dahin müssen wir sie wohl aber anerkennen, wenigstens in- 
soweit, als sie den Bestand aller bekannten Zwitter bis 1889 zuzüglich 
derjenigen vorher nicht publicirten aus meiner Sammlung repräsentiren. 

Möchte diese Aufstellung am Schlüsse meines Verzeichnisses die 
Anregung an alle Lepidopterologen sein, welche Hermaphroditen besitzen, 
durch Pnblicatio7i ihres Materials mitzuhelfen, einen zuverlässigen und 
endgiltigen Ueberblick zu erhalten, wie sich die Zwittererzeugung auf die 
einzelnen Genera und Species vertheilt; — dann ist es vielleicht be- 
rufeneren Entomologen möglich, einen Schritt weiter in der Erforschung 
tmd Erklärung der Zwitterbildung zu gelangen. — 

Es folgt nun noch eine Aufstellung, aus welcher ersichtlich, wie 
sich die einzelnen Arten der gesammten 400 Hermaphroditen unter 
einander bezüglich des mehr oder weniger häufigen Auftretens ver- 
halten und in welchem der drei Verzeichnisse sie gemeinschaftlich oder 
einzeln aufgeführt sind. 



*) Die hier in Abzug gebrachten 23 Arten sind bei Hagren und Wiskott bereits 
enthalten. 



137 



Hagen 



Bertkau 



Wiskott 



Zahl 



■;:} 



Ocneria dispar . 
Sarturnia pavonia 
Smerinthus populi 
Argynnis paphia 

= ab valesina 

Anthocharis cardamines . . . 
Lycaena icarus (alexis) .... 

Rhodocera rhamni 

Lasiocainpa pini 

Aglia tau 15 

= ab. lugens j 5 

Bombyx quercus 

Rhodocera Cleopatra 

Limenitis populi 

Lasiocampa potatoria .... 

Bombyx castrensis 

Bupalus piniarius 

Epinepbile janira 

Sphinx convolvuli 

Parnassius delius 

Pieris daplidice 

Lycaena bellargus 

Apatara ab. clythie 

Trochilium apiformis 

Ino ampclophaga 

Endroinis versicolora .... 

Bombyx cratacgi 

Saturnia pyri 

Angeronia prunaria 

Callosamea promethea .... 

Pieris ab. bryoniae 

Colias edusa 

Thecla illicis 



8 
7 
13 
3 
2 
7 
6 
1 
2 



10 
13 
6 
4 
1 
4 
6 
6 
3 
3 
4 
4 
2 
3 
7 
1 
2 
2 
1 
1 
2 



21 
6 
6 
5 
2 
5 
1 
5 
7 
2 
1 
2 
5 
3 

2 
2 



39') 

26 

25 

17 

16 
13 
12 

12 

10 

9 
7 
7 
7 
6 
6 
5 
5 
4 
4 
4 
4 
4 
4 
4 
3 
3 
3 
3 
2 
2 
2 



*) Zerfallen in lo vollkommene, 5 unvollkommene und 24 Ocneria dispar (^(^ 
linzwitter). 



(Scheinzwitter) 



138 



Hagen 



Bertkau 



Wiskott 



Zahl 



Polyomatus amphidamas . . . 
Lycaena argus 

s aegon 

s amanda 

s corydon 

Vanessa atalanta 

Erebia medusa 

Triphysa phryne 

Deilephila nerii 

Smerinthus ab. hybr. hybridus. 

Arctia purpurea 1 

Bombyx trifolii 1 

Lasiocampa ab. excellens . . . 

i quercifolia .... 1 

Harpya vinula 1 

Rusina tenebrosa 

Amphydasls prodomaria . . 

Danais ismare 

Papilio machaon 

s lycophron 

= asterias 

= castor 

= polycaon 1 

= Ulysses 1 

Parnassius apollo 

Pieris napi 

Leucophasia sinapis .... 
Zegris v. menestho .... 
Colias palaeno 

s Marco-Polo 

s hyale 

= var. simoda \ 

' erate 

? myrmidone i' 

Polyomatus virgaureac ....!! — I — 



1 

_ i 



i 

2 
2 
2 
2 
2 
2 

2 
2 
2 
2 
2 
2 

2 
2 
2 
2 
2 



139 



Polyomatus ab. eurybia .... 

Lycaena hyrcana 

s eumedon 

5 meleager 

s escheri 

5 damon 

Charaxes affin is 

Apatura iris 

s ilia 

Vanessa urticae 

- antiopa 

' gonerilla 

Melitaea didyma 

s phoebe 

Argynnis selene 

s Cynara (pandora) . . 

Erebia medea 

» curyalc 

Satyrus hermione 

s semele 

Epinephile lycaon 

Deilephila galii 

= euphorbiae .... 

5 elpenor 

Sxnerinthus tiliae 

i ocellata 

Zygaena tzifolii 

Lithosia aurita 

Euprepia grammica 

Nemeophila russula 

Arctia villica 

= casta 

s latreillei 

Diaphora (Spilosoma) mendica. 
Orgya antiqua. ....... 



Hagen 



Bertkau 



Wiskott 



Zahl 



140 



Dasychira pudibunda 

Leucoma Salicis 

Psilura monacha 

Bombyx franconica 

= alpicola 

s var. vcneta 

= neustria 

s lancstris 

= . medicaginis 

rubi^) 

- mori 

Lasiocampa albomaculata . . . 

- populifolia . . . 

= illicifolia .... 

Saturnia hybrid, var. emiliae . 

= spini 

.\ntheraea pernyi 

Harpya crminca 

Lophopteryx carmelita .... 
Cncthocampa proccs.sionea . . 

Pygaera spec? 

Demas coryli 

Acronycta accris 

Diphtcra ;Panlhea) coenobita . 
Agrotis conflua 

= scgetum 

Mamestra leucophaea .... 

Dicycla oo 

Calymnia trapczina 

Plusia vorticillata 

linnomos angiilaria 

Eugonia angularia 



Hagen 



Bertkau 



Wiskott 



Zahl 



*' Das Exemplar befindet sich in meiner Sanimlunij; ich habe es jedoch nicht in 
mein Vcrzeichnihh auf^^enommen, weil ich es für keinen Zwitter halle, 



141 



Hagen 



Bertkau 



Wiskott 



Zahl 



Selenia lunaria 

Xyssia (Biston) zonaria . . 
Boarmia repandata . . . . 
Boarmia lichcnaria .' . . . 
Tephrosia crepuscularia 
Gnophos dilucidaria . . . 

Psodos coracina 

Athroolopha Pennigeraria . 
Ematurga Atomaria . . . 
Aspilates strigillaria . . . 
Lythria purpuraria . . . . 
Chimabacche fagella . . . 



Buchdruck, 

Photographie uod Lichtdruck auf Pyramidenkornpapier 

C. T. Wiskott, BresUu. 



Tafeln. 



Täf. L 




Taf. IL 




vu 



V 



Taf. 111 




Tal lU. 




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Hiis book may be kept 

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